# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Krieg geht mit voller Wucht weiter
       
       > Iran bestätigt den Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden.
       > Spanien sperrt den Luftraum für Militärflüge. Auch Polen will den
       > Spritpreis senken.
       
 (IMG) Bild: Rauch über Beirut nach einem israelischen Angriff am 30. März
       
       Irankrieg gefährdet globale Versorgung mit Dünger
       
       ap | Landwirte in aller Welt bekommen die Folgen des Krieges am Persischen
       Golf bereits sehr konkret zu spüren. Dass sie mehr Geld für Treibstoff
       bezahlen müssen, ist für die meisten noch das kleinere Problem. Doch weil
       Teheran als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA die für die
       Schifffahrt so wichtige Meerenge von Hormus blockiert, gibt es auch nicht
       mehr genug Dünger. Deswegen dürften dieses Jahr an vielen Orten die Ernten
       geringer ausfallen. Gerade in Entwicklungsländern könnte das viele Menschen
       in existenzielle Not bringen.
       
       Die ärmsten Bauern in der nördlichen Hemisphäre seien von
       Düngemittel-Importen aus der Golfregion abhängig – und die Verknappung
       komme gerade jetzt, wo die Pflanzzeit beginne, sagt Carl Skau,
       stellvertretender Exekutivdirektor des Welternährungsprogramms. „Im
       schlechtesten Fall wird dies zu geringeren Erträgen und Ernteausfällen in
       der bevorstehenden Saison führen. Im günstigsten Fall werden höhere
       Produktionskosten nächstes Jahr in die Preise für Lebensmittel mit
       einfließen.“
       
       Iran hält US-Verhandlungsvorschläge für unrealistisch
       
       rtr | Iran hat nach eigenen Angaben über Vermittler Nachrichten erhalten,
       die eine Verhandlungsbereitschaft der USA signalisieren. Die Führung in
       Teheran halte die US-Vorschläge jedoch für „unrealistisch, unlogisch und
       übertrieben“, erklärt der Sprecher des iranischen Außenministeriums,
       Esmaeil Baghaei.
       
       ## Iran bestätigt Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden
       
       afp | Iran hat am Montag den von Israel in der vergangenen Woche gemeldeten
       Tod des Marinekommandanten der Revolutionsgarden bestätigt. Aliresa
       Tangsiri sei „seinen schweren Verletzungen erlegen“, meldeten die
       Revolutionsgarden auf ihrer Webseite Sepah News. Am Donnerstag vergangener
       Woche hatte die israelische Regierung erklärt, Tangsiri sei bei einem
       „präzisen und tödlichen Einsatz“ der israelischen Streitkräfte getötet
       worden.
       
       Die Revolutionsgarden sind die ideologische Armee der Islamischen Republik.
       Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels am 28. Februar
       wurden mehrere ranghohe Mitglieder der iranischen Führung getötet, unter
       ihnen vor allem der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie der
       einflussreiche Sicherheitschef Ali Laridschani.
       
       ## Spanien sperrt Luftraum für Militärflüge im Irankrieg
       
       dpa | Die spanische Regierung hat den Luftraum des Landes für alle
       Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg der USA und Israels gegen Iran in
       Verbindung stehen. Diese Maßnahme „ist Teil der Entscheidung der spanischen
       Regierung, sich an diesem einseitig begonnenen Krieg, der gegen das
       Völkerrecht verstößt, nicht zu beteiligen und ihn nicht zu unterstützen“,
       erklärte der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister
       Carlos Cuerpo im Interview des Radiosenders „Cadena Ser“.
       
       Das Verbot betreffe nicht nur Starts von spanischem Boden, sondern auch den
       Überflug militärischer Flugzeuge, die etwa von Stützpunkten in
       Großbritannien oder Frankreich aus operieren, hatten zuvor die Zeitung El
       País und die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die
       linksgerichtete Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez berichtet.
       
