# taz.de -- Siedlergewalt im Westjordanland: Erneut Palästinenser von mutmaßlichem Siedler getötet
       
       > Israels Militärchef hatte die anhaltenden Angriffe jüngst verurteilt.
       > Doch die Gewalt hält an, Konsequenzen für die mutmaßlichen Täter gibt es
       > kaum.
       
 (IMG) Bild: Ein von Siedlern abgebranntes Auto, am 31. März in Tayasir, Westjordanland
       
       dpa/taz | Bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern im besetzten
       Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben [1][erneut ein
       Palästinenser getötet worden]. Das palästinensische Gesundheitsministerium
       in Ramallah bestätigte den Tod eines 24-Jährigen bei einem gewaltsamen
       Vorfall in dem Dorf Tajasir im Norden des Westjordanlands.
       
       Nach palästinensischen Medienberichten wurde der Mann am Mittwochabend von
       einem israelischen Soldaten erschossen, nachdem Siedler das Dorf überfallen
       und Einwohner sich verteidigt hatten. Nach Angaben des palästinensischen
       Rettungsdienstes Roter Halbmond hinderten Soldaten Rettungskräfte daran, zu
       dem Verletzten zu gelangen.
       
       In einer Mitteilung der Armee hieß es, israelische Soldaten seien nach
       Berichten über Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen
       Zivilisten in das Gebiet gekommen. Während der Konfrontationen seien Steine
       geworfen worden. Dabei seien ein israelischer und ein palästinensischer
       Zivilist verletzt worden. Ein Soldat außer Dienst habe auf einen
       Palästinenser geschossen, nachdem dieser die israelischen Zivilisten mit
       Steinen beworfen habe. Der Vorfall werde untersucht.
       
       ## Israelische Medien sprechen von „jüdischem Terror“
       
       Seit Beginn des Gazakriegs vor mehr als zweieinhalb Jahren ist es auch im
       besetzten Westjordanland zu einem deutlichen Anstieg von Gewalt
       israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz gekommen. Es ist
       auch in israelischen Medien immer häufiger die Rede von „jüdischem Terror“.
       [2][Im Jahr 2025 gab es allein nach Zählung des israelischen Militärs 2,4
       Angriffe pro Tag.] Die Vereinten Nationen zählen sogar mehr als das
       Doppelte.
       
       Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir hatte die Angriffe radikaler
       Siedler auf Palästinenser im März als „moralisch und ethisch inakzeptabel“
       verurteilt.
       
       Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie
       gingen nicht entschlossen genug gegen das Phänomen vor oder stellten sich
       sogar auf die Seite der aggressiven Siedler. Hinzu kommen [3][sogenannte
       Siedler-Soldaten, die vom Militär bezahlt und bewaffnet werden] und
       eigentlich zum Schutz ihrer eigenen Siedlungen abgestellt sind. Sie treten
       also wie das Militär auf, unterstehen aber kaum Kontrollen.
       
       Hinzu kommt, dass der Staat Israel weiterhin hohe Beträge in seinem
       Staatshaushalt für die Siedlungen vorsieht – auch, wenn diese für
       extremistische Bewohner bereits bekannt sind. [4][So erhielt das
       Siedlungsministerium unter der rechtsextremen Orit Strock] in den jüngsten
       Haushaltsverhandlungen umgerechnet etwa 84 Millionen Euro. [5][Sogar selbst
       unter israelischem Recht illegale Siedler-Außenposten erhalten staatliche
       Gelder.] Im Westjordanland und Ost-Jerusalem, das Israel im Sechstagekrieg
       1967 eroberte, leben heute neben etwa 3 Millionen Palästinensern mindestens
       700.000 israelische Siedler, Tendenz steigend.
       
       9 Apr 2026
       
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       Angriffe von Siedlern auf Palästinenser. Selten werden die Täter
       verurteilt.