# taz.de -- Nach Schmu-Versuch beim VfL Osnabrück: Trainer-Duo scheitert mit Klagen gegen fristlosen Rauswurf
       
       > Arbeitsgericht weist Kündigungsklage von Ex-Coach Marco Antwerpen und
       > Assistent Frank Döpper ab. Die versuchte Spielmanipulation sei erwiesen.
       
 (IMG) Bild: Damals ging's noch gut für sie aus: Marco Antwerpen (r.) und Frank Döpper im vergangenen Jahr vor dem DFB-Sportgericht
       
       Im Fußball sind Trainer-Arbeitsverhältnisse oft extrem kurz. Manche enden
       abrupt. Und manche enden in Skandalen.
       
       Die Drittliga-Profimannschaft des niedersächsischen VfL Osnabrück durchlebt
       gerade einen solchen Skandal. Es geht um [1][Marco Antwerpen, ihren
       Ex-Cheftrainer], und Frank Döpper, Antwerpens Ex-Assistenten beim VfL. Ein
       schwerer Vorwurf steht im Raum: versuchte Spielmanipulation.
       
       Antwerpen und Döpper waren – erst wenige Monate im Amt – Ende Mai 2025 vom
       VfL entlassen worden, außerordentlich, fristlos – bei Verträgen, die noch
       bis 2027 gültig waren. Sie wehrten sich mit Kündigungsschutzklagen.
       
       Jetzt hat das Arbeitsgericht Osnabrück das Urteil verkündet: Die
       Kündigungen seien rechtskonform. Antwerpens und Döppers Klagen wurden
       abgewiesen. Eigentlich hatte die Verkündung schon Tage vorher geschehen
       sollen, das schlug jedoch wegen Server-Problemen fehl – die Akte, nur
       elektronisch geführt, ließ sich nicht öffnen.
       
       ## Unmoralische Ansage
       
       Die Vorgeschichte ist abenteuerlich und reicht zurück bis zum 24. Mai 2025,
       zum Endspiel zwischen dem VfL Osnabrück und dem TuS Blau-Weiß Lohne um den
       Niedersachsen-Pokal (NFV). Es ging für den VfL 4:2 verloren.
       
       Der Vorwurf, so das Arbeitsgericht: Eine Woche vor dem Spiel soll Antwerpen
       im Beisein von Döpper und weiterer Mitarbeiter des Trainerteams den
       damaligen Reha-Trainer des VfL Osnabrück aufgefordert haben, einem vom VfL
       an Lohne ausgeliehenen Spieler mitzuteilen, er solle nicht am Finalspiel
       teilnehmen, andernfalls brauche er zum Ende der Saison nicht zum VfL
       zurückzukehren.
       
       Der Cheftrainer habe die „Ernsthaftigkeit der aufgeforderten Mitteilung“
       gegenüber dem Reha-Trainer einige Tage vor dem Finalspiel nochmals
       bekräftigt und mit der Anmerkung ergänzt, „der Spieler solle eine
       Verletzung vorschieben“.
       
       Zu einer Manipulation kam es am Ende nicht: Der Spieler spielte im Finale,
       erzielte für Blau-Weiß Lohne ein Tor. Antwerpen und Döpper erhielten vom
       VfL Osnabrück die Kündigung.
       
       Ende August 2025 sprach das [2][Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes
       (DFB)] gegen beide Trainer ein Ausübungsverbot der Trainertätigkeit aus,
       wegen unsportlichen Verhaltens. Bei Antwerpen waren es zwölf Monate, bei
       Döpper drei.
       
       Ende November 2025 revidierte das DFB-Bundesgericht beide Urteile in einer
       Berufungsverhandlung, reduzierte das Ausübungsverbot gegen Antwerpen auf
       drei Monate, hob es gegen Döpper komplett auf. Das Gericht sah kein
       zielgerichtetes, vorsätzliches Manipulationsverhalten, stattdessen
       unglückliche Missverständnisse, Fahrlässigkeit, sich verselbstständigendes
       Gerede und Geflachse.
       
       Antwerpen müsse allerdings der Vorwurf gemacht werden, so Oskar Riedmeyer,
       der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, zur Urteilsbegründung, „dass er
       nicht ausreichend beobachtet hat, dass seine Äußerungen falsch verstanden
       und ernst genommen werden können und er damit fahrlässig riskierte, dass in
       den Wettbewerb eingegriffen wird“.
       
       Mitte März 2026 begann dann vor der Zweiten Kammer des Arbeitsgerichts
       Osnabrück die Kündigungsschutz-Verhandlung. Antwerpen und Döpper bestritten
       den Vorwurf der [3][Spielmanipulation]. Die Beweisaufnahme war umfassend.
       Jetzt steht fest: Antwerpen und Döpper verlieren gegen den VfL.
       
       Die Kammer sehe es sowohl beim Ex-Chef- als auch bei dessen Ex-Co-Trainer
       als bewiesen an, schreibt das Gericht in einer Mitteilung, „dass diese
       gezielt und ernsthaft auf das Finalspiel durch unbefugte Beeinflussung des
       ausgeliehenen Spielers hätten einwirken wollen, um dadurch dem VfL
       Osnabrück einen Vorteil zu verschaffen“. Dieses Verhalten rechtfertige die
       Kündigungen.
       
       ## Urteil noch nicht rechtskräftig
       
       Das Arbeitsgericht Osnabrück bewertet die dubiosen Vorgänge um das
       NFV-Pokalfinale im Mai 2025 also anders als das DFB-Bundesgericht.
       
       Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht: Antwerpen und Döpper haben einen
       Monat Zeit, um Berufung beim Landesarbeitsgericht Niedersachsen einzulegen.
       Käme es zu einer Berufung, könnten ergänzende Beweismittel vorgelegt
       werden, neue Zeugen gehört oder alte erneut befragt werden, sagt Richter
       Christian Hageböke, Direktor des Arbeitsgerichts Osnabrück. Noch schwelt
       der Skandal also.
       
       Der [4][VfL Osnabrück] hält sich zum erstinstanzlichen Urteil bedeckt: „Wir
       werden das nicht kommentieren“, sagt Malik Scherz,Teamleiter Medien &
       Kommunikation.
       
       6 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /VfL-Osnabrueck-wieder-gluecklos/!6072747
 (DIR) [2] /Urteil-des-DFB-Sportgerichts/!5989597
 (DIR) [3] /Verbandschef-ueber-manipulierte-Spiele/!6033967
 (DIR) [4] https://www.vfl.de/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Harff-Peter Schönherr
       
       ## TAGS
       
 (DIR) VfL Osnabrück
 (DIR) Antwerpen
 (DIR) Fußball
 (DIR) Sportgericht
 (DIR) Justiz
 (DIR) Urteil
 (DIR) Manipulation
 (DIR) Wetten
 (DIR) Wetten
 (DIR) Sportwetten
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Unterwegs gegen Sportwetten: Allergrößter Einsatz
       
       Die eigene Sucht hat Thomas Melchior zu einem prominenten Kämpfer gegen
       Sportwetten werden lassen. Die taz hat ihn dabei in Hamburg begleitet.
       
 (DIR) Wettmanipulation im türkischen Fußball: Süper-Skandal
       
       Die Türkei erschüttert eine angeblich große Affäre um Fußballwetten. Die
       Aufarbeitung wird durch willkürliche Sport- und Staatsjustiz erschwert.
       
 (DIR) Verbandschef über manipulierte Spiele: „Wir lassen das nicht schleifen“
       
       Offenbar wurde der Ausgang von Fußballspielen manipuliert, auch in der
       Oberliga Hamburg. Verbandschef Christian Okun über Datenscouts und das
       Darknet.