# taz.de -- Krieg in Iran: US-Kriegsminister Hegseth ätzt gegen europäische Partner
       
       > Der Krieg gegen Iran sei ein „Geschenk an die Welt“, sagt der
       > Trump-Minister. Zudem wollen die USA prüfen, Nato-Mitglieder wie Spanien
       > abzustrafen.
       
 (IMG) Bild: Verteidigungsminister Hegseth bei einer Pressekonferenz im Pentagon im April
       
       ap/dpa/rtr/taz | US-Kriegsminister Pete Hegseth hat den Krieg gegen den
       Iran als „Geschenk an die Welt“ bezeichnet. Die US-Seeblockade iranischer
       Häfen werde so lange weitergehen wie nötig, um die „mutige und gefährliche“
       Mission der USA zu Ende zu bringen und die Bedrohung für die internationale
       Sicherheit durch den Iran zu beenden, sagte Hegseth am Freitag.
       
       Wie auch schon US-Präsident Donald Trump warf er den europäischen
       Bündnispartnern vor, sie würden „Trittbrett fahren“ und sich illoyal
       verhalten, weil sie mit ihren eigenen Streitkräften nicht zur [1][Öffnung
       der Straße von Hormus] beitrügen. „Wir verlassen uns nicht auf Europa, aber
       sie brauchen die Straße von Hormus viel dringender als wir“, sagte Hegseth.
       
       Die europäischen [2][Beratungen in der vergangenen Woche] über einen
       Marineeinsatz zur Absicherung der Straße von Hormus bezeichnete Hegseth als
       „dumm“. Wörtlich sagte er: „Das sind noch keine ernsthaften Bemühungen.“
       Die Europäer hätten nur darüber geredet, „vielleicht irgendwann etwas zu
       unternehmen, wenn alles erledigt ist.“
       
       In seinem Statement ging Hegseth nicht auf das Planungstreffen ein, bei dem
       sich seit Mittwoch Militärs aus 30 Ländern im britischen
       Militärhauptquartier Northwood in London getroffen hatten. Großbritannien
       und Frankreich wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich
       klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu
       sichern. Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und
       Seeaufklärung.
       
       ## Minenräumung könnte sechs Monate dauern
       
       Über Berichte, dass die Minenräumung in der Straße von Hormus sechs Monate
       in Anspruch nehmen könnte, wolle er auch nicht spekulieren, sagte Hegseth.
       Die Nachrichtenagentur AP hatte berichtet, dass das Pentagon dieses
       Zeitfenster in einem vertraulichen Briefing für Kongressabgeordnete nannte.
       Die USA seien zuversichtlich, alle identifizierten Minen räumen zu können,
       sagte der Pentagonchef und rief andere Staaten dazu auf, sich an einem
       solchen Einsatz zu beteiligen.
       
       Nach Angaben eines Insiders plant die US-Regierung unterdessen,
       Nato-Mitglieder abzustrafen, die das amerikanische Militär nach US-Ansicht
       nicht ausreichend im Irankrieg unterstützt haben. Ein hochrangiger
       Mitarbeiter der Trump-Administration verwies am Freitag auf eine interne
       E-Mail des Verteidigungsministeriums. Darin werde ein möglicher Ausschluss
       des besonders widerborstigen Nato-Partners Spanien aus dem westlichen
       Militärbündnis erörtert. Zudem werde der britische Anspruch auf die
       Falklandinseln im Südatlantik infrage gestellt.
       
       Die Nato sieht in ihren Statuten keine Möglichkeit des Ausschlusses eines
       Mitglieds vor. Kern des Nato-Vertrages ist der sogenannte Bündnisfall.
       Demnach verpflichten sich die Nato-Mitglieder ‌zu einer gemeinsamen
       Verteidigung, sollte einer der Mitgliedsstaaten angegriffen werden. Da die
       USA gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen und damit den Krieg ausgelöst
       haben, kann damit nicht der Bündnisfall ausgelöst werden.
       
       ## Drohnen treffen Militärposten an Kuwaits Nordgrenze
       
       Ungeachtet [3][der eigentlich geltenden Waffenruhe] sind am Freitag zwei
       mit Sprengstoff beladene Drohnen in Militärstellungen an Kuwaits Nordgrenze
       eingeschlagen. Es gebe Schäden, jedoch keine Verletzten, teilte das
       kuwaitische Militär auf der Plattform X mit. Die Drohnen seien aus
       irakischer Richtung gekommen und hätten zwei Grenzposten getroffen, hieß es
       weiter. Kuwaits Militär bezeichnete den Vorfall als „kriminellen Akt der
       Aggression“.
       
       Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat zu Eskalationen in der
       gesamten Region in Nahost und der arabischen Halbinsel geführt. Kuwait
       hatte im Zuge dessen bereits vorher eine Reihe von Luftschlägen auf den
       Energiesektor und zivile Einrichtungen gemeldet.
       
       Die Angriffe erfolgen dabei auch aus seinem Nachbarland Irak, wo Milizen
       Teheran im Kampf unterstützen und Attacken im Irak selbst und seinen
       Nachbarländern verüben. Im Irankrieg gilt aktuell eine Waffenruhe. Es ist
       der zweite derartige Vorfall in Kuwait seit Beginn der Feuerpause.
       
       24 Apr 2026
       
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