# taz.de -- Bürgermeisterwahl in Strausberg: Sieg mit Vorbehalt
       
       > Die parteilose Kandidatin Annette Binder hat die Stichwahl in Strausberg
       > gewonnen. Doch der Streit um mögliche Ungereimtheiten geht wohl weiter.
       
 (IMG) Bild: Strausberg hat gewählt, das Ergebnis könnte aber angefochten werden (Symbolbild)
       
       dpa | Die parteilose Lokalpolitikerin Annette Binder hat in der
       28.000-Einwohner-Stadt Strausberg im Brandenburger Landkreis
       Märkisch-Oderland die nachgeholte Stichwahl um das Bürgermeisteramt
       gewonnen. Der ebenfalls parteilose Bewerber Patrick Hübner unterlag
       deutlich.
       
       Die Abstimmung [1][stand jedoch unter schwierigen Vorzeichen], da ein
       Rechtsstreit mit dem Landrat vorausging. Es geht im Zusammenhang mit dem
       Kandidaten Hübner um den Verdacht von Wahlmängeln und Unregelmäßigkeiten
       beim Ablauf der Hauptwahl im Februar. Aufgrund angekündigter Wahleinsprüche
       könnte der Wahlsieg unter Vorbehalt stehen.
       
       Binder kam bei der Stichwahl auf 60,8 Prozent der Stimmen, Hübner auf 39,2
       Prozent, wie aus dem vorläufigen Ergebnis nach der Auszählung am Abend
       hervorging. Die Wahlbeteiligung lag bei niedrigen 36 Prozent. 2018 hatte
       sie bei fast 47 Prozent gelegen. Die Amtsdauer beträgt acht Jahre.
       
       ## Rechtsstreit überschattet Stichwahl
       
       Landrat Gernot Schmidt (SPD) hatte die vorherige Hauptwahl im Februar
       [2][für ungültig erklärt] und die Stichwahl gestoppt. Er geht von
       Wahlmängeln aus, weil das Postfach der Stadt für Wahlbriefe in einer
       Postfiliale war, die der Bürgermeisterkandidat Hübner betreibt. Dieser habe
       Zugriff auf die Unterlagen gehabt, hieß es. Hübner, der einen Verdacht der
       Manipulation zurückweist, ging juristisch gegen den Stopp der Wahl vor und
       bekam Recht.
       
       Deshalb wurde doch noch die Stichwahl angesetzt – zwei Wochen später als
       ursprünglich geplant. Kommt es zu Wahleinsprüchen nach dieser Stichwahl,
       müsste sich das Stadtparlament damit befassen. Unter anderem hatte der
       Landrat angekündigt, Wahleinspruch einzulegen.
       
       Wahlsiegerin Binder ist Mutter von drei Kindern und seit einigen Jahren als
       Führungskraft in einer Klinik tätig. Sie sagte am Abend dem RBB, es müsse
       erst abgewartet werden, wie sich die Wahleinsprüche gestalteten. Man müsse
       dazu mit den Stadtverordneten und dem Landrat ins Gespräch gehen.
       
       Im ersten Wahlgang im Februar hatte der Unternehmer Hübner mit 22,5 Prozent
       die meisten Stimmen erhalten vor Binder, die auf 21,2 Prozent kam.
       
       30 Mar 2026
       
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