# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Ölpreise steigen, Verbraucherstimmung sinkt
> Die schwachen Konjunkturerwartungen infolge des Iran-Kriegs
> verschlechtern die Konsumstimmung in Deutschland. Der Ölpreis zieht zu
> Wochenbeginn an.
(IMG) Bild: Kaufen? Nicht kaufen? Erstmal abwarten
## Verbraucherstimmung in Deutschland sinkt weiter
Die Erwartungen einer schwachen Konjunktur und steigender Preise infolge
des Iran-Kriegs haben die Konsumstimmung in Deutschland deutlich
verschlechtert. Der Konsumklima-Index für Mai sank um 5,2 Punkte auf minus
33,3 Punkte, wie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) am
Montag mitteilte. Dies sei der niedrigste Wert seit 2023.
„Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation
regelrecht ein“, erläuterte Konsumexperte Rolf Bürkl. „Und vor diesem
Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere
Anschaffungen derzeit als weniger günstig.“ Die Inflationsrate war im März
vor allem wegen der Verteuerung der Energiepreise auf 2,7 Prozent
geklettert.
Das Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der
Verbraucherinnen und Verbraucher, welches wiederum eine wichtige Säule der
konjunkturellen Entwicklung in Deutschland ist. Das NIM führt dafür
monatlich Interviews mit Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie werden nach
ihrer Konjunktur- und Einkommenserwartung, ihrer Anschaffungs- und
Sparneigung gefragt. Für die aktuelle Erhebung wurden vom 2. bis 13. April
rund 2.000 Menschen befragt. (afp)
## Teheran legt den USA offenbar neuen Vorschlag vor
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist für Gespräche mit dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Iran-Krieges in
Sankt Petersburg eingetroffen. Araghtschi sei am „frühen Montagmorgen“ in
der zweitgrößten russischen Stadt angekommen, teilte die iranische
staatliche Nachrichtenagentur Irna im Onlinedienst Telegram mit. Einem
US-Medienbericht zufolge legte Teheran in den stockenden
Friedensverhandlungen mit den USA einen neuen Vorschlag vor.
Der iranische Botschafter in Moskau, Kasem Dschalali, erklärte im
Onlinedienst X, in seinem „diplomatischen Dschihad mit dem Ziel, die
Interessen des Landes voranzubringen, und unter Bedrohungen von Außen“
werde Araghtschi mit Putin beraten. Die iranische Nachrichtenagentur Isna
berichtete, bei Araghtschis Gesprächen mit russischen Regierungsvertretern
gehe es um „den Stand der Verhandlungen, die Waffenruhe und damit
zusammenhängende Entwicklungen“.
Die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass bestätigte das geplante
Treffen zwischen Putin und Araghtschi unter Berufung auf Kreml-Sprecher
Dmitri Peskow.
Araghtschi hatte am Samstag und am Sonntag Gespräche mit
Regierungsvertretern in Pakistan geführt, das in den Bemühungen um ein Ende
des Iran-Kriegs als Vermittler auftritt. Dazwischen war der iranische
Außenminister für einen Kurzbesuch nach Oman geflogen. US-Präsident Donald
Trump hatte eine Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner
zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad am Samstag kurzfristig
abgesagt.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete am Sonntag, der Iran habe
über den Vermittler Pakistan „schriftliche Nachrichten“ an die US-Regierung
übermittelt. Darin gehe es um „rote Linien der Islamischen Republik Iran,
darunter Atom-Fragen und die Straße von Hormus“. Diese Nachrichten seien
jedoch nicht Gegenstand der offiziellen Verhandlungen, hieß es bei Fars
weiter. (afp)
## Irans Außenminister zu Gesprächen mit Putin in Russland eingetroffen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist iranischen Medienberichten
zufolge in Russland eingetroffen. Dort wird er Gespräche mit dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin führen. (rtr)
## Ölpreise steigen weiter
[1][Die Ölpreise] haben am Montag wegen stockender Friedensgespräche
zwischen den USA und Iran erneut deutlich angezogen. Die Nordseesorte Brent
verteuerte sich um gut zwei Prozent auf 107,49 Dollar pro Barrel. Der Preis
für die US-Sorte WTI stieg um knapp zwei Prozent auf 96,17 Dollar. Die
Hoffnungen auf erneute Friedensbemühungen hatten am Wochenende einen
Dämpfer erhalten: US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise
seiner Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Islamabad ab, obwohl
der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bereits in Pakistan
eingetroffen war.
Trump forderte Iran danach auf, bei Verhandlungsbedarf den Kontakt zu
suchen. Einem Medienbericht zufolge hat das Land nun einen neuen Vorschlag
zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges gemacht.
Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden,
berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen
US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Die Regierung in Teheran
hat die strategisch wichtige Straße von Hormus weitgehend gesperrt,
während Washington eine Blockade gegen iranische Häfen verhängt hat. Der
Schiffsverkehr in der Region bleibt stark eingeschränkt.
Bereits in der Vorwoche hatten Brent und WTI mit einem Plus von fast 17
beziehungsweise 13 Prozent die größten wöchentlichen Gewinne seit
Kriegsbeginn verzeichnet. Angesichts der geringeren Fördermenge im Nahen
Osten hob die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Ölpreis-Prognosen für
das vierte Quartal an. Die Großbank erwartet nun einen Preis von 90
Dollar pro Barrel für Brent und 83 Dollar für WTI. Die wirtschaftlichen
Risiken seien größer, als das Basisszenario für Rohöl allein vermuten
lasse, erklärten Analysten. Gründe dafür seien ungewöhnlich hohe Preise für
raffinierte Produkte sowie die Gefahr von Engpässen. Die Experten gehen
davon aus, dass sich die Exporte der Golfstaaten durch die Straße von
Hormus erst bis Ende Juni normalisieren werden. (rtr)
## Iraner sorgen sich um Zukunft
Die ins Stocken geratenen Verhandlungsbemühungen zwischen Washington und
Teheran um ein Kriegsende bereiten den Menschen in Iran zunehmend Sorgen.
„Die Lage hier ist wirklich sehr, sehr kritisch“, sagte ein Bewohner
Teherans mit Blick auf die Zukunft. „Entweder gibt es wieder Krieg, oder es
gibt keinen Krieg und das Regime bleibt. Oder am allerschlimmsten: Krieg
und Regime bleiben trotz allem.“ Der Mann wollte aus Furcht vor möglichen
Vergeltungsmaßnahmen der Sicherheitsbehörden der Islamischen Republik nicht
namentlich genannt werden.
Am Wochenende waren die jüngsten Bemühungen des Vermittlers Pakistan
geplatzt, Vertreter Irans und der USA erneut an den Verhandlungstisch zu
bringen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi war seit Freitag
zweimal in Islamabad, US-Präsident Donald Trump aber blies die geplante
Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohnes Jared
Kushner dorthin kurzfristig ab. Er begründete dies auch mit einem
inakzeptablen Vorschlag Irans.
Araghtschi wollte den Vermittlern am Sonntag bei einem Kurzbesuch erneut
die iranischen Bedingungen für eine Beendigung des Krieges übermitteln, wie
die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Zu diesen zählen demnach unter anderem die sofortige Aufhebung der
US-Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für
die Straße von Hormus. Zudem fordert Teheran Kriegsentschädigungen und
Garantien, dass es zu keiner erneuten militärischen Aggression gegen die
Islamische Republik kommen wird. Den Atomstreit hingegen wolle Iran nicht
auf die Verhandlungsagenda setzen, hieß es weiter. Gerade Letzteres ist
aber einer der wichtigsten Punkte für Washington. (dpa)
## Iran macht Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus
Iran hat den USA einem Medienbericht zufolge offenbar einen neuen Vorschlag
zur Öffnung der Straße von Hormus und zur Beendigung des Krieges gemacht.
Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden,
berichtet das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen
US-Regierungsvertreter und zwei weitere Insider. Demnach solle zunächst die
Seeblockade aufgehoben werden. Verhandlungen über das iranische
Atomprogramm würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. (rtr)
## Gespräche im Oman auch über sicheren Transit
Bei den Gesprächen im Oman geht es nach Angaben des iranischen
Außenministers Abbas Araghtschi auch um die Sicherheit in der [2][Straße
von Hormus]. Es werde über Wege beraten, einen sicheren Transit durch die
wichtige Meerenge zu gewährleisten, teilt der Minister auf der Plattform
X mit. (rtr)
## Israelischer Soldat im Südlibanon getötet
Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Angaben der israelischen Armee
ein israelischer Soldat getötet worden. Fünf weitere Soldaten und ein
Offizier seien verletzt worden, vier von ihnen schwer, erklärte ein
Militärsprecher am Sonntag.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldete derweil 14 Tote bei
israelischen Angriffen am Sonntag. Es handelte sich um die meisten
Todesopfer an einem Tag seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen
Israel und dem Libanon am 17. April. Die Feuerpause war am vergangenen
Donnerstag um drei Wochen verlängert worden.
Unter den Toten waren nach Angaben aus Beirut zwei Kinder und zwei Frauen.
Zudem seien 37 weitere Menschen verletzt worden. Damit stieg die Zahl der
Todesopfer bei israelischen Angriffen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe
auf mindestens 36, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der
Grundlage von Zahlen des libanesischen Gesundheitsministeriums ergab.
