# taz.de -- Zukunft des Bahnhofs Hamburg-Altona: Mit oder ohne Klotz zu eng
> Die Stadt präsentiert zwei Pläne für das Bahnhofsareal. Die Initiative
> „Prellbock Altona“ fordert stattdessen eine schnelle Lösung für den
> Busbahnhof.
(IMG) Bild: Wenig Platz für viele Passagiere und Busse: Busbahnhof in Hamburg-Altona
In Hamburg sorgt der geplante Umzug des Bahnhofs Altona weiter für
Diskussionen. Der Senat hat kürzlich die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs
vorgestellt, wie das Gelände des alten Kopfbahnhofs künftig gestaltet
werden soll. Nach der offiziellen Planung soll Ende 2029 gut zwei Kilometer
entfernt [1][am Diebsteich ein neuer Fernbahnhof eröffnen].
[2][Der Verein Prellbock Altona] zweifelt am Zeitplan und bezeichnet das
Vorhaben als „Ablenkungsmanöver“. Stattdessen fordert er eine kurzfristige
Modernisierung des Busbahnhofs Altona.
Beim [3][Ideenwettbewerb wurden zwei unterschiedliche Entwürfe ausgewählt].
Der Siegerentwurf des Teams „CF Möller und Vogt Landschaft“ sieht vor, das
markante klotzförmige Bahnhofsgebäude von 1979 abzureißen, um Platz für
eine Grünfläche zu schaffen.
Der zweitplatzierte Entwurf von „Noto und Studio Erde“ schlägt hingegen
vor, das Gebäude zu erhalten und in ein „Stadthaus“ umzubauen. Auch dieser
Entwurf plant anstelle der heutigen Gleise eine Parkanlage, jedoch sollen
Schienenreste erhalten bleiben, um laut Senat „Elemente der früheren
Nutzung sichtbar“ zu machen.
„Altona wird ein attraktives neues Zentrum bekommen“, verspricht
Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Die ersten Ideen würden nun weiter
vertieft. Dabei gibt es eine neue Vorgabe: Auf Dressels Vorschlag hin
müssen beide Konzepte um mindestens 400 Wohneinheiten direkt im Zentrum
ergänzt werden. Das bedeutet, dass die geplante Baumasse deutlich zunimmt.
An der Planung sind neben Dressels Finanzbehörde auch die Behörden für
Umwelt, Verkehr und Stadtentwickung sowie der Bezirk Altona beteiligt.
Oberbaudirektor Franz-Josef Höing lobte, beide Entwürfe verspächen „gut
proportionierte Stadt- und Grünräume“. Auf den heutigen Gleisflächen
entstehe eine „vielseitig nutzbare Parklandschaft mit sehr attraktiven
Wegeverbindungen“. Man wolle sich nun Zeit lassen, um die Ideen weiter zu
schärfen, bevor eine endgültige Entscheidung für eines der Konzepte fällt.
Begleitet wurde der Wettbewerb von einer Ausstellung sowie von ausgelosten
Bürgern, die den Prozess mitverfolgen konnten.
[4][Kritik kommt von Prellbock Altona], das die Bürgerbeteiligung als
unzureichend empfindet. Die Initiative, die seit einem Jahrzehnt für den
Erhalt des Bahnhofs eintritt, [5][präsentiert eine eigene Gegenstudie].
Denn unabhängig vom gewählten Entwurf stehe die Stadt vor der Aufgabe, den
benachbarten Busbahnhof auszubauen, um die Mobilitätswende voranzutreiben.
Er liegt verkehrsgünstig direkt am S-Bahnhof Altona, der in jedem Fall
erhalten bleibt.
## Nur ein schmaler Steig für viele Busse
Die Studie stammt von den Verkehrsexperten [6][Jens Ode] und [7][Dieter
Doege], die sich auch [8][für eine Straßenbahn in Hamburg] engagieren. Im
Rahmen einer Analyse der Hamburger Fahrgastzahlen stellten sie fest: Mit
täglich 47.800 Ein- und Ausstiegen ist der Busbahnhof Altona der am
zweitstärksten genutzte der Stadt. Er wird von 17 Buslinien angefahren.
