# taz.de -- Folgen des Irankrieges in Südafrika: Preisexplosion an der Tankstelle
       
       > In Südafrika greift ab 1. April eine deutliche Erhöhung der Preise für
       > Benzin und Diesel. Die Maßnahme stößt auf politische Kritik.
       
 (IMG) Bild: Einmal voll machen ist nicht mehr
       
       Seit der [1][Covid-19-Pandemie] ab 2020, als der Welthandel kurzfristig zum
       Erliegen kam, hat Afrika kein solches Ausmaß an Panikkäufen erlebt.
       Tankstellen quer durch den Kontinent, vor allem in den von
       Treibstoffimporten abhängigen Ländern, sind von massiven Preissteigerungen
       und Hamsterkäufen betroffen. Regierungen stehen unter großem Druck, den
       zunehmenden Unmut der Bürger zu kanalisieren, während gleichzeitig die
       Wachstumsraten einbrechen.
       
       Südafrika, Afrikas größte Volkswirtschaft, hat nun die größten
       [2][Preissprünge für Ölprodukte] in seiner Geschichte verkündet. Benzin
       wird ab 1. April über 5 Rand pro Liter teurer, Diesel bis zu 10 Rand – man
       bezahlt dann jeweils rund 26 und rund 29 Rand, etwa 1,30 bis 1,40 Euro,
       sehr viel in einem Land mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von
       rund 1400 Euro im Monat für Angestellte und einer extrem hohen
       Arbeitslosigkeit bei meist weiten Verkehrswegen.
       
       Die angekündigten Preiserhöhungen führten am Wochenende dazu, dass in
       zahlreichen Tankstellen das Benzin ausging. In anderen wurde es streng
       rationiert.
       
       Die zweitgrößte Regierungspartei [3][DA (Democratic Alliance)], historisch
       die liberale Oppositionskraft zum regierenden ANC (African National
       Congress) hat den Zeitpunkt der Erhöhungen kritisiert. Sie hat die
       Parlamentspräsidentin aufgefordert, noch vor dem 1. April das Parlament für
       eine Sondersitzung aus dem derzeitigen Urlaub einzuberufen.
       
       Dies ist möglich bei Themen nationaler Bedeutung. „Das Parlament kann nicht
       die Arbeit einstellen, während die Südafrikaner mit einem massiven
       Preisschock konfrontiert sind“, sagte DA-Finanzsprecher Mark Burke.
       
       Die höheren Benzinpreise werden sich direkt in höhere Preise im
       öffentlichen Nahverkehr Südafrikas sowie auf alle transportierten Waren
       übersetzen. Im vergangenen Jahr waren die Preise an Südafrikas Tankstellen
       eher gesunken, nachdem der südafrikanische Rand sich gegenüber dem
       US-Dollar erholt hatte.
       
       31 Mar 2026
       
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 (DIR) Tintswalo Baloyi
       
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