# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Staatsmedien: Drohnen waren Grund für Aktivierung der Luftabwehr
> Am Donnerstagabend meldeten Staatsmedien Explosionen in der iranischen
> Hauptstadt. Laut einer iranischen Agentur wurde der Luftalarm durch
> Drohnen ausgelöst.
(IMG) Bild: Schiffeversenken: US-Präsident Donald Trump
## Iranische Agentur: Drohnen waren Grund für Aktivierung der Luftabwehr
Die iranische Agentur Fars zitiert einen ihrer Reporter mit den Worten, die
Aktivierung der Luftabwehr am Abend sei darauf zurückzuführen gewesen, dass
an verschiedenen Orten im Iran kleine Drohnen am Himmel entdeckt worden
seien. (rtr)
## Sicherheitskreise: Israel greift den Iran im Moment nicht an
Nach Explosionen in Teheran haben israelische Sicherheitskreise erklärt,
dass Israel den Iran derzeit nicht angreife. „Israel greift den Iran im
Moment nicht an“, hieß es am Donnerstagabend aus den Sicherheitskreisen.
Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass in der Hauptstadt Explosionen
zu hören gewesen und das Luftabwehrsystem aktiviert worden seien. (afp)
## Iranische Medien melden Explosionen in Teheran
Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe mit den USA sind in Teilen der
iranischen Hauptstadt Teheran Medienberichten zufolge Explosionen zu hören
gewesen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete am Donnerstag
zudem, dass im Westen Teherans „das Geräusch von Luftabwehrfeuer“ zu hören
gewesen sei. Die Nachrichtenagentur Mehr meldete, das Abwehrsystem sei in
mehreren Teilen der Hauptstadt gegen „feindliche Ziele“ aktiviert worden.
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag eine zweiwöchige Waffenruhe im
Iran-Krieg auf vorerst unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffenruhe gelte so
lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege
und „die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden“,
sagte Trump. Ob es demnächst neue Verhandlungen zwischen Teheran und
Washington gibt, ist unklar. (afp)
## Israel bereit für Wiederaufnahme des Iran-Kriegs
Israel ist laut Verteidigungsminister Israel Katz „bereit, den Krieg gegen
den Iran wieder aufzunehmen“. Israel warte auf grünes Licht aus den USA,
sagte er nach Angaben seines Büros vom Abend bei einer Lagebeurteilung. Die
Ziele seien bereits festgelegt. Es gehe vor allem darum, „die
Chamenei-Dynastie“ endgültig zu zerschlagen, wichtige Energie- und
Stromanlagen sowie die nationale wirtschaftliche Infrastruktur zu
zerstören. Katz sprach davon, den Iran „in die Steinzeit“
zurückzuversetzen. (dpa)
## Trump: „Shoot and kill any boat“
US-Präsident Donald Trump hat mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote
in der Straße von Hormus gedroht. „Ich habe die US-Marine angewiesen, jedes
Boot, so klein es auch sein mag, das Minen in den Gewässern der Straße von
Hormus auslegt, zu beschießen und zu töten“, schrieb Trump am Donnerstag
auf seiner Plattform Truth Social. „Es darf kein Zögern geben.“ Alle 159
iranischen Kriegsschiffe lägen bereits auf dem Meeresgrund, betonte Trump.
„Darüber hinaus räumen unsere Minensuchboote die Straße gerade in diesem
Moment“, schrieb Trump weiter. Diese Aktivitäten sollten mit dreifacher
Intensität fortgesetzt werden. In einem weiteren Post auf seiner Plattform
behauptete er am Donnerstag: „We have total control over the Strait of
Hormuz.“ (ap/taz)
## Geld machen mit Schiffswegelagerei
Teheran hat auf der anderen Seite laut einem hochrangigen Vertreter
erstmals Einnahmen aus seinen für die Durchfahrt der Straße von Hormus
erhobenen Gebühren erhalten. „Die ersten Einnahmen aus den Mautgebühren für
die Straße von Hormus wurden auf das Konto der Zentralbank eingezahlt“,
erklärte der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidresa Hadschibabaei
am Donnerstag, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Details zu den Zahlern, dem Zeitpunkt oder der Höhe nannte er nicht. Der
Chef der iranischen Justiz, Gholamhossein Mohseni-Edschei, erklärte, die
Verantwortlichen der angegriffenen Handelsschiffe seien „zur Rechenschaft
gezogen“ worden. Iranische Schnellboote und Marinedrohnen suchten in
Meereshöhlen vor einer Insel nahe der Mündung der Meerenge Schutz und
hielten die US-Marine davon ab, sich zu nähern.
Das Staatsfernsehen veröffentlichte am Donnerstag ebenfalls ein Video, das
die Erstürmung eines riesigen Frachtschiffs durch iranische Spezialkräfte
am Tag zuvor zeigt. In den Aufnahmen ist zu sehen, wie maskierte Soldaten
in einem grauen Schnellboot an die „MSC Francesca“ heranfahren, über eine
Strickleiter zu einer Luke im Rumpf klettern und mit gezückten Gewehren an
Bord springen. Das mit dramatischer Musik unterlegte und unkommentierte
Video zeigt zudem ein weiteres Schiff, die „Epaminondas“. Der Iran
erklärte, beide Schiffe gekapert zu haben, und warf ihnen vor, die Meerenge
ohne Genehmigung durchqueren zu wollen. (rtr/afp)
## Fünf Hinrichtungen in Iran innerhalb weniger Tage
Die Serie an Hinrichtungen in Iran dauert an. Wie das Justizportal Misan
Online berichtete, wurde am Donnerstagmorgen (Ortszeit) ein Mann
exekutiert. Die iranische Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem
israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und Mitgliedschaft in einer
Oppositionsgruppe zur Last gelegt.
