# taz.de -- Niedrige Geburtenzahl: Deutschland gehen die Babys aus
> Die Zahl der Geburten ist in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit
> 1946. Und sie wird weiter sinken. Das ist auch eine Folge des Mauerfalls.
(IMG) Bild: Die Krabbelschuhe sind fertig, aber wo sind die Babys?
dpa/taz | Im vergangenen Jahr sind in Deutschland so wenige Babys geboren
worden wie noch nie seit 1946. Die Zahl der Geburten sank zum vierten Mal
in Folge, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Vorläufigen Ergebnissen
zufolge wurden 2025 rund 654.300 Kinder geboren, 3,4 Prozent weniger als im
Jahr zuvor.
Die Zahl der Sterbefälle überstieg 2025 mit rund 1,01 Millionen die Zahl
der Geburten um 352.000 – dies sei das größte Geburtendefizit der
Nachkriegszeit, teilt das Bundesamt mit.
In Deutschland werde die Geburtenzahl künftig selbst unter günstigen
Annahmen voraussichtlich unter dem vergleichsweise hohen Niveau des Jahres
2021 von rund 795.000 geborenen Kindern bleiben, erklärte das Bundesamt.
Dies zeigten [1][Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung].
Die Behörde verwies zum Hintergrund darauf, dass nun die zahlenmäßig
kleinen 1990er-Geburtsjahrgänge in das Alter von Anfang 30 kämen, in dem
häufig die Entscheidung für Kinder falle.
## Spätfolge des Mauerfalls
An der v[2][om Bundesamt im Netz veröffentlichten Bevölkerungspyramide]
lässt sich erkennen, dass die Zahl der Geburten schon seit 5 Jahren
dramatisch zurückgeht. Von den im Jahr 2021 Geborenen gibt es aktuell fast
800.000. Innerhalb von vier Jahren ist die Zahl um fast 20 Prozent
gesunken. Und sie wird laut den Prognosen der Statistiker weiter fallen –
wenn auch nicht mehr ganz so dramatisch wie in den letzten Jahren. Aktuell
wird erwartet, dass es in zehn Jahren nur noch 620.000 Neugeborene geben
wird.
Hauptgrund für diesen außergewöhnlich starken Rückgang ist ein ähnlich
dramatischer Geburtenknick vor rund 35 Jahren. In Folge des Mauerfalls war
die Zahl der Neugeborenen in Ostdeutschland binnen weniger Jahre um
stellenweise bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Aber auch in den
westdeutschen Ländern ist damals die Zahl der Geburten gesunken.
Bei der Geburt eines Kindes sind [3][die Eltern in Deutschland im Schnitt
33 Jahre alt]. Und ziemlich exakt diese 33 Jahre später wiederholt sich
somit der Geburtenknick, weil schlichtweg potenzielle Eltern fehlen.
Das hat schon jetzt dramatische Auswirkungen. In Berlin und vielen
ostdeutschen Städten sind aktuell Kitas in ihrer Existenz gefährdet, weil
sie kaum noch Kinder zum Betreuen finden.
## Mecklenburg-Vorpommern mit größtem Rückgang
Die Entwicklung war wie in den vergangenen Jahren auch 2025 in Deutschland
uneinheitlich. Der Rückgang bei den Geburten war in den östlichen
Bundesländern mit minus 4,5 Prozent stärker als in den westlichen mit minus
3,2 Prozent. Ausschließlich Hamburg meldete laut Bundesamt mit plus 0,5
Prozent einen leichten Anstieg. Den stärksten Rückgang gab es in
Mecklenburg-Vorpommern mit minus 8,4 Prozent.
Auch in anderen europäischen Ländern gab es 2025 weniger Neugeborene,
darunter nach vorläufigen Ergebnissen in Frankreich, Österreich, Italien
und Schweden. In Spanien, den Niederlanden und Finnland zeichne sich
dagegen eine Stabilisierung ab, wie das Bundesamt mitteilt.
28 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Bald-jede-vierte-Person-im-Rentenalter/!6137420
(DIR) [2] https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/#!y=2026
(DIR) [3] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/Tabellen/geburten-eltern-biologischesalter.html
## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
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