# taz.de -- Schulen in Deutschland: Mehr als 2.000 Bundeswehr-Besuche in drei Monaten
       
       > Die Bundeswehr besucht mit ihren Jugendoffizieren immer Schulen in
       > Deutschland. Die Linke wittert eine Rekrutierungsabsicht.
       
 (IMG) Bild: Ein Bundeswehrsoldat bei einem Schulbesuch in einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen
       
       dpa | Die Bundeswehr hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres
       bundesweit mehr als 2.000-mal Schulen besucht. Das geht aus einer Antwort
       des [1][Verteidigungsministeriums] auf eine Kleine Anfrage der
       Linken-Fraktion hervor, über die die „Rheinische Post“ berichtet.
       
       Die mit Abstand meisten Schulbesuche gab es demnach in Bayern: Dort trat
       die Bundeswehr 562-mal auf – etwa halb so oft wie im gesamten Jahr 2025,
       als sie im Freistaat etwas mehr als 1.100 Termine wahrnahm.
       
       Ebenfalls vergleichsweise häufig kam die Bundeswehr in Schulen im
       bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo 291 Termine
       stattfanden. Niedersachsen (269) und Baden-Württemberg (219) folgen auf den
       Plätzen drei und vier. Bundesweit gab es zudem 20 Auftritte an Hochschulen.
       
       ## Linke sieht Rekrutierungsabsicht
       
       Für die Besuche an Schulen gibt es bei der Bundeswehr [2][Jugendoffiziere].
       Das sind speziell ausgebildete Soldatinnen und Soldaten, die von Schulen
       eingeladen werden können, um dort etwa Vorträge über Sicherheitspolitik zu
       halten oder den Auftrag der Bundeswehr zu erläutern.
       
       Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, kritisierte
       die Präsenz der [3][Bundeswehr] in Schulen. „Aller Beteuerungen des
       Verteidigungsministeriums zum Trotz wird durch die Zahlen deutlich, dass
       eine Rekrutierungsabsicht nicht wegzureden ist“, sagte die Abgeordnete der
       „Rheinischen Post“. „Uniformierte Jugendoffiziere an Schulen sowie
       Karriereberater sind strategisches Mittel, um Minderjährige an das Militär
       zu gewöhnen.“
       
       21 Apr 2026
       
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