Davor waren seit Montag bereits vier Exekutionen durchgeführt worden. Ein
Todesurteil wurde im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar
vollstreckt. Drei weitere Männer wurden nach Spionagevorwürfen
hingerichtet.
Menschenrechtler sprachen bei zwei von ihnen von politischen Gefangenen,
die den oppositionellen Volksmudschaheddin angehört haben sollen. Die
Exilgruppe ist in Iran verboten; sie hat sich zum Ziel gesetzt, das
Herrschaftssystem in Iran zu stürzen. Im vergangenen Jahr wurden nach
Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mindestens 1.639
Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. (dpa)
## Trump rühmt sich der angeblichen Verhinderung von Hinrichtungen in Iran
Zuvor hatte sich US-Präsident Trump damit gebrüstet, dass Iran auf seine
Bitte hin die geplante Hinrichtung von acht zum Tode verurteilten Frauen
gestoppt habe, die wegen regierungskritischer Proteste festgenommen worden
waren. „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Iran und seine Führung meine
Forderung als Präsident der USA respektiert und die geplanten Hinrichtungen
ausgesetzt hat“, schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth
Social.
Iran wies zurück, eine Hinrichtung der Frauen geplant zu haben, und
bezichtigte Trump der Verbreitung von „Falschmeldungen“. Einige der Frauen,
die angeblich kurz vor der Hinrichtung stünden, seien freigelassen worden.
Andere verbüßten lediglich eine Gefängnisstrafe.
Trump habe „nichts vorzuweisen“, erklärte Misan Online auf X. Dies habe ihn
dazu „veranlasst, auf Falschmeldungen basierende Erfolge zu erfinden“. Die
Behauptung habe sich „als Lüge“ herausgestellt, hieß es am Mittwoch.
Dennoch habe Trump behauptet, „die Todesurteile gegen acht protestierende
Frauen, die heute Nacht in Iran hingerichtet werden sollten, seien
aufgehoben worden“. (afp)
## US-Militär: Mehr als 30 Schiffe von US-Blockade betroffen
Unterdessen geht die Blockade der Straße von Hormus auf beiden Seiten
weiter. Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der
US-Blockade iranischer Häfen betroffen. Das für den Nahen Osten zuständige
Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte am Donnerstag (Ortszeit) mit,
seine Kräfte hätten im Nahen Osten „31 Schiffe angewiesen, umzukehren oder
in den Hafen zurückzukehren“.
Die [1][Angriffe Iranischer Revolutionsgarden auf drei Schiffe in der
Straße von Hormus] am Mittwoch wertete die US-Regierung nicht als Verstoß
gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe, weil es sich nicht um
US-amerikanische oder israelische Schiffe handelte, wie das Weiße Haus am
Mittwoch mitteilte. (ap)
## Waffenruhe soll nur noch wenige Tage dauern
Zugleich gibt US-Präsident Donald Trump Iran laut Berichten nur noch wenige
Tage Zeit für einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges. Trump sei
willens, [2][die derzeitige Waffenruhe] um drei bis fünf Tage zu
verlängern, melden das US-Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News
unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten des Weißen
Hauses.
Trumps am Dienstag verkündete Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur
für einen kurzen Zeitraum gedacht. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte
zu Journalisten, Trump habe Teheran keine Frist für die Vorlage eines
Vorschlags gesetzt. Er sei es aber, der den Zeitplan vorgebe.
Iran sieht das anders. Die „Verliererseite kann die Bedingungen nicht
diktieren“, schrieb ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher
Ghalibaf auf X. (dpa)
## Mullah-Sender: „Das Atomthema ist effektiv vom Tisch“
Iran weigert sich zudem, überhaupt über die Atomfrage mit den USA zu
sprechen. Iran habe in den vergangenen Jahrzehnten gelernt, unter maximalem
Sanktionsdruck zu überleben, tönte der regierungstreue iranische Sender
Press TV. „Selbst wenn die Blockade morgen aufgehoben würde, würde Iran
sich weiterhin weigern, an Gesprächen teilzunehmen, solange der Feind
darauf besteht, die Atomfrage anzusprechen“, hieß es. „Das Atomthema ist
effektiv vom Tisch“. (dpa)
## Laschet watscht Europa ab
Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet sieht Europa im Nahostkonflikt als
völlig einflusslos an. Er bezeichnete die Lage in der Region als desaströs,
da zentrale Probleme ungelöst seien. „Das Atomprogramm ist immer noch da“,
sagte Laschet im Podcast „Berlin Playbook“ von Politico laut einem
Vorabbericht. Auch hoch angereichertes Uran und ballistische Raketen gebe
es weiterhin, zudem sei ein Regierungswechsel in Iran ausgeblieben.
„Vor dem Krieg, im Krieg und auch in den Fragen der
Waffenstillstandsverhandlungen wissen wir nicht einmal, was die Amerikaner
überhaupt verhandeln“, erklärte der CDU-Politiker. Kurzfristig bleibe den
Europäern nur eine unterstützende Rolle, etwa bei einer möglichen künftigen
Minenräumung in der Straße von Hormus nach einer Einigung zwischen den USA
und Iran. Gleichzeitig sieht Laschet jedoch Chancen für eine stärkere
sicherheitspolitische und wirtschaftliche Bindung arabischer Staaten an
Europa. (rtr)
23 Apr 2026
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