# taz.de -- Hegseths Kreuzzug gegen Impfpflicht: Grippe-Impfung beim US-Militär künftig freiwillig
> „Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen“ seien nicht
> verhandelbar, sagt Pentagon-Chef Hegseth. Kritiker warnen vor
> Grippewellen in den Streitkräften.
(IMG) Bild: Stellt wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfung in Abrede: Verteidigungsminister Pete Hegseth vor Soldaten
dpa | Das US-Verteidigungsministerium schafft die verpflichtende
Grippeschutzimpfung für Soldaten ab und beruft sich dabei unter anderem auf
religiöse Gründe. „Dein Körper, dein Glaube und deine Überzeugungen sind
nicht verhandelbar“, betonte Pentagon-Chef Pete Hegseth, der sich selbst
als Kriegsminister bezeichnet, in einer Videobotschaft an die Truppe. Für
Soldaten sei die Grippeschutzimpfung deshalb künftig nur noch optional.
Damit wird eine nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführte und unter
republikanischen wie demokratischen Regierungen jahrzehntelang
aufrechterhaltene Regel gekippt.
„Unsere neue Linie ist einfach: Wenn Du – als amerikanischer Krieger, dem
die Verteidigung dieses Landes anvertraut wurde – glaubst, dass die
Grippeimpfung in deinem Interesse ist, kannst du sie bekommen; solltest du
auch. Aber wir werden dich nicht zwingen“, sagt Hegseth in dem Video.
Während der Coronapandemie habe die Vorgängerregierung „Männer und Frauen
in Uniform gezwungen, sich zwischen ihren Überzeugungen und ihrem Land zu
entscheiden, auch wenn diese Entscheidungen keine Bedrohung für unsere
militärische Einsatzbereitschaft darstellten“. Diese „Ära des Verrats“ sei
nun vorbei.
## „Hegseths Entscheidung ist fahrlässig“
Kritiker halten den Kurswechsel des Ministers, der vielen als religiöser
Eiferer gilt, für einen schweren Fehler. „Hegseths Entscheidung ist
fahrlässig und setzt unsere militärische Einsatzbereitschaft aufs Spiel“,
warnte der demokratische Abgeordnete Jason Crow, der einst in Irak und
Afghanistan kämpfte. Der Armyveteran Richard Ricciardi, der heute als
Uni-Professor Gesundheitskurse gibt, sagte dem US-Sender CNN: „Im Militär
sind Impfungen kein politisches Theater, sondern dienen dem Schutz der
Truppe. Soldaten leben und arbeiten eng beieinander, da können sich
Grippeviren rasant ausbreiten und ansonsten gesunde Einsatzkräfte
kampfunfähig machen.“
Seit dem [1][Amtsantritt von Präsident Donald Trump] hat die US-Regierung
mehrfach wissenschaftlich anerkannte Fakten zum Thema Impfungen in Abrede
gestellt. Besonders Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. zieht [2][die
Sinnhaftigkeit von Impfungen in Zweifel]. Er stellte einen – von Forschern
widerlegten – Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus her und [3][riet
lange von Spritzen gegen Masern ab]. Als die Zahl der Neuinfektionen auf
den höchsten Stand seit Jahrzehnten schnellte, bezeichnete er Impfungen
dann doch als effektivstes Mittel zur Eindämmung der Epidemie.
22 Apr 2026
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