# taz.de -- Meisterinnenschaft im Eishockey: Dominanz mit Konzept
> Zum vierten Mal in Serie sichert sich Memmingen den Meisterinnentitel im
> Eishockey. Die Kaderbreite macht im Finale gegen Berlin den Unterschied.
(IMG) Bild: Unbändige Freude: Nara Elia und Antje Sabautzki mit dem Meisterinnenpokal
Es war eine lange Party im Stadion am Hühnerberg. Fans, Sponsoren und
natürlich die frisch gekürten Meisterinnen vom [1][ECDC Memmingen] feierten
den 4:2-Erfolg über die [2][Eisbären Juniors Berlin], mit dem das Team aus
dem Allgäu den vierten Titel in der Deutschen Frauen-Eishockey-Liga (DFEL)
hintereinander sichergestellt hatte. In der Best-of-Five-Serie erwies sich
Berlin zwar als harter Gegner, doch letztlich wurde Memmingen als
Titelverteidiger der Favoritenrolle gerecht und holte mit 3:0 Siegen
souverän den Titel.
Memmingen hat damit erneut seine Vorreiterrolle in der Liga unter Beweis
gestellt. Insgesamt ist es der siebte Meistertitel für die Allgäuerinnen.
Ein gutes Nachwuchskonzept ist die Basis des Erfolgs beim ECDC. So konnten
zuletzt einige Eigengewächse in die Bundesliga-Mannschaft aufgenommen
werden. Dazu kommt die Erfahrung der zahlreichen Nationalspielerinnen im
Kader. In der Liga, die in der nun abgeschlossenen Saison aus fünf
Mannschaften bestand, gehört Memmingen seit Jahren zu den Favoriten.
Leicht machten es die Eisbären, die nach vielen Jahren erstmals wieder in
einem Finale standen, den Indians von ECDC Memmingen allerdings nicht. Im
Spiel am vergangenen Samstag gingen die Gäste aus der Hauptstadt durch
Treffer der Nationalspielerinnen Franziska Feldmeier und Mathilda Heine gar
in Führung. „Es war unser bestes Spiel dieser Playoffs und bis Ende des
zweiten Drittels waren wir wirklich auf Augenhöhe“, sagte Berlins
Cheftrainer Phillip Richter danach. „Mit ein bisschen mehr Erfahrung“ wäre
vielleicht mehr möglich gewesen wäre, meinte er.
## Breiter Kader
Den Unterschied in den Finalspielen machte schließlich das dritte Drittel –
und die Qualität in der Breite. In Memmingen konnten alle drei Reihen der
Indians scoren. Einen großen Anteil daran hatte Verteidigerin Ronja Hark,
die im Anschluss als wertvollste Spielerin (MVP) der Playoffs ausgezeichnet
wurde. „Sie ist eine der besten deutschen Spielerinnen und eine absolute
Kämpferin“, sagte Memmingens Cheftrainer Jim Nagle, der das Team während
der Saison übernommen hatte. „Ronja geht in jeden Zweikampf und setzt sich
fast immer durch.“
Für Hark selbst steht trotz persönlicher Auszeichnung vor allem der
Teamerfolg im Vordergrund. Auch für die 22-Jährige ist es bereits der
vierte Titel in Folge. Von den 2.679 Zuschauern – der Rekord von 2.801 Fans
bei einem Spiel in Berlin 2023 wurde nur knapp verfehlt – ließ auch sie
sich gebührend feiern. „Es war ein tolles Gefühl, vor so einer Kulisse zu
spielen und erneut den Titel zu holen. Jede Saison ist einzigartig, und in
diesem Jahr hatten wir zusätzlich [3][noch die Olympischen Spiele].“
Als Schlüssel zum Erfolg nennt Hark vor allem die Kontinuität und
Mentalität innerhalb der Mannschaft: „Wir lagen im Playoff-Spiel gegen
Ingolstadt (Halbfinale, Anm. d. Red.) hinten und haben uns gemeinsam
zurückgekämpft. Diese Mentalität spürt man bei uns einfach, das haben wir
über die Jahre aufgebaut.“ Der Trainerwechsel während der Saison habe ihr
persönlich einen zusätzlichen Push gegeben.
Im April findet nun noch ein Lehrgang der Nationalmannschaft statt, dann
beginnt nach einer kurzen Pause für die Bundesliga-Teams schon die
Vorbereitung auf die nächste Saison. In Berlin kann man dabei ganzjährig
auf Eis zurückgreifen, während in Memmingen ein Sommertraining ohne
Eiszeiten auf dem Programm steht. „Wir sind schon an der Kaderplanung und
werden sicher ein paar neue Spielerinnen brauchen“, verrät Nagle, dessen
eigene Zukunft im Verein ebenfalls noch offen ist. Klar dürfte sein: Auch
in der kommenden Saison wird Memmingen ganz vorne mitspielen.
30 Mar 2026
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(DIR) Nina Probst
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