       Madrid zählt in Europa zu den schärfsten Kritikern der militärischen
       Operationen der USA und Israels. Sánchez sagt immer wieder: „Nein zum
       Krieg!“. Bereits kurz nach dem Beginn des Krieges hatte der sozialistische
       Politiker vor knapp einem Monat den USA die Nutzung der Militärbasen Rota
       und Morón für die Einsätze gegen Iran untersagt. Diese Stützpunkte in
       Andalusien im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von
       Spanien und den USA betrieben.
       
       ## Iran weist 1.200 Staatsbürger der Emirate aus
       
       dpa | Vor dem Hintergrund des Kriegs weist die iranische Regierung 1.200
       Staatsbürger der Vereinigten Arabischen Emirate aus. Ihre Aufenthaltstitel
       seien aufgehoben worden, berichtete das Onlineportal Nurnews unter Berufung
       auf die Justiz. Sie seien angewiesen, Iran innerhalb von einer Woche zu
       verlassen. Zuvor hatten die Emirate ihrerseits Iranerinnen und Iraner zur
       Ausreise gezwungen. Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Iran und
       den Emiraten sind nach Kriegsbeginn eskaliert. Seitdem feuern die
       iranischen Streitkräfte im Rahmen ihrer Vergeltungsangriffe fast täglich
       auf Ziele im Golfstaat.
       
       ## Polen: Spritpreissenkung kommt am Dienstag
       
       dpa | Polens Regierung rechnet damit, dass neue Gesetze zur Senkung der
       Spritpreise ab Dienstag den Verbrauchern Erleichterung bringen werden.
       Derzeit sammle das Energieministerium noch Daten von Großhändlern, um auf
       dieser Grundlage den aktuell erlaubten Höchstpreis festzulegen, sagte
       Vize-Energieminister Wojciech Wrochna dem Sender Rmf.fm. „Am Dienstagmorgen
       soll der Höchstpreis, an den sich alle Anbieter halten müssen, bereits in
       Kraft sein.“ Die Regierung rechnet damit, dass die Preise für Benzin und
       Diesel um umgerechnet 28 Cent pro Liter sinken werden.
       
       Am Freitag hatte Präsident Karol Nawrocki ein Spritpreispaket der
       Mitte-links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk unterzeichnet. Die
       Gesetze sehen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoffe von bislang
       23 Prozent auf 8 Prozent vor. Außerdem erhält der Energieminister die
       Möglichkeit, bis Ende Juni die Höhe der Energiesteuer auf Treibstoff zu
       reduzieren. Die Regierung hat bereits eine Senkung auf das nach EU-Recht
       zulässige Minimum von umgerechnet knapp sieben Cent pro Liter Benzin und
       Diesel angekündigt.
       
       Überdies soll künftig ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis gelten,
       der täglich vom Energieminister auf der Grundlage der durchschnittlichen
       Großhandelspreise und der Betriebskosten der größten Lieferanten festgelegt
       wird. Verstöße können mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 230.000 Euro
       geahndet werden.
       
       In Polen ist Treibstoff grundsätzlich sehr viel billiger als in
       Deutschland. Dies hatte kurz nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten für
       erheblichen Tanktourismus in den Grenzregionen gesorgt. Doch auch in
       Deutschlands Nachbarland sind die Preise in den vergangenen Wochen sehr
       stark gestiegen. Dies geht aus den Daten der EU-Kommission hervor, die
       einmal pro Woche Durchschnittspreise für die Länder veröffentlicht.
       
       Ifo: Unternehmen wollen Preise wegen Irankrieg erhöhen
       
       dpa | Wegen der Folgen des Irankriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in
       Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts ihre Preise erhöhen. Der
       entsprechende Indikator kletterte um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit
       März 2023, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. „Der Preisdruck in
       Deutschland nimmt wieder spürbar zu“, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.
       „Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten
       erhöhen.“
       
       [1][Seit Wochen greifen die USA und Israel Iran an,] die Führung in Teheran
       attackiert ihrerseits die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten, in denen
       US-Soldaten stationiert sind. Zudem ist die Straße von Hormus de facto
       gesperrt, durch die ein großer Teil der weltweiten Rohstofftransporte
       geschifft wird. Daher steigen die Preise für Rohöl, Treibstoff, Gas und
       Strom.
       
