# taz.de -- Iran-Demonstrationen in Berlin: Retter – oder doch Mittäter?
       
       > Am Donnerstag besuchte Oppositionspolitiker Reza Pahlavi Berlin. Auf
       > mehreren Demonstrationen wurde er begrüßt – oder abgelehnt.
       
 (IMG) Bild: Markiert mit roter Farbe: Reza Pahlavi nach der Bundespressekonferenz
       
       „Lang lebe der Sohn vom Schah, Freiheit für Iran, sei die Stimme für die
       Gefangenen und den Menschen in Iran!“, rufen Protestierende auf Persisch
       mit Trommeln und Musik auf der Pro-Pahlavi-Demonstration auf der
       Bundestagswiese. „Hoch die internationale Solidarität!“, brüllen die
       Gegendemonstranten vor dem Brandenburger Tor.
       
       Seit dem Donnerstagvormittag fanden mehrere Demonstrationen für und gegen
       den Sohn des ehemaligen Schahs, Reza Pahlavi, statt, der in Berlin auf der
       Bundespressekonferenz zu Besuch war.
       
       Zur Demonstration „Unterstützung für Prinz Reza Pahlavi von EU und
       Deutschland“ sind nach übereinstimmenden Berichten im Verlauf des Tages
       knapp 10.000 Menschen* gekommen. Sie fordern von der Bundesregierung, die
       Verbindungen zum Mullah-Regime zu stoppen und Pahlavi als neues
       Staatsoberhaupt anzuerkennen.
       
       Die Gegenseite fordert die Schließung der amerikanischen Militärbasen in
       Deutschland und einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel. Nach
       Polizeiangaben wurden 100 Menschen angemeldet.
       
       ## „Der Sohn des Schahs ist die Stimme Irans“
       
       Vor der Bühne der Pahlavi-Kundgebung mischen sich deutsche und israelische
       Flaggen unter die vielen iranischen. Ein kleiner Junge mit
       US-amerikanischer Flagge steht vor der Absperrung der Demonstration. An
       seiner Seite ein Mann, auf dessen T-Shirt „MIGA: Make Iran Great Again“
       steht. Daneben ein Foto des Schahs.
       
       „Wir demonstrieren gegen das iranische Regime und möchten unseren
       Kronprinzen unterstützen“, erzählt ein älterer Mann mit Anzug, blauer
       Krawatte und einem Anstecker, der die Umrisse Irans in seinen
       Nationalfarben zeigt. Er spricht davon, dass die Iraner*innen sich ein
       Königreich und eine Demokratie wünschen.
       
       „Ich bin als iranisches Flüchtlingskind mit acht Jahren nach Deutschland
       gekommen“, schildert eine Frau mit Deutschlandflagge auf der Demo. „Der
       Iran muss frei sein und Pahlavi hat mein vollstes Vertrauen. Er ist ein
       richtiger Demokrat.“ Ihrer Meinung nach will Iran nicht mehr an der
       Vergangenheit festhalten. „Pahlavi macht nicht die gleichen Fehler wie sein
       Vater.“ Auch er habe aus dessen Vergangenheit gelernt, so ihre Überzeugung.
       
       Ein Redner sagt, dass Reza Pahlavi die Stimme Irans sei. Er wolle der
       deutschen Regierung klar machen, dass die Zivilisten in Iran Unterstützung
       bräuchten. Mit der Demo möchten sie mehr Druck auf die deutsche Regierung
       ausüben. Die Zivilbevölkerung leide unter dem Terrorregime. „Junge Menschen
       sind für die Demokratie auf die Straße gegangen und sollen nun hingerichtet
       werden, und auch deswegen sind wir heute auf der Straße.“
       
       ## „Pahlavi ist eine Witzfigur“
       
       Auch vor dem Bundestag sind iranische Flaggen zu sehen und Trommeln zu
       hören. Männer und Frauen mit Kufiyas, und ein Bild, wie Pahlavi einen Schuh
       küsst, auf dem eine amerikanische Flagge zu sehen ist. „Die Zivilisten in
       Iran haben sich auf Brücken gestellt, als die USA damit gedroht haben, die
       Infrastruktur zu bombardieren“, ruft ein Sprecher der Veranstalter.
       
       Sie sind heute hier und fordern die Schließung von US-Militärbasen in
       Deutschland und fordern einen Stopp der Sanktionen gegen Iran. „Wir wollen
       ein klares Signal gegen den rechtswidrigen Krieg von Israel und den USA,
       den Deutschland mit unterstützt, setzen“, sagt der Sprecher.
       
       „Ich will einfach nur, dass meine Menschen nicht mehr zerbombt werden“,
       sagt eine Frau mit einer iranischen Flagge in der Hand und geht weiter.
       
       „Iran ist unser geliebtes Land. Israel und die USA sollen einfach ihre
       Hände davon lassen“, fordert eine andere Frau, die ein Schild mit der
       Aufschrift „Kein Platz für Faschisten. Pahlavi raus“ in der Hand hält. Sie
       spricht darüber, dass Pahlavi seit Jahren nicht mehr in Iran war. Woher
       solle er wissen, was die Menschen bräuchten. „Er hat sich versteckt und
       jetzt will er regieren, das wollen die Menschen in Iran nicht“, sagt sie.
       
       *In einer ersten Version war zunächst von 1.000 Menschen die Rede. Im
       Verlauf der Versammlung wurden es jedoch deutlich mehr.
       
       23 Apr 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Albertina Pangula
       
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