# taz.de -- Traditionszeitung „La Repubblica“: Griechischer Mogul Kyriakou greift zu
       
       > Der griechische Medienkonzern will sein Portfolio im Ausland erweitern.
       > Die italienische Traditionszeitung „La Repubblica“ ist nun Teil der K
       > Group.
       
 (IMG) Bild: Gehört jetzt zur griechischen K Group: die italienische Zeitung La Repubblica
       
       Die griechische K Group hat am Montag die Übernahme des italienischen
       Medienkonzerns Gedