# taz.de -- Ausländerfeindlichkeit in Südafrika: Ein König aus Nigeria macht Ärger in Südafrika
> Ausländerfeindliche Unruhen erschüttern die Stadt East London in
> Südafrika. Auslöser ist die wohl illegale „Krönung“ eines nigerianischen
> „Königs“.
(IMG) Bild: Protest gegen die nigerianische Krönungszeremonie in East London, Südafrika
Kann sich ein Nigerianer in Südafrika zum König krönen lassen? Und wenn er
es tut, was bedeutet das? Es war am 14. März, da wurde in der
südafrikanischen Stadt East London (in der lokalen Sprache KuGompo genannt)
in der Provinz Eastern Cape der dort ansässige Nigerianer Solomon Ogbonna
Eziko auf einer Feier zum König mit dem Titel „Igwe Ndigbo na East London“
(König der Igbo in East London) ausgerufen.
Die Igbo sind eine der drei großen Volksgruppen Nigerias, Ndigbo nennt man
die Gemeinschaft der Igbo. In der Igbo-Sprache ist „Igwe“ das Wort für eine
Führungspersönlichkeit. Einen Igbo-König gibt es nicht, aber es gibt viele
traditionelle Führer einzelner Igbo-Ortschaften sowie
Igbo-Diasporagemeinschaften; die Volksgruppe ist stark unter nigerianischen
Emigranten weltweit vertreten.
Dass es nun einen nigerianischen „Igbo-König“ in Südafrika geben sollte,
warf viele Fragen auf. Lokale Behörden und südafrikanische traditionelle
Führer gleichermaßen fanden das übergriffig.
[1][Südafrika] kennt ebenfalls traditionelle Führer, anerkannt in der
Verfassung, die eine gewisse Autorität über bestimmte Gebiete und
Volksgruppen beanspruchen: Sie sind Wächter und Bewahrer des kulturellen
Erbes, schlichten lokale Streitigkeiten etwa über Landnutzungsrechte und
agieren als Stimme ihrer Völker in der Politik. Der Zulu-König ist eine
sehr einflussreiche Figur in der Provinz KwaZulu/Natal. Verwandt mit dem
Zulu-Königshaus und territorial angrenzend ist das Königreich Rharhabe der
Xhosa in Eastern Cape, auf dessen Gebiet der „Igwe Ndigbo“ aufgetaucht ist.
Der nigerianische König sei „illegal“, erklärte Zolile Williams vom
Provinzrat für traditionelle Angelegenheiten in Eastern Cape. „Dieser Akt
der Nigerianer ist ein Versuch, die Souveränität und den Landbesitz
Südafrikas zu destabilisieren und zu bedrohen. Jedem böswilligen Versuch,
die Souveränität unseres Landes zu untergraben, wird mit der vollen Härte
des Gesetzes begegnet.“ Das traditionelle Königreich der Thembu in Eastern
Cape wies empört Gerüchte zurück, hinter der Feierlichkeit zu stecken, und
nannte sie einen „terroristischen Akt“. Der Rat traditioneller Führer
Südafrikas nannte die Krönung eine „Beleidigung“, und wenn dieser
Nigerianer Königsstatus beanspruchen wolle, müsse er das in der Heimat tun.
## Gewalttäter aus dem ganzen Land strömten zusammen
Am Montag gingen wütende Südafrikaner in East London auf Nigerianer los.
Verkaufsbuden und Autos nigerianischer Händler gingen in Flammen auf.
Rechte Parteien hatten zu einem Protest aufgerufen, der schnell außer
Kontrolle geriet. Immer wieder erklären ausländerfeindliche Gruppen die
hohe Zahl von Migranten aus anderen afrikanischen Ländern zur Ursache der
hohen Arbeitslosigkeit und zunehmenden Kriminalität in Südafrika.
Zu den neuen Unruhen strömten Gewalttäter aus dem ganzen Land zusammen.
Unter ihnen war Ngizwe Mchumu, ein Zulu-Aktivist, der bereits bei den
schweren Unruhen nach der Verhaftung des ehemaligen südafrikanischen
Präsidenten Jacob Zuma im Sommer 2021 mit über 300 Toten eine
Schlüsselrolle gespielt hatte.
Linke Kampagnenführer sind nun davon überzeugt, dass die ganze Affäre von
außen geschürt worden ist, um Südafrika für seine klare [2][Haltung]
gegenüber [3][Israel und den USA] zu bestrafen. Mbuyiseni Ndlozi,
langjähriger Politiker der linkspopulistischen Oppositionspartei Economic
Freedom Fighters (EFF), behauptete: „Was glaubt ihr, was Benjamin Netanjahu
und seine Mossad-Agenten anrichten, um Südafrika in Instabilität und Gewalt
zu stürzen? Und nachdem Trump die Welt nicht von [4][seiner Lüge eines
‚Genozids an Weißen‘ in Südafrika] überzeugen konnte – was hindert ihn
daran, Südafrika als Land von Gewalt und Tribalismus darzustellen? Es geht
darum, Südafrika die moralische Autorität zu nehmen.“ Er rief Südafrikaner
auf, nicht in diese „Falle“ zu tappen.
Südafrika und Nigeria bemühen sich jetzt um Schadensbegrenzung. Behörden
beider Länder haben klargestellt, dass Solomon Ogbonna Eziko kein offiziell
anerkannter König ist.
2 Apr 2026
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