# taz.de -- Wahlen in Dschibuti: Fast 98 Prozent für den Präsidenten
> In Dschibuti wird Präsident Ismail Omar Guelleh wiedergewählt. Die
> Wahlkommission gibt ihm sogar mehr Stimmen als die 97,3 Prozent vom
> letzten Mal.
(IMG) Bild: Präsident Guelleh gibt in Dschibuti seine Stimme ab, Freitag 10. April
Die Präsidentschaftswahl in Dschibuti am vergangenen Freitag ist ohne
Überraschung ausgegangen. Der seit 1999 regierende Präsident Ismaïl Omar
Guelleh ist mit gut 97,8 Prozent zu einer sechsten gewählten Amtszeit
wiedergewählt worden. Dieses vorläufige Endergebnis gab die Wahlkommission
am Samstagmorgen bekannt.
Sofern diese Zahl nicht noch im amtlichen Endergebnis nach unten korrigiert
wird, verbessert Guelleh damit noch ein wenig seinen Stimmenanteil von der
[1][letzten Wahl 2021], als er mit 97,3 Prozent gewonnen hatte. Der einzige
Gegenkandidat, Mohamed Farah Samatar von der bedeutungslosen
Oppositionspartei CDU (Vereinigtes Demokratisches Zentrum), hat knapp 2,2
Prozent der Stimmen erhalten.
Die Wahlbeteiligung wurde mit etwas über 80 Prozent der gut 256.000
eingeschriebenen Wähler angegeben. Dies widerspricht dem Augenschein von
Journalisten am Wahltag, die kurz vor Schließung der Wahllokale am Freitag
eine Beteiligung von rund 25 Prozent in der Hauptstadt geschätzt hatten.
Der 78 Jahre alte Guelleh regiert Dschibuti seit 1999. Das Land ist von
extremer sozialer Ungleichheit und hoher Arbeitslosigkeit und Armut
geprägt, gilt aber als [2][geostrategisch bedeutsam], da es an der
südlichen Einfahrt zum Roten Meer an der Meerenge Bab al-Mandab gegenüber
Jemen liegt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, die USA sowie China
und Japan unterhalten in Dschibuti Militärbasen.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gratulierte Guelleh telefonisch zum
Wahlsieg und äußerte laut [3][amtlichen dschibutischen Angaben] seinen
Wunsch nach verstärkten Beziehungen.
12 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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