# taz.de -- Krisenmanagement im Stromausfall: Deutliche Kritik an Wegners Entschuldigung
> In der Tennisaffäre bedauert der Regierende Bürgermeister „kommunikative
> Fehler“. Von der Opposition hagelt es Kritik.
(IMG) Bild: Nichts falsch gemacht, ihr habt es nur falsch verstanden: Kai Wegner auf einer Pressekonferenz am 7. Januar
dpa | An der Entschuldigung von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai
Wegner (CDU) für [1][sein Verhalten im Zusammenhang mit dem großen
Stromausfall] gibt es deutliche Kritik. „Statt wirklich reinen Tisch zu
machen und sich ehrlich an die Menschen in Berlin zu wenden, versucht Kai
Wegner erneut, sich mit Kommunikationsfehlern herauszureden“, teilte
Grünen-Fraktionsvorsitzender Werner Graf mit. „Gerade in Zeiten von
Unsicherheit und Krisen brauchen wir einen Regierenden Bürgermeister, auf
dessen Wort Verlass ist.“
Die Linke-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, Elif Eralp, warf
Wegner vor, sich mehr als zwei Monate Zeit gelassen zu haben. „Und erst
jetzt, wo noch mehr Ungereimtheiten öffentlich werden, entschuldigt er
sich, das sieht doch arg nach Wahlkampfmanöver aus.“ Auf sie wirke das
wenig glaubwürdig. „Was jetzt von ihm als kommunikativer Fehler abgetan
wird, klingt nicht nach echter Einsicht, sondern nach Kalkül.“
Der CDU-Politiker hatte Fehler in seiner Kommunikation nach dem durch einen
Brandanschlag verursachten Stromausfall eingeräumt. Dafür wolle er sich bei
allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen, sagte er der B.Z. „Es tut
mir aufrichtig leid“, so der CDU-Politiker.
## Tennis ist auch Arbeit
„Aufgrund meiner Fehler in der Kommunikation ist ein Eindruck entstanden,
den ich sehr bedauere. Tatsächlich habe ich mich mit aller Kraft um die
Bewältigung dieser Krise gekümmert, als absehbar war, welche Dimension das
annimmt.“
[2][Bei dem Stromausfall Anfang des Jahres] mussten mehrere Zehntausend
Menschen im Südwesten Berlins deshalb tagelang ohne Heizung und
Elektrizität auskommen. Wegner steht insbesondere wegen seiner Angaben zum
ersten Krisentag, dem 3. Januar, in der Kritik.
Er hatte zunächst verschwiegen, mittags für eine Stunde Tennis gespielt zu
haben, wie Recherchen des RBB ergaben. Vergangene Woche war Wegner erneut
wegen eines Berichts des Tagesspiegels zu seinem Tagesablauf unter Druck
geraten. Dabei ging es um die Frage, ob Wegner den Umfang seiner
Aktivitäten korrekt dargestellt oder einen falschen Eindruck erweckt hatte.
24 Mar 2026
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