# taz.de -- taz lab 2026: Streitlust läuft bei uns
       
       > „Jetzt mal Tacheles – liebevoll & rabiat“: Das taz lab 2026 verzeichnete
       > neue Besucherrekorde. Es wurde gesprochen, gezankt – und verabschiedet.
       
 (IMG) Bild: Er gründete das taz lab: Jan Feddersen. Ab Herbst bleibt er der taz als Autor und Moderator erhalten
       
       [1][aus der taz] | Tacheles reden, aber immer liebevoll & rabiat: Auf dem
       diesjährigen [2][taz lab] gab es angesichts schlechter Zeiten mit Kriegen,
       Krisen und Klimawandel reichlich Gesprächsbedarf.
       
       In über 100 Diskussionen gaben sich die Diskutierenden selbstkritisch,
       fragten aber auch nach progressiven Alternativen, Solidarität und
       gesellschaftlicher Verantwortung.
       
       Wie weiter machen, wenn bundesdeutsche Politik in einem Rollback
       sozialpolitische und ökologische Errungenschaften zurückdreht? Wenn in
       Washington, Moskau und andernorts Autokraten die Welt mit Kriegsspielen und
       Drohungen in Atem halten?
       
       Wer hält die Demokratie zusammen, wenn der Zeitgeist gerade kräftig
       woanders hin weht? Was ist von der Linken noch zu erwarten – und was hat
       sie falsch gemacht?
       
       Die vielen Gäste auf den Podien gaben auf dem taz lab Antworten und
       Gedankenanstöße dazu. Klein beigeben gilt schließlich nicht.
       
       ## „Wir sind keine Zwei-Lager-Gesellschaft“
       
       Auf 15 Panel-, Workshop- und Podcast-Bühnen begrüßten die Moderator*innen
       der taz live und im Stream eine Vielzahl prominenter Gäste.
       
       Eva Illouz, Luisa Neubauer, Ricarda Lang, Aladin el-Mafaalani, Steffen Mau,
       Anne Rabe, Stefan Rahmstorf, Gilda Sahebi, Ronen Steinke, Joseph Vogl und
       viele weitere waren eingeladen, um digital und vor Ort zu diskutieren.
       
       „Es gibt einen konservativen Bias in der öffentlichen Wahrnehmung“, sagte
       der Soziologe Steffen Mau im Gespräch mit Nils C. Kumkar über
       gesellschaftliche Polarisierung. „Dass wir eine Zwei-Lager-Gesellschaft
       sind, stimmt zumindest auf der empirischen Basis nicht.“
       
       [3][Nicholas Potter], Journalist und taz-Autor fragte im Gespräch mit Klaus
       Lederer: „Wir haben eine Brandmauer nach rechts. Aber was tun wir
       eigentlich mit Feinden der Demokratie von Links?“
       
       „Klar gibt's in meiner Partei auch irgendwo Leute, die Sozialkahlschlag gut
       finden“, räumte Bildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) ein.
       „Aber dass es einen Sozialstaat gibt, das ist doch keine Frage.“
       
       Jan van Aken, bis kürzlich Bundesvorsitzender der Linken: „Die Lösung für
       fast alles ist die Vermögenssteuer. Es ist genug Geld da, es ist nur falsch
       verteilt.“
       
       ## Rekord der Anzahl der Besucher*innen
       
       Bei kühlem, aber sonnigem Frühlingswetter versammelten sich die
       Besucher*innen beim großen Kiezfest mit zahlreichen Ständen, Workshops und
       einer Spielstraße im Besselpark neben dem taz-Gebäude in der Berliner
       Friedrichstraße 21, zum gemeinschaftlichem Public Viewing und folgten den
       Live-Diskussionen auf den Bühnen vor Ort.
       
       Auch in diesem Jahr konnte das taz lab einen Besucher*innen-Rekord
       aufstellen. Denn neben den verkauften Tickets, sowohl für alle digital als
       auch vor Ort teilnehmenden Menschen, wurde das Gratisangebot vor Ort stark
       genutzt.
       
       Obendrauf ließ sich die Rote Bühne auch in diesem Jahr wieder über taz.de
       während des Tages live verfolgen, was sich ebenfalls hoher Beliebtheit
       erfreute. Summa summarum sprechen wir also von beinahe 5000 erreichten
       Menschen, wenn nicht sogar noch mehr. Wow!
       
       Nicht zuletzt durch die beiden pinken U25-Bühnen der taz Genossenschaft,
       mit denen speziell jüngeres Publikum erreicht werden sollte, wurde das
       Durchschnittsalter nochmal deutlich gesenkt.
       
       „Wir haben Tacheles geredet - beim 17. taz lab, und das war exakt das
       Richtige für eine linke Politiklandschaft, die gewisse Ratlosigkeiten ob
       des Aufstiegs rechtspopulistischer Bewegungen zu reflektieren hatte“, sagte
       Kurator Jan Feddersen.
       
       „Das taz lab hat in diesem Jahr, sehr treu ihrem zweiten Motto ‚liebevoll &
       rabiat‘, beherzt und aus der Perspektive der taz-spezifischen
       Meinungsfreude, zu erörtern gewusst, wie es um die Welt der Polykrisen
       steht: aufrecht, engagiert und fern antipolitischer Innerlichkeit. Wir
       machen weiter – was denn sonst!“
       
       ## Danke, Jan Feddersen!
       
       [4][Jan Feddersen], langjähriger taz-Autor, Redakteur für besondere
       Aufgaben und Kurator aller taz labs wird im Herbst dieses Jahres offiziell
       in den Ruhestand gehen.
       
       Er bleibt der taz aber als Autor und Moderator erhalten. Feddersen wurde
       zum Abschluss des taz labs mit einer rauschenden Abschiedsparty geehrt:
       
       Danke, Jan, für 17 taz labs hieß es in mehreren Laudationen.
       
       „Jan Feddersens nie erlahmende Inspiration, seine unnachgiebige
       Provokations- und Streitlust, seine betörende Wortgewalt und sein rundum
       liberaler Esprit haben den taz-Kosmos um mehrere Dimensionen erweitert”,
       sagte taz-Chefredakteurin [5][Ulrike Winkelmann] in ihrer Laudatio.
       
       „Jan Feddersen gleicht als taz lab-Kurator einem grandiosen Jazzmusiker“,
       sagte [6][Peter Unfried], taz-Chefreporter.
       
       „Mit einer ihn definierenden Grundeleganz und Leichtigkeit ermöglicht er
       großartige Improvisationen und überraschende Dialoge und hält dabei doch
       immer die Linie.“
       
       Ein Überblick über die vielen Veranstaltungen des diesjährigen taz labs
       finden Sie [7][im taz lab-Ticker].
       
       Die Mediathek des taz lab ist für alle Ticketinhaber ein Jahr verfügbar.
       Tickets können nach wie vor erworben werden unter [8][tazlab.de/tickets].
       
       🐾 Das nächste taz lab findet voraussichtlich am 24. April 2027 statt.
       
       30 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [7] /Alles-zum-taz-lab-2026/!6173694
 (DIR) [8] http://tazlab.de/tickets
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jan Feddersen
 (DIR) Henning Ziegler
       
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