Der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge griffen
israelische Kampfflugzeuge das Dorf Kfar Tibnit an. Bei einem Angriff auf
das Dorf Sautar al-Scharkijah wurden eine Moschee und ein weiteres
religiöses Gebäude zerstört. Zudem griff die israelische Armee NNA zufolge
weitere Dörfer in der Nähe der Grenze zwischen beiden Ländern an.
Die israelische Armee erklärte ihrerseits, sie habe „Raketen abfeuernde
Terrorzellen und Waffenlager“ angegriffen, nachdem zuvor „Artillerie- und
Luftangriffe auf Terroristen und militärische Infrastrukturanlagen“
ausgeführt worden seien.
Israel behält sich trotz der Waffenruhe vor, weiterhin gegen „geplante,
unmittelbar bevorstehende oder laufende Angriffe“ der pro-iranischen
Hisbollah-Miliz vorzugehen und greift immer wieder Ziele im Süden des
Libanon an. (afp)
## Irans Präsidialamt verteidigt Internetsperren
In Iran sieht sich das Präsidialamt nach massiver Kritik an den
[3][Internetsperren im Land] zu einer Verteidigung der Maßnahmen gezwungen.
„Auch der Präsident (Massud Peseschkian) ist strikt gegen eine
eingeschränkte Internetnutzung für die Bevölkerung“, behauptet die
Pressestelle des Präsidialamts auf der Plattform X. Das Projekt „Pro
Internet“ – so werden die Einschränkungen in der Islamischen Republik
genannt – sei nicht dauerhaft, sondern lediglich eine vom Sicherheitsrat
verhängte vorübergehende Maßnahme in der aktuellen Kriegssituation, hieß es
weiter. Nach Ende der Konflikte werde der reguläre Zugang für alle Bürger
wiederhergestellt.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar ist der Zugang zum Internet in
der Islamischen Republik nahezu vollständig gesperrt. Der Zugriff ist
seither auf das sogenannte „nationale Internet“ beschränkt, in dem
ausschließlich vom Staat genehmigte Webseiten verfügbar sind. Millionen
Iraner haben seit Beginn der Sperre daher praktisch keinen Kontakt mehr zu
Angehörigen im Ausland. Auch wirtschaftlich sind die Folgen erheblich. Vor
allem rund eine Million Online-Händler leiden unter der Blockade.
Zugleich können staatliche Institutionen, Anhänger des Machtapparats sowie
Medien weiterhin weitgehend ungehindert das Internet nutzen: Das staatliche
Projekt „Pro Internet“ gewährt bestimmten Berufsgruppen und staatlich
ausgewählten Personen Zugang. Es sorgt landesweit für Empörung. Kritiker
bezeichnen es als „Zweiklassen-Internet“ und klare Diskriminierung der
normalen Bürgerinnen und Bürger gegenüber politisch und wirtschaftlich
privilegierten Gruppen.
Offiziell begründet der Staat die Sperren mit sicherheitsrelevanten
Gründen. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass das autoritäre islamische
System vor allem verhindern wollte, dass Berichte, Bilder und Videos über
das tatsächliche Ausmaß der Kriegsschäden sowie über die wahre Stimmung im
Land in sozialen Medien verbreitet werden. (dpa)
## Trump setzt auf Telefonkontakt mit Iran
US-Präsident Donald Trump hat ein Telefongespräch zwischen amerikanischen
und iranischen Vertretern angeregt. Trump sagte am Sonntag dem Sender Fox
News, er habe diese Entscheidung getroffen, anstatt eine Delegation auf
einen 17-stündigen Flug nach Pakistan zu schicken.
„Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Wenn sie reden wollen, können sie zu
uns kommen – oder sie können uns anrufen“, sagte Trump, ohne jedoch
anzudeuten, wann ein solches Gespräch stattfinden könnte. Der US-Präsident
hatte am Wochenende eine geplante Reise seiner Gesandten Jared Kushner und
Steve Witkoff zu weiteren Gesprächen mit der iranischen Seite in Islamabad
abgesagt. Teheran hatte zuvor angedeutet, an solchen Treffen nicht
teilnehmen zu wollen.
Auf die Nato angesprochen, äußerte sich Trump „sehr, sehr enttäuscht“ über
das Verteidigungsbündnis. Er hatte bereits erklärt, dass die USA einen
Austritt aus der Allianz in Erwägung ziehen könnten, nachdem die
Mitgliedsstaaten seinen Appell um Hilfe bei der Öffnung der von Iran
blockierten Straße von Hormus ignoriert hatten. „Wir stehen ihnen seit
vielen Jahren zur Seite und haben Billionen Dollar ausgegeben; doch als wir
Hilfe benötigten, waren sie nicht zur Stelle – das dürfen wir nicht
vergessen“, sagte Trump. (ap)
27 Apr 2026
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