# taz.de -- Luftwaffenübung am Flughafen Lübeck: Bundeswehr übt beim AfD-Freund
       
       > Die Luftwaffe trainiert am Flughafen Lübeck Starts und Landungen mit
       > Kampfjets. Wie viel die Armee dem AfD-nahen Eigentümer dafür zahlt,
       > bleibt unklar.
       
 (IMG) Bild: Kampfjet statt Linienflieger nach Mallorca: Am Flughafen Lübeck übt die Luftwaffe seit Montag
       
       Mit einem Donnern sind am [1][Flughafen Lübeck] am Montagmorgen fünf
       Kampfjets gelandet – zu Trainingszwecken. Bis Freitag findet an dem
       Regionalflughafen [2][eine Bundeswehrübung statt]. Daran sind fünf
       Flugzeuge des Typs „Eurofighter“ und 50 Soldat*innen aus einem
       Luftwaffenstützpunkt in Laage in Mecklenburg-Vorpommern beteiligt.
       
       Um kurz nach 10 Uhr seien die ersten Maschinen gelandet, sagte die
       Flughafensprecherin Stefanie Eggers der Deutschen Presse-Agentur am Montag.
       „Dispersed Operations“, also „verteilte Operationen“, nennt die Bundeswehr
       die Übung. Der Begriff bezeichnet [3][ein militärisches Konzept, auf das
       die NATO setzen will]: flexibel von vielen kleinen Orten aus zu operieren,
       statt nur auf zentrale Hauptstützpunkte zu setzen.
       
       Für die Übung in Lübeck arbeite die Bundeswehr eng mit dem Flughafen
       zusammen. Es gehe nicht nur darum, „Verteidigungsfähigkeit im Bündnisfall“
       zu trainieren, so die Bundeswehr, sondern auch darum, „die Zusammenarbeit
       mit zivilen Einrichtungen zu stärken“. Die Flughafensprecherin Eggers sagt,
       für den Flughafen sei die Übung ein guter Test, um zu sehen, wie gut man
       schon für solche Aufgaben gerüstet sei und wo man noch besser werden
       müsste.
       
       Dass die Bundeswehr zivile Infrastruktur für Übungen nutzt, ist nicht neu.
       Seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine 2022 setzt Deutschland
       verstärkt auf [4][„zivil-militärische Zusammenarbeit“ und begründet das mit
       einer verstärkten sicherheitspolitischen Bedrohung durch Russland.] So
       trainierte die Bundeswehr etwa im Herbst 2025 in Hamburg bei der Übung „Red
       Storm Bravo“ den „Ernstfall“ mehrere Tage lang im Großstadtalltag mit
       zivilen Organisationen anstatt auf einem umzäunten Truppenübungsplatz.
       
       Und immer wieder nutzt die Bundeswehr für Übungen zivile
       Transportinfrastruktur wie Flughäfen. Oft sind es [5][kleinere Flughäfen,
       von denen wie in Lübeck nur wenige Passagierflüge abgehen]. Im Oktober 2025
       trainierte die Luftwaffe zuletzt etwa am Flughafen Münster/Osnabrück und
       Bremen. Dafür, am Flughafen Lübeck zu trainieren, sprächen „mehrere
       Faktoren, welche im Einzelnen verständlicherweise nicht näher erläutert
       werden können“, so eine Sprecherin der Luftwaffe auf taz-Anfrage. In einer
       Pressemitteilung schreibt die Bundeswehr, Lübeck sei ein „logistischer
       Knotenpunkt für die NATO in Europa“.
       
       Der zivile Flugverkehr soll in Lübeck durch die einwöchige Übung nicht
       gestört werden. Die fünf Kampfjets sollen in den kommenden Tagen jeweils
       einmal vormittags und einmal nachmittags vom Rollfeld starten, sagte die
       Flughafensprecherin. Sie würden in den normalen Flugplan integriert.
       
       In der Vergangenheit war der Flughafen mehrfach wegen seines Eigentümers,
       dem Unternehmer Winfried Stöcker, in die Schlagzeilen geraten. Stöcker hat
       den Flughafen 2016 gekauft und ist schon mehrfach wegen rassistischer und
       sexistischer Aussagen sowie [6][seiner Unterstützung für die AfD]
       aufgefallen. So ließ er vor der Bundestagswahl 2025 Briefe mit Wahlwerbung
       für die AfD mit dem Logo des Flughafens an Lübecker*innen verteilen.
       Zudem hat er in Millionenhöhe an die Partei gespendet.
       
       Wie viel Geld bekommt er jetzt dafür, dass er der Bundeswehr sein Rollfeld
       zur Verfügung stellt? Eine entsprechende taz-Anfrage beantwortet der
       Flughafen bis Redaktionsschluss nicht. Das schleswig-holsteinische
       Innenministerium verweist an die Bundeswehr. Eine Sprecherin der Luftwaffe
       schreibt, dass die Nutzung ziviler Infrastruktur mit den jeweiligen
       Betrieben abgestimmt werde. „Dabei können Kosten entstehen, etwa für
       bereitgestellte Leistungen oder betriebliche Anpassungen.“ Zahlen nennt sie
       nicht.
       
       Ein örtliches „Friedensbündnis“ aus Parteien, Verbänden und Privatpersonen
       kritisiert [7][in einem offenen Brief an den Lübecker Bürgermeister], dass
       die Übung ein erhöhtes Risiko für Anwohner*innen und für den zivilen
       Luftverkehr darstelle. Es hat für die kommenden Tage eine Mahnwache gegen
       die Militärübung angekündigt.
       
       13 Apr 2026
       
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