# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Öltanker vor Dubai getroffen
       
       > In der Türkei ist erneut ein iranisches Geschoss abgefangen worden. Laut
       > dem israelischen Premier Netanjahu wurde mehr als die Hälfte der
       > Kriegsziele bereits erreicht.
       
 (IMG) Bild: Öltanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus: Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe
       
       Öltanker vor Dubai getroffen
       
       dpa | Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der amerikanisch-israelischen
       Angriffe seinen Beschuss benachbarter Golfstaaten mit ballistischen Raketen
       und Drohnen unablässig fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die
       Vereinigten Arabischen Emirate meldeten in der Nacht erneute Angriffe. Im
       Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger
       kuwaitischer Öltanker getroffen, teilte die Kuwait Petroleum Corporation
       nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mit. Es brach ein
       Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren
       Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.
       
       US-Außenminister Marco Rubio zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die
       [1][Straße von Hormus] wieder für den Schiffsverkehr geöffnet wird – „so
       oder anders“. Entweder werde sich Iran bereiterklären, „sich an
       internationales Recht zu halten“ und die Meerenge nicht zu blockieren,
       sagte Rubio dem Sender Al Jazeera. „Oder eine Koalition von Nationen aus
       der ganzen Welt und der Region wird mit Beteiligung der Vereinigten Staaten
       dafür sorgen, dass sie offen ist“.
       
       Rubio äußerte sich nicht weiter dazu, was genau er mit „dafür sorgen“
       meinte. Falls Iran die Meerenge weiter blockieren sollte, drohten Teheran
       „wirkliche Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten, sondern
       von Ländern in der Region und der Welt“, sagte Rubio.
       
       Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen für den
       globalen Handel mit Öl und Gas. Von dort bringen Schiffe ihre Fracht über
       die strategisch wichtige Straße von Hormus in den Golf von Oman und weiter
       auf den Weltmarkt.
       
       Ifo-Umfrage: Irankrieg belastet 90 Prozent der Industrieunternehmen
       
       rtr | Neun ‌von zehn Industrieunternehmen ‌in Deutschland sehen ihre
       Geschäfte durch den Irankrieg beeinträchtigt. Nur 9 Prozent fühlen sich
       derzeit nicht betroffen, wie eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des
       Münchner Ifo-Instituts ergab. „Der Konflikt trifft die Industrie
       unmittelbar, sorgt aber vor allem für große Unsicherheit“, sagte der Leiter
       der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Viele Firmen stellen sich ‌auf
       zusätzliche Belastungen in den kommenden Monaten ein.“
       
       Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Industrieunternehmen
       [2][gestiegene Energiepreise]. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen
       bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und
       Rohstoffen. Eine Beeinträchtigung des Luftfrachtverkehrs befürchten 16
       Prozent der Betriebe. Rund ein Viertel geht von einer abnehmenden Nachfrage
       auf wichtigen Exportmärkten aus.
       
       Darüber hinaus weisen viele Unternehmen auf finanzielle Risiken hin, etwa
       durch unsichere Fracht- und Logistikkosten, steigende Versicherungsprämien
       oder erhöhte Zahlungsrisiken. „Die ‌Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die
       wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs bereits jetzt abzeichnen und sich
       über verschiedene Kanäle noch verstärken könnten“, sagte Wohlrabe. „Je
       länger ⁠die Unsicherheit anhält, desto größer werden die wirtschaftlichen
       Probleme für die Unternehmen.“
       
       Der seit mehr als vier Wochen anhaltende Irankrieg hat bereits auf die
       Stimmung in den Chefetagen ‌der deutschen Wirtschaft ‌durchgeschlagen. Der
       Ifo-Geschäftsklimaindex sank im März zum Vormonat ⁠um 2,0 auf 86,4 Punkte.
       Dies ist der tiefste Stand seit Februar 2025. Die Firmen blickten ähnlich
       ‌skeptisch wie zuletzt auf ihre aktuelle ‌Lage, bewerteten ihre Aussichten
       aber spürbar schlechter. „Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung
       auf einen Aufschwung“, sagte ‌Ifo-Präsident Clemens Fuest.
       
       Irankrieg und Energiekrise setzen Börsen in Ostasien zu
       
       dpa | Nach einem bereits schwachen Start in die Handelswoche haben sich die
       Kursverluste an den Börsen in Ostasien fortgesetzt. Der japanische
       Leitindex Nikkei 225 sank am Dienstag bis zum Nachmittag (Ortszeit) um rund
       1,3 Prozent, der südkoreanische Kospi brach gar um 3,6 Prozent ein.
       
