# taz.de -- Insolvenzen in Deutschland: Höchster Stand seit 20 Jahren
       
       > Im ersten Quartal sind in Deutschland mehr als 4.500 Unternehmen
       > pleitegegangen. Vor allem im März gab es mehr Insolvenzen.
       
 (IMG) Bild: Immer mehr Unternehmen müssen schließen
       
       afp | Im ersten Quartal sind nach Analysen von Wirtschaftsforschern so
       viele Unternehmen pleitegegangen wie seit 20 Jahren nicht. In den ersten
       drei Monaten des Jahres verzeichnete das Leibniz-Institut für
       Wirtschaftsforschung Halle (IWH) 4.573 Insolvenzen von Personen- und
       Kapitalgesellschaften. „Das ist der höchste Stand seit dem dritten Quartal
       2005, und somit liegen die Insolvenzzahlen auch höher als im Zuge der
       großen Finanzkrise 2009“, erklärten die Forschenden am Donnerstag.
       
       Besonders im März gingen demnach überraschend viele Unternehmen pleite. Die
       IWH-Analyse ergab einen sprunghaften Anstieg um 17 Prozent im Vergleich zum
       Februar auf 1.716 Insolvenzen. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen
       März der Jahre vor der Coronapandemie meldeten demnach 71 Prozent mehr
       Unternehmen Insolvenz an. „Zuletzt lag die monatliche Zahl der insolventen
       Personen- und Kapitalgesellschaften im Juni 2005 höher“, erklärte das IWH.
       
       Die Auswirkungen der vielen Pleiten im März auf die Beschäftigung waren
       zugleich vergleichsweise gering. Laut IWH-Insolvenztrend waren in den
       größten zehn Prozent der insolventen Unternehmen etwa 14.000 Arbeitsplätze
       betroffen. Das sind 40 Prozent weniger als im Vormonat Februar. „Der starke
       Zuwachs bei der Anzahl der Insolvenzen geht somit auf eine Häufung von
       Pleiten kleinerer Unternehmen zurück“, erklärten die Forscher.
       
       ## Mehrere große Pleiten gleichzeitig
       
       Insgesamt waren im ersten Quartal etwa 54.000 Arbeitsplätze betroffen – der
       höchste Wert seit dem dritten Quartal 2020. Damals hatte es mehrere große
       Pleiten gegeben, darunter Esprit, Vapiano und Wirecard. Zuletzt entfielen
       die meisten Insolvenzen den Forschenden zufolge auf das Verarbeitende
       Gewerbe.
       
       Auch die Prognose für die kommenden Monate ist laut IWH wenig erbaulich.
       „Unsere Frühindikatoren lassen für das zweite Quartal 2026 wenig Raum für
       Optimismus“, erklärte Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung.
       „Wir erwarten weiterhin sehr hohe Insolvenzzahlen. Es ist möglich, dass
       sich die sehr hohen Werte aus dem März wiederholen.“
       
       9 Apr 2026
       
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