Dafür steht jedoch nur ein schmaler Doppelsteig mit sehr begrenzten
Kapazitäten zur Verfügung.
Ode und Doege schlagen vor, den Taxistand vor dem Bahnhofseingang auf die
Ostseite des Bahnhofs zu verlegen. Auf der frei werdenden Fläche könnten
zwei zusätzliche Bussteige sowie klar markierte Fuß- und Radwege entstehen.
Fahrgäste erhielten einen ebenerdigen Zugang zu den Bussen. Bisher müssen
sie Treppen nutzen.
Bei den beiden Siegerentwürfen des Ideenwettbewerbs sei das Bus-Problem
nicht gut gelöst, kritisieren Ode und Doege. Der Gewinner würde den
Busbahnhof in den Norden verlagern. Dort sei kaum Platz zum Wenden,
Fahrgäste müssten weite Fußwege in Kauf nehmen. Der zweite Entwurf würde
den Busbahnhof nach Süden erweitern, bringe aber nicht genug Fläche, vor
allem für parkende Busse fehle eine gute Lösung.
## CDU will den Klotz abreißen
Für Prellbock-Sprecher Michael Jung ist der Vorteil von Odes und Doeges
Plan, dass der Vorschlag mit geringem Kostenaufwand umsetzbar sei und die
Realisierung noch in diesem Jahr beginnen könne. Mit der Neubebauung des
gesamten Bahnhofsareals sei hingegen nicht vor 2032 zu rechnen.
Die Initiative ist „relativ guter Dinge“, den Umzug des Bahnhofs an den
Diebsteich noch verhindern zu können. Die Deutsche Bahn müsse sich „mal
sortieren, was sie mit ihren Geld macht“. Ein Investor, der am Diebsteich
[9][Bürotürme bauen] wollte, habe „mehr oder weniger die Segel gestrichen“.
[10][Am Diebsteich] hätten abgesehen von der neuen S-Bahnhaltestelle noch
keine Baumaßnahmen begonnen.
Der Altonaer CDU-Fraktionsführer Sven Hielscher hingegen ist
zuversichtlich, dass der Bahnhof umzieht. Das sei eine „historische Chance
für den Bezirk“. Er warnt jedoch vor halbherzigen Kompromissen. „Das
Kopfgebäude muss weichen“, schreibt er. Wer bessere Wegebeziehungen und
eine höhere Aufenthaltsqualität wolle, müsse das Gebäude komplett abreißen.
„Ein grauer Klotz bleibt ein grauer Klotz, auch wenn man ihn ein wenig
überplant“, so Hielscher.
21 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Aktivist-ueber-Abriss-des-Bahnhofs-Altona/!6088457
(DIR) [2] /Aktivist-ueber-Abriss-des-Bahnhofs-Altona/!6088457
(DIR) [3] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/finanzbehoerde/aktuelles/neugestaltung-des-bahnhofsumfeldes-altona-1166398
(DIR) [4] /Buergerinitiative-gegen-Bahnhofsverlegung/!6034396
(DIR) [5] https://prellbock-altona.de/vorstellung-der-prellbock-studie-wie-die-leistungsfaehigkeit-des-busbahnhofs-altona-verdoppelt-werden-kann/
(DIR) [6] /Studienautor-ueber-Hamburger-Nahverkehr/!5876752
(DIR) [7] /Bahnchaos-in-Norddeutschland/!6032900
(DIR) [8] /Hamburger-Debatte-um-Nahverkehr/!5858347
(DIR) [9] /Neuer-Fernbahnhof-Hamburg-Diebsteich/!5504152
(DIR) [10] /Wiedereroeffnung-ohne-Barrierefreiheit/!6062209
## AUTOREN
(DIR) Kaija Kutter
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