       Robuster hielt sich der Hongkonger Hang Seng Index mit einem Minus von
       knapp 0,8 Prozent. Für den CSI 300, der die wichtigsten Aktien der
       chinesischen Festlandbörsen abbildet, ging es lediglich um rund 0,6 Prozent
       nach unten. Der australische S&P ASX 200 konnte den Handelstag mit einem
       leichten Plus von 0,25 Prozent abschließen.
       
       Die Märkte reagieren damit auf den anhaltenden Irankrieg und die sich
       verschärfende Energiekrise. Insbesondere die ostasiatischen
       Volkswirtschaften sind stark von Öllieferungen über die derzeit nahezu
       geschlossene Straße von Hormus vor Iran angewiesen. Der Ölpreis ist
       unterdessen am Dienstag leicht gesunken. Der Preis für ein Barrel (159
       Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai lag zuletzt bei rund
       113 Dollar.
       
       Laut Netanjahu mehr als die Hälfte der Kriegsziele in Iran erreicht
       
       afp | In dem Krieg Israels und der USA gegen Iran sind nach Auffassung des
       [3][israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu] mehr als die Hälfte
       der Ziele erreicht worden. „Wir haben definitiv die Hälfte hinter uns“,
       sagte Netanjahu am Montag in einem Interview mit dem konservativen
       US-Sender Newsmax. Zugleich betonte er, der Krieg sei mehr als zur Hälfte
       erledigt „im Hinblick auf die Missionen, nicht unbedingt im Hinblick auf
       die Zeit“.
       
       Er wolle keinen Zeitplan für den restlichen Verlauf des Krieges aufstellen,
       sagte Netanjahu. US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Beginn des
       Krieges erklärt, dieser werde vier bis sechs Wochen dauern.
       US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Montag, der Krieg werde sich noch
       über Wochen hinziehen, nicht aber über Monate.
       
       Netanjahu unterstrich derweil die Ziele, die bislang erreicht worden seien,
       darunter die Tötung von „tausenden“ Mitgliedern der iranischen
       Revolutionsgarden. Die israelische und die US-Armee stünden außerdem „kurz
       davor, ihre Rüstungsindustrie zu zerstören“, fügte er mit Blick auf Iran
       hinzu. Damit meine er die gesamte industrielle Basis und das Atomprogramm
       Teherans. Trump hatte das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für
       den Krieg bezeichnet.
       
       Netanjahu zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die iranische Führung
       fallen werde. „Ich denke, dieses Regime wird von innen heraus
       zusammenbrechen“, sagte er. „Wir schwächen ihre militärischen Fähigkeiten,
       wir schwächen ihre Raketenfähigkeiten, wir schwächen ihre atomaren
       Fähigkeiten und wir schwächen sie außerdem von innen.“
       
       EU weitet Marineeinsatz im Nahen Osten aus
       
       dpa | Die EU weitet ihre Marineeinsätze im Roten Meer und im westlichen
       Indischen Ozean aus, wird sich aber vorerst nicht an möglichen Einsätzen
       zur Absicherung von Öl- und Gastransporten durch die Straße von Hormus
       beteiligen. Wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte, sieht eine
       Ergänzung des Mandats vor, dass die beteiligten Schiffe und Flugzeuge
       künftig auch Informationen über verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit
       kritischer Unterwasserinfrastruktur sammeln können. Zudem soll es unter
       anderem Ausbildungsaktivitäten für die Seestreitkräfte Dschibutis und eine
       Zusammenarbeit mit der jemenitischen Küstenwache geben.
       
       Bei den EU-Marineeinsätzen geht es um die Operationen „Aspides“ und
       „Atalanta“. „Aspides“ war Mitte 2024 gestartet worden und soll
       Handelsschiffe vor allem vor Angriffen der militant-islamistischen Huthi
       aus dem Jemen schützen. „Atalanta“ gibt es bereits seit 2008. Sie wurde zur
       Bekämpfung der Piraterie in der Region gestartet.
       
       Deutschland beteiligt sich derzeit an dem Einsatz „Aspides“, hat derzeit
       allerdings kein Schiff vor Ort. Das Mandat für eine Beteiligung an
       „Atalanta“ lief im April 2022 aus.
       
       Diplomaten betonten am Montag in Brüssel, dass die geplante Ausweitung der
       Einsätze nicht im Zusammenhang mit Forderungen von US-Präsident Donald
       Trump steht. Dieser verlangt von europäischen Alliierten, einen Beitrag zur
       Absicherung von Öl- und Gastransporten durch die Straße von Hormus zu
       leisten. Hintergrund ist nach Angaben aus Brüssel unter anderem auch eine
       bessere Beobachtung der russischen Schattenflotte. Über diese versucht
       Moskau seit Jahren, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine
       eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Zudem steht sie in
       Verdacht, auch für Sabotageaktionen gegen Unterwasserinfrastruktur genutzt
       zu werden.
       
