# taz.de -- Ostern in Jerusalem: Tausende feiern orthodoxe Feuer-Liturgie in Jerusalem
       
       > Nach der Aufhebung von Versammlungsbeschränkungen kommt wieder Leben in
       > die Altstadt. Zusammenstöße mit der israelischen Polizei trüben die
       > Stimmung.
       
 (IMG) Bild: Die Grabeskirche, erleuchtet vom Heiligen Feuer, am Samstag, 11. April, in Jerusalem
       
       kna/taz | Nach der Aufhebung der Versammlungsbeschränkungen [1][feiern
       orthodoxe Christen wie gewohnt Ostern] in Jerusalem. Zur Feier des
       „Heiligen Feuers“ am orthodoxen Karsamstag kamen Tausende Besucher
       zusammen. Etwa 2.500 von ihnen durften nach Polizeiangaben die Grabeskirche
       betreten, mehrere hundert Menschen waren auf dem Vorplatz. Weitere hielten
       sich in der gesamten Altstadt auf.
       
       Die über 1.200 Jahre alte Liturgie des „Heiligen Feuers“ am Samstagmittag
       gilt als Höhepunkt der ostkirchlichen Feiern in Jerusalem. Nach orthodoxem
       Volksglauben entzündet sich auf wundersame Weise eine Flamme an der als
       Grab Christi verehrten Kapelle. Das Feuer wird anschließend weitergereicht.
       
       Die Polizei hatte Straßensperrungen ab den frühen Morgenstunden
       angekündigt. Im gesamten Bereich der Altstadt sollen demnach Hunderte
       Beamte im Einsatz sein. Die Kapazitätsgrenze für das Kirchengelände sei „in
       Übereinstimmung mit der Bewertung eines Sicherheitsingenieurs“ unter
       Berücksichtigung von Faktoren wie Personendichte und Notausgängen
       festgelegt worden, „um eine gefährliche Überfüllung zu verhindern“, so die
       Polizei.
       
       [2][Bilder und Videos in den Sozialen Medien] zeigen wohl, dass die
       israelische Polizei gegen einige Gläubige am Samstag mit Gewalt vorging und
       sie festnahm. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa hatte die
       Polizei unter anderem den palästinensischen Pfadfindern – deren Parade zu
       den Feierlichkeiten gehört – die palästinensische Flagge entzogen. Die
       Außenministerin der Palästinensischen Autonomiebehörde Varsen Aghabekian
       Shahin erklärte: Die Angriffe auf christliche Gläubige am Samstag seien
       „ein direkter Angriff auf die Glaubensfreiheit“. Den Zugang zur
       Grabeskirche zu blockieren, sei eine Verletzung internationalen Rechts und
       des Status Quo.
       
       ## Kirchliche Kritik an Begrenzungen
       
       Polizeiliche Begrenzungen der Teilnehmerzahlen hatten in vergangenen Jahren
       zu Protesten einheimischer Christen sowie der Kirchenführer geführt. So
       hatte die Polizei 2022 zunächst eine Beschränkung auf höchstens 1.000
       Menschen angekündigt, wogegen sich Vertreter der Christen Jerusalems sowie
       mehrerer orthodoxer Organisationen juristisch gewehrt hatten. Im
       vergangenen Jahr waren 2.750 Menschen in der Kirche sowie 4.200 Personen im
       unmittelbaren Gebiet um die Grabeskirche und auf den Dächern zugelassen.
       
       In den Jahren vor der Pandemie hatte die Polizei die Zahl der Teilnehmer an
       den Feiern wegen der beengten Verhältnisse sowie fehlender Notausgänge auf
       10.000 Personen beschränkt.
       
       12 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Christinnen-in-Gaza-zum-Osterfest/!6079246
 (DIR) [2] https://x.com/IhabHassane/status/2042948305945030951?s=20
       
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