# taz.de -- Campact-Aktivistin über drohende Kürzung: „Der Anspruch auf Hautkrebsvorsorge muss bestehen bleiben“
       
       > Die Bundesregierung plant, die Hautkrebsvorsorge zu streichen. Deshalb
       > ruft Campact am Mittwoch zum Protest auf. Annika Liebert erläutert die
       > Gründe.
       
 (IMG) Bild: Hautkrebs-Früherkennung kann Leben retten
       
       taz: Frau Liebert, [1][Campact] ruft für Mittwochmorgen zu einem Protest in
       Berlin auf. Das Motto lautet: „Keine Kürzung bei der Hautkrebsvorsorge“.
       Was genau haben Sie vor? 
       
       Annika Liebert: Wir planen eine Bild-Aktion vor dem Kanzleramt, weil
       Gesundheitsministerin [2][Nina Warken] ihr Reformpaket ins Kabinett
       einbringt. Unser Ziel ist es, gegen die Schieflage bei den Kürzungen zu
       protestieren – besonders gegen die Streichung der Hautkrebsvorsorge. Dafür
       ziehen wir uns symbolisch aus und tragen Schilder mit nackten Körpern,
       angelehnt an eine Vorsorgeuntersuchung. Darauf stehen Slogans wie
       „Gesundheit muss bezahlbar bleiben“ oder „Frau Warken, sparen Sie uns nicht
       krank“.
       
       taz: Die Hautkrebsvorsorge für alle ab 35 könnte gestrichen werden.
       [3][Ihre Petition dagegen haben 500.000 Menschen unterschrieben]. Warum
       liegt das Thema so vielen so sehr am Herzen 
       
       Liebert: Krebs betrifft viele Menschen – sei es durch eigene Erfahrungen
       oder durch Angehörige. Zudem nehmen die Hautkrebsfälle stark zu. In den
       letzten 20 Jahren hat sich ihre Zahl fast verdoppelt. Die Menschen wollen
       nicht wegsehen.
       
       ## taz: Was wollen Sie konkret mit der Aktion erreichen?
       
       Liebert: Erstens soll die Hautkrebsvorsorge für alle Menschen ab 35 alle
       zwei Jahre erhalten bleiben. Verbesserungen, wie mehr Hinweise für
       Patient*innen oder häufigere Untersuchungen für Risikogruppen, begrüßen
       wir. Aber der Anspruch auf Vorsorge muss für alle bestehen bleiben.
       Zweitens muss Gesundheit bezahlbar bleiben – das betrifft das Krankengeld,
       das Kinderkrankengeld und die Zuzahlungen bei Medikamenten. Und drittens
       fordern wir, dass die Pharmaindustrie einen deutlich stärkeren Beitrag
       leistet. Pharmakonzerne können in Deutschland ihre Preise für neue
       patentgeschützte Medikamente weitgehend selbst bestimmen. Das treibt die
       Kosten im Gesundheitssystem in die Höhe. Hier ließe sich viel Geld sparen.
       
       taz: Was würde passieren, wenn das Hautkrebs-Screening für alle ab 35
       gestrichen wird? 
       
       Liebert: Wenn die Kosten nicht mehr übernommen werden, können sich viele
       die Untersuchung nicht leisten. Wir befürchten, dass weniger Menschen die
       Vorsorge ernst nehmen. Dermatolog*innen warnen bereits davor, dass
       Hautkrebsfälle seltener und vor allem später entdeckt werden. Das bedeutet
       für die Patient*innen belastendere Operationen und mehr Medikamente.
       Studien zeigen, dass das Screening Tumore in frühen Stadien erkennt. Das
       hilft den Patienten – und entlastet langfristig das Gesundheitssystem.
       
       29 Apr 2026
       
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       ## AUTOREN
       
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