       Nato fängt erneut Rakete aus Iran in der Türkei ab
       
       dpa | In der Türkei ist erneut ein aus Iran abgefeuertes Geschoss von einem
       Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Es habe sich um eine ballistische
       Rakete gehandelt, teilte die Sprecherin des Verteidigungsbündnisses,
       Allison Hart, auf X mit.
       
       Vom türkischen Verteidigungsministerium hieß es, alle notwendigen Maßnahmen
       würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des
       Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen. Wo genau die Rakete
       abgefangen wurde, teilte das Ministerium nicht mit.
       
       Es war bereits der vierte Vorfall dieser Art in den vergangenen Wochen.
       Zuletzt war eine ballistische Rakete in den türkischen Luftraum
       eingedrungen und zerstört worden. Die iranische Führung dementierte bisher
       stets, die Türkei beschossen zu haben.
       
       Die Türkei verhält sich im Krieg zwischen Israel, den USA und Iran neutral
       und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. Das
       Land verstärkte zuletzt die Flugabwehr. Im Rahmen der Maßnahmen der Nato
       werde ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der osttürkischen Provinz Malatya
       für den Einsatz vorbereitet.
       
       Iraner per SMS zur Landesverteidigung aufgerufen
       
       ap | Viele Iraner sind per SMS aufgerufen worden, sich freiwillig zur
       Verteidigung ihres Landes zu melden und sich einer möglichen
       US-Bodenoffensive entgegenzustellen. In einer SMS, die der
       Nachrichtenagentur AP am Montag vorlag, hieß es, jene, die bereit seien,
       ihr Leben zu opfern, sollten sich über einen Link für den Kampf melden.
       Diese Freiwilligen könnten bald zum Einsatz kommen, hieß es in einer
       weiteren SMS. Ob die Nachrichten von einer Regierungsstelle abgeschickt
       worden waren, blieb allerdings zunächst unklar.
       
       In Iran wurden in der Vergangenheit mehrfach Freiwillige per SMS für
       regierungstreue Einheiten mobilisiert und Regierungsgegner mit Konsequenzen
       bedroht. Einige dieser Nachrichten stammen von der iranischen
       Revolutionsgarde. In anderen Fällen sind die Absender nicht zweifelsfrei
       zuzuordnen.
       
       Zwei weitere Blauhelmsoldaten bei Explosion im Südlibanon getötet
       
       afp | Bei einer Explosion im Südlibanon sind am Montag nach Angaben der
       UN-Mission Unifil zwei Blauhelmsoldaten getötet worden. Ihr Fahrzeug sei in
       Bani Hajjan durch eine Detonation, deren Ursache unbekannt sei, zerstört
       worden, teilte Unifil mit. Bereits am Sonntag war ein Blauhelmsoldat im
       Süden des Libanon bei der Explosion eines Geschosses getötet worden.
       Frankreich beantragte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats.
       
       Bei dem Vorfall am Montag wurden nach Angaben von Unifil außerdem zwei
       Soldaten der UN-Friedenstruppe verletzt, einer von ihnen schwer. Die
       UN-Mission kündigte eine Untersuchung an.
       
       Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte jeglichen „Angriff“ auf
       die Soldaten der Friedenstruppe. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot
       erklärte, sein Land habe wegen der „äußerst schwerwiegenden Vorfälle“ eine
       Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Er warf der
       israelischen Armee außerdem vor, am Sonntag die Sicherheit französischer
       Blauhelmsoldaten in Nakura bedroht zu haben. Dem israelischen Botschafter
       in Paris sei „mit größter Entschiedenheit“ die Verurteilung durch
       Frankreich übermittelt worden.
       
       Der Libanon wurde Anfang März in den Irankrieg hineingezogen. Damals
       feuerte die von Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des
       obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab.
       In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte
       Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen
       Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle
       über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.
       
       Im Zuge der Kämpfe im Südlibanon wurden Unifil-Stellungen UN-Angaben
       zufolge bereits mehrmals getroffen. Anfang März waren drei ghanaische
       Soldaten in einer Grenzstadt durch Schüsse verletzt worden.
       
       Die Unifil ist seit Jahrzehnten zwischen Israel und dem Süden des Libanon
       im Einsatz. An der Mission sind auch rund 200 Bundeswehrsoldaten beteiligt,
       die die libanesische Seegrenze überwachen und libanesische Marine-Soldaten
       ausbilden.
       
       31 Mar 2026
       
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