       „Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter“, sagte Wohlrabe.
       „Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch
       auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.“
       
       Besonders stark steigen die Preiserwartungen laut Ifo in der Industrie
       sowie im Baugewerbe. Auch die konsumnahen Dienstleister, also zum Beispiel
       Gastronomie, Einzelhandel oder Gesundheit, erhöhten ihre Preiserwartungen
       kräftig. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Preisdruck über viele Branchen
       hinweg wieder zunimmt“, betonte das Ifo-Institut.
       
       Iran richtet zwei Oppositionelle hin
       
       rtr | In Iran sind einem Bericht staatlicher Medien zufolge zwei der
       Opposition nahestehende Männer hingerichtet worden. Sie hätten Verbindungen
       zur Organisation der Volksmudschahedin gehabt und seien wegen der Planung
       bewaffneter Angriffe in Teheran verurteilt worden, meldet das
       Nachrichtenportal der Justiz. Details zum Zeitpunkt der Festnahme der
       beiden Männer nennt das Portal nicht.
       
       Starke Kurseinbrüche in Tokio und Seoul
       
       dpa | Die Börsen in Ostasien haben die Handelswoche im Zuge des
       eskalierenden Irankriegs mit deutlichen Kursverlusten begonnen. Der
       japanische Leitindex Nikkei 225 brach zum Handelsstart ein und stand am
       Nachmittag (Ortszeit) rund 3,2 Prozent im Minus. Der südkoreanische Kospi
       sank ebenfalls um knapp 3,2 Prozent. Etwas milder fielen die Verluste in
       Hongkong aus, wo der Hang Seng Index am frühen Nachmittag rund 0,9 Prozent
       im Minus rangierte.
       
       Die Märkte reagieren damit auf den [2][weiter steigenden Ölpreis.] Der
       Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im
       Mai liegt derzeit bei rund 115 Dollar und nähert sich seinem vor drei
       Wochen erreichten Zwischenhoch von 119,50 Dollar an. Die ostasiatischen
       Volkswirtschaften, insbesondere Japan und Südkorea, sind stark von
       Öllieferungen über die derzeit nahezu geschlossene Straße von Hormus vor
       Iran angewiesen.
       
       Zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen
       
       ap | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben am frühen
       Montagmorgen zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen. Die von Iran
       unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hatte am Samstag erstmals seit dem Beginn
       des US-israelischen Krieges gegen Iran einen Raketenangriff auf Israel für
       sich reklamiert.
       
       Angriffe auf Soldaten im Westjordanland vereitelt
       
       ap | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben zwei Angriffe auf
       Soldaten im besetzten Westjordanland vereitelt. Das Militär teilte am
       frühen Montagmorgen mit, israelische Soldaten hätten das Feuer auf zwei
       Männer eröffnet, die als Bedrohung eingestuft worden seien. Bei den zwei
       separaten Vorfällen sei einer der Männer getötet und einer „neutralisiert“
       worden, hieß es.
       
       Der Mitteilung zufolge rannte einer der Männer in der Nähe von Dura im
       Süden des Palästinensergebiets mit einem Messer auf Soldaten zu und wurde
       getötet. Der andere habe in der Nähe eines Dorfs nördlich von Jerusalem
       sein Auto beschleunigt und sei in Richtung israelischer Soldaten gefahren,
       die daraufhin das Feuer eröffnet hätten.
       
       Brent nähert sich Marke von 120 Dollar
       
       dpa | Die Ölpreise sind zum Start in die fünfte Handelswoche nach dem
       Beginn des Irankriegs gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der
       Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai stieg in der Nacht auf Montag um
       bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar. Damit näherte sich der Ölpreis
       wieder seinem vor drei Wochen erreichten Zwischenhoch von 119,50 Dollar an.
       Am frühen Morgen lag der Preis bei 115,55 Dollar und damit 2,7 Prozent
       höher als Ende vergangener Woche.
       
       Seit Beginn des Irankriegs hat sich die Referenzsorte Brent um fast 60
       Prozent verteuert. Auch die Preise anderer Ölsorten zogen seit dem Angriff
       Israels und der Vereinigten Staaten auf Iran kräftig an. So kostet ein
       Barrel der US-Sorte WTI am Montagmorgen etwas mehr als 100 Dollar – und
       damit etwas über 50 Prozent mehr als vor dem Beginn des Irankriegs. Der
       Preisschub hat Folgen für Wirtschaft und Verbraucher weltweit, so sind
       unter anderem die Kosten für Treibstoff in die Höhe geschnellt.
       
       ## UN-Blauhelmsoldat von Geschoss im Südlibanon getötet
       
       afp | Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Mission
       im Libanon (Unifil) ist ein Blauhelmsoldat getötet worden. Der UN-Soldat
       sei am Sonntagabend getötet worden, als „ein Geschoss in einer
       Unifil-Stellung in der Nähe von Adschit al-Kusair explodierte“, teilte
       Unifil am Montagmorgen mit. Ein weiterer UN-Soldat sei lebensgefährlich
       verletzt worden. Nach Angaben der Regierung in Jakarta handelte es sich bei
       dem Todesopfer um einen indonesischen Soldaten.
       
       „Wir kennen die Herkunft des Geschosses nicht“, teilte Unifil weiter mit.
       Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, um die Umstände der Explosion
       zu klären. Die UN-Mission äußerte sich bestürzt über den Tod des
       Blauhelmsoldaten: „Niemand sollte jemals sein Leben verlieren, während er
       sich für den Frieden einsetzt.“
       
       Das indonesische Außenministerium bestätigte später, ein indonesischer
       Blauhelmsoldat sei nahe Adschit al-Kusair getötet worden. In Onlinediensten
       sprach das Ministerium in Jakarta von drei verletzten Soldaten und forderte
       eine Untersuchung des Vorfalls. Die Sicherheit und der Schutz der
       UN-Friedenstruppen müssten „zu jedem Zeitpunkt“ gewährleistet sein.
       
       Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA hatte zuvor berichtet,
       die getroffene Stellung gehöre zu einem indonesischen Unifil-Bataillon. Die
       Stadt Adschit al-Kusair liegt nahe der Grenze zu Israel.
       
       ## Israel meldet Raketenbeschuss und Angriffe auf Teheran
       
       ap | Das israelische Militär hat neue Luftangriffe auf Iran geflogen.
       Angegriffen werde „militärische Infrastruktur“ in verschiedenen Teilen der
       Hauptstadt Teheran, teilte das Militär am Montagmorgen mit. Zuvor hatte die
       Armee den ersten iranischen Raketenbeschuss des Tages auf Israel gemeldet.
       Sirenen heulten in der Nähe des wichtigsten israelischen
       Atomforschungszentrums. Das Gebiet war in den vergangenen Tagen wiederholt
       Ziel von Angriffen. Auch in Bahrain gab es bis zum Morgen zweimal
       Raketenalarm.
       
       ## Australien senkt Spritsteuern
       
       ap | Australien will die Steuern auf Benzin und Diesel halbieren und eine
       Steuer für schwere Nutzfahrzeuge abschaffen, um die wirtschaftlichen Folgen
       des Kriegs im Nahen Osten abzufedern. Die Regierung teilte am Montag mit,
       die Steuererleichterungen würden den Bund innerhalb von drei Monaten
       voraussichtlich 2,55 Milliarden australische Dollar (etwa 1,52 Milliarden
       Euro) kosten. Die Senkung der Spritsteuer werde am Mittwoch in Kraft
       treten, hieß es.
       
       ## Israelisches Militär greift Infrastruktur in Teheran an
       
       rtr | Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben derzeit im
       gesamten Stadtgebiet von Teheran Infrastruktur der iranischen Führung an.
       
       ## Trump meldet Zerstörung weiterer Ziele in Iran
       
       dpa | Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in Iran
       mehrere wichtige Ziele angegriffen und zerstört. „Großer Tag in Iran“,
       schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Viele seit langem
       verfolgte Ziele seien vom „großartigen“ US-Militär, dem besten und
       tödlichsten der Welt, ausgeschaltet und zerstört worden, erklärte er.
       Weitere Einzelheiten dazu nannte Trump jedoch nicht.
       
       Indischer Arbeiter in Kuwait getötet
       
       rtr | Bei einem iranischen Angriff auf ein Strom- und Wasserentsalzungswerk
       in Kuwait ist nach Angaben von Behörden ein indischer Arbeiter ums Leben
       gekommen. Zudem wurde ein Betriebsgebäude der Anlage beschädigt, teilte das
       kuwaitische Ministerium für Elektrizität und Wasser auf der
       Online-Plattform X ‌mit.
       
       Trump legt weitreichende Zustimmung Teherans zu 15-Punkte-Plan nahe
       
       ap | US-Präsident Donald Trump hat eine weitreichende Zustimmung Teherans
       zu einem 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende nahegelegt. Auf die
       Frage, ob Iran auf seinen Vorschlag reagiert habe, antwortete Trump an Bord
       des Regierungsfliegers Air Force One: „Sie haben uns die meisten Punkte
       gegeben. Warum auch nicht?“ Der Republikaner ging nicht näher auf die
       angeblichen Zugeständnisse der Islamischen Republik ein.
       
       Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hatte am Sonntag baldige
       Gespräche zwischen Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten
       angekündigt. Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein. Dar machte
       zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um ein direktes oder ein indirektes
       Gesprächsformat handeln werde.
       
       Trump sieht Fortschritte bei indirekten Gesprächen mit Iran
       
       rtr | Die indirekten Gespräche zwischen den USA und Iran über pakistanische
       Vermittler kommen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump einem
       Zeitungsbericht zufolge gut voran. Ein Abkommen über eine Waffenruhe ‌könne
       ziemlich schnell erzielt werden, berichtet die Zeitung Financial Times
       unter Berufung auf Aussagen Trumps. Zudem erlaube Iran nun 20 Öltankern
       unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus und
       damit doppelt so vielen wie zuvor. Dies habe der iranische
       Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf genehmigt.
       
       Trump spekuliert über Einnahme der Insel Charg
       
       ap | US-Präsident Donald Trump hat über eine Einnahme der iranischen Insel
       Charg durch US-Truppen spekuliert. „Vielleicht nehmen wir Charg ein,
       vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte Trump der Financial
       Times in einem Interview, das in der Nacht zum Montag veröffentlicht wurde.
       „Das würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort sein müssten.“
       
       Die Insel im Persischen Golf ist der wichtigste Ölhafen der Islamischen
       Republik. Über das dortige Tankerterminal wurden vor dem Krieg fast die
       gesamten iranischen Rohölexporte abgewickelt.
       
       Hohe Dieselpreise belasten Nahverkehrsunternehmen
       
       dpa | Angesichts der stark gestiegenen Kraftstoffpreise warnt der Verband
       Deutscher Verkehrsunternehmen vor Einschnitten im Nahverkehrsangebot (ÖPNV)
       der Kommunen. „Die stark gestiegenen Dieselpreise treffen die
       Verkehrsunternehmen in Deutschland in einer ohnehin wirtschaftlich
       angespannten Lage“, teilte der ÖPNV-Geschäftsführer beim VDV, Alexander
       Möller, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die Branche kann die
       zusätzlichen Belastungen nicht mehr lange aus eigener Kraft auffangen.“
       
       Die Unternehmen seien mit monatlichen Mehrkosten in sechsstelliger Höhe
       konfrontiert. Bund und Länder seien jetzt gefordert, den Unternehmen zu
       helfen und schnelle Lösungen für die Situation zu finden. „Nur mit
       politischer Unterstützung können Angebot und Ticketpreise im ÖPNV stabil
       bleiben“, betonte Möller.
       
       Das fordert auch der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen
       (WBO) – und warnt vor dem Wegfall von Buslinien insbesondere in ländlichen
       Regionen. „Wir stehen vor einer ernsthaften Gefährdung der Mobilität im
       Land“, teilte WBO-Geschäftsführerin Yvonne Hüneburg mit. Die Unternehmen
       könnten die Kosten in dieser Größenordnung nicht aus eigener Kraft
       abfangen.
       
       Iran gestattet 20 Schiffen Fahrt durch Straße von Hormus
       
       ap | Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, 20
       mit Öl beladenen Schiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus zu
       ermöglichen. Starten werde dies am Montagmorgen und für einige Tage
       andauern, erklärte der Republikaner in der Nacht zum Montag an Bord der
       Regierungsmaschine Air Force One. Es handle sich um ein „Zeichen des
       Respekts“ von Teheran.
       
       „Ich kann nur sagen, dass wir in dieser Verhandlung sehr gut vorankommen,
       aber man weiß nie, was mit Iran passiert. Wir verhandeln mit ihnen, und am
       Ende müssen wir sie doch wieder in die Luft jagen“, sagte Trump.
       
       IAEA: Schwerwasserreaktor in Iran getroffen
       
       dpa | Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der
       Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt
       worden. [3][Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor] sei nicht mehr
       betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X.
       Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene
       Kenntnisse der Einrichtung. Die Anlage enthalte kein deklariertes
       Nuklearmaterial. Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet,
       hieß es. Seit einem Monat führen Israel und die USA Krieg gegen das Land.
       
       Drohnen der Huthi-Miliz abgefangen
       
       dpa | Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat Israel erneut mit
       Drohnen angegriffen. Es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden,
       teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Zuvor hatten im Raum der
       Hafenstadt Eilat am Roten Meer im Süden Israels die Sirenen geheult.
       
       Die islamistische Huthi-Miliz war am Samstag an der Seite Teherans in den
       vor einem Monat von Israel und den USA gegen Iran begonnenen Krieg
       eingetreten. Innerhalb von kurzen Abständen feuerten die Huthi Raketen und
       Drohnen auf Israel ab, die jedoch nach israelischen Armeeangaben allesamt
       abgefangen wurden.
       
       Über 100.000 zivile Einrichtungen in Iran beschädigt
       
       dpa | Bei den israelisch‑amerikanischen Angriffen in Iran sind nach
       jüngsten Angaben des Roten Halbmonds mehr als 100.000 zivile Einrichtungen
       beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt Teheran wurden
       demnach fast 40.000 Wohngebäude und Geschäftseinheiten getroffen. Zudem
       seien in den vergangenen vier Wochen rund 600 Schulen und fast 300
       Gesundheitszentren angegriffen worden, teilte der Rote Halbmond auf der
       Plattform X mit. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht verifizieren.
       
       Zur Zahl der Todesopfer gibt es keine aktuellen Angaben. Das iranische
       Gesundheitsministerium teilte Anfang der Woche mit, dass seit Kriegsbeginn
       am 28. Februar dieses Jahres mehr als 1.900 Menschen getötet worden seien,
       darunter 240 Frauen und über 200 Kinder. In derselben Zeitspanne seien
       zudem mehr als 24.800 Menschen verletzt worden.
       
       US-Ölverband dringt auf Öffnung von Hormus-Straße
       
       ap | Der Chef des wichtigsten Lobbyverbands der US-Öl- und Gasindustrie
       dringt auf rasche Schritte zur Öffnung der Straße von Hormus. Das sei die
       einzige Lösung mit Blick auf die steigenden Verbraucherpreise und
       Energiekosten, sagte Mike Sommers, Präsident und CEO des American Petroleum
       Institute (API), dem US-Sender Fox News.
       
       Sommers sprach sich für gezielte Maßnahmen gegen die iranische Führung aus,
       um das Ziel zu erreichen. Ansonsten werde sich das Problem mit der Zeit
       verschlimmern. Je länger der Handelsweg blockiert bleibe, desto höher
       stiegen die Preise, warnte Sommers. Sorge bereite ihm auch das Eingreifen
       der jemenitischen Huthi-Miliz in den Konflikt.
       
       Netanjahu ordnet Ausweitung von Pufferzone an
       
       afp | Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung
       der Pufferzone im Libanon zum Schutz israelischer Ortschaften angeordnet.
       Er habe die israelische Armee angewiesen, die bereits bestehende
       Sicherheitszone in dem nördlichen Nachbarland „weiter auszudehnen“, sagte
       Netanjahu am Sonntag in einer Videobotschaft. Damit solle „die Gefahr einer
       Invasion“ durch die pro-iranische Hisbollah-Miliz „endgültig neutralisiert
       und der Beschuss der Grenze mit Panzerabwehrraketen verhindert werden“.
       
       Während eines Besuchs bei Soldaten sagte Netanjahu, die Hisbollah verfüge
       zwar noch über „Restkapazitäten“ zum Abfeuern von Raketen auf Israel. Die
       Miliz sei aber von den israelischen Streitkräften schwer getroffen worden.
       „Der Iran ist nicht mehr derselbe Iran, die Hisbollah ist nicht mehr
       dieselbe Hisbollah und die Hamas ist nicht mehr dieselbe Hamas“, sagte er.
       „Das sind keine terroristischen Armeen mehr, die unsere Existenz bedrohen –
       es sind besiegte Feinde, die um ihr Überleben kämpfen.“
       
       Pakistans Außenminister kündigt US-iranische Gespräche an
       
       ap | Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar hat baldige Gespräche
       zwischen Iran und den USA über den Krieg im Nahen Osten angekündigt.
       Pakistan werde Gastgeberland der Gespräche sein, erklärte Außenminister
       Ishaq Dar am Sonntag. Er machte zunächst keine Angaben dazu, ob es sich um
       ein direktes oder ein indirektes Gesprächsformat handeln werde. Aus Teheran
       und Washington lagen zunächst keine Stellungnahmen vor.
       
       Pakistan freue sich sehr darüber, dass sowohl Iran als auch die USA
       Vertrauen in die Rolle Pakistans bei der Vermittlung der Gespräche geäußert
       hätten, die in den „kommenden Tagen“ stattfinden würden, sagte Dar in einer
       Fernsehansprache, nachdem sich mehrere Außenminister der Nahost-Region in
       Islamabad zu Gesprächen über den Konflikt getroffen hatten.
       
       Dar sagte, die Außenminister der Türkei, Ägyptens und Saudi-Arabiens
       unterstützten die pakistanischen Friedensbemühungen. Beobachter rechneten
       mit einem weiteren Treffen am Montag.
       
       Iran warnt USA vor Einsatz von Bodentruppen
       
       dpa | Iran hat die USA vor einer Bodenoffensive gewarnt. „Zweifelt keinen
       Augenblick an der Entschlossenheit unserer Soldaten“, sagte
       Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf der staatlichen
       Nachrichtenagentur Irna zufolge. Iran sei sich sicher, dass er die USA
       bestrafen und zur Reue bewegen könne, sodass diese es nicht mehr wagen
       würden, das Land anzugreifen. Man befinde sich in einem „großen Weltkrieg“,
       so Ghalibaf.
       
       Er äußerte sich zudem skeptisch zu Vermittlungsversuchen. Die USA
       signalisierten Verhandlungsbereitschaft, planten aber heimlich eine
       Bodenoffensive, so Ghalibaf. Der Sprecher der iranischen Streitkräfte sagte
       dem Staatssender Irib zufolge, eine Bodenoffensive oder Besetzung eines
       Teils des iranischen Territoriums sei ein „Wunschtraum“, man warte nur auf
       solch eine Aktion.
       
       In deutlich schärferem Ton äußerten sich die iranischen Revolutionsgarden
       (IRGC) zu einer möglichen Bodenoffensive. „(US-Präsident Donald) Trump
       würde mit einer solchen Aktion die amerikanischen Truppen den Haien im
       Persischen Golf zum Fraß vorwerfen“, erklärten die IRGC im Staatssender
       Irib. Trump sei eine „verlogene Person ohne psychisches Gleichgewicht“ und
       direkt verantwortlich für die aktuelle Misere und die daraus entstehenden
       Schäden.
       
       Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass das US-Militär Pläne für einen
       möglichen Einsatz mit Bodentruppen in Iran vorbereitet hat. Zugleich
       bemühen sich Pakistan, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei bei einem
       Treffen der Außenminister in Islamabad um Deeskalation.
       
       30 Mar 2026
       
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