# taz.de -- Schah-Sohn Reza Pahlavi in Berlin: Der Prinz, der sich zum Narren machte
       
       > Pahlavi wollte sich der deutschen Presse als fähigen Staatsmann
       > präsentieren. Seine Redezeit nutzte er, die Journalisten vor den Kopf
       > zu stoßen.
       
 (IMG) Bild: Anhänger der Monarchie empfangen Reza Pahlavi in berlin, 23. April 2026
       
       Der iranische Exilaktivist und Schah-Sohn Reza Pahlavi wurde am
       Donnerstagmorgen [1][enthusiastisch in Berlin empfangen] – zumindest von
       seinen eigenen Anhängern, die ihn bei seiner Ankunft in der
       Bundespressekonferenz bejubelten. Die deutsche Bundesregierung [2][empfing
       den Möchtegern-Monarchen hingegen gar nicht]. Für sie ist Pahlavi offenbar
       nicht einmal relevant genug, um eine halbe Stunde für ihn freizuschaufeln.
       
       Das ist nicht verwunderlich. Denn es sieht leider nicht so aus, [3][als
       würde das iranische Mullah-Regime bald fallen] – trotz der massiven
       US-israelischen Bombenangriffe, die nicht nur dem ehemaligen [4][Ajatollah
       Seyyed Ali Chamenei töteten], sondern auch die iranische Infrastruktur
       schwer beschädigten. Auch die US-Regierung, die den Schah-Sohn zumindest
       vor dem Krieg noch als möglichen Ajatollah-Nachfolger ins Spiel brachte,
       hat längst das Interesse an ihm verloren. Schon vor einigen Wochen äußerte
       der US-Präsident Zweifel, ob der Iraner für den Job geeignet sei – treffen
       wollte er ihn ebenfalls nicht. Als potenzieller Übergangsregent spielt Reza
       Pahlavi damit, wenn überhaupt, nur noch für seine Fans eine Rolle.
       
       Was genau der Aktivist mit seinem Besuch in der Bundespressekonferenz
       bezwecken wollte, bleibt unklar. Sollte es ein Versuch gewesen sein, sich
       bei der deutschen Presse beliebt zu machen oder sich als fähigen Staatsmann
       zu präsentieren, so ist er damit kläglich gescheitert. Den Großteil seiner
       Redezeit verwendete Pahlavi darauf, die anwesenden Journalist*innen zu
       belehren, wie sie ihren Job zu machen hätten.
       
       Zunächst warf er der deutschen Presse vor, sie berichte nicht genug über
       die Situation im Iran, falle auf Regime-Propaganda herein und erwecke den
       Eindruck, sie lebe „auf einem anderen Planeten“. Dann folgte im selben
       vorwurfsvollen Ton eine Reihe von Ratschlägen: „Gehen Sie raus und finden
       Sie die Fakten heraus“, „Seien Sie investigativer“, „Reden Sie mal mit
       iranischen Aktivisten.“ Das kommt bei Journalist*innen bekanntlich
       immer besonders gut an.
       
       Auch auf inhaltliche Fragen – etwa, wie er sich einen Regimewechsel hin zu
       einer Übergangsregierung unter den gegenwärtigen Umständen konkret
       vorstellt – blieb er Antworten schuldig. Das Regime sei so schwach wie nie,
       europäische Staaten sollten keine Gespräche mehr mit den Mullahs führen,
       die persische Nation habe sich in ihrer jahrtausendealten Geschichte immer
       wieder von Besatzern befreit. [5][Konkrete Lösungsvorschläge fehlten].
       
       Der Prinz, der König werden will, hat sich der Presse am Donnerstag eher
       als Hofnarr präsentiert – einer, der nicht mal mehr einen Hof hat, der ihn
       einberufen will.
       
       23 Apr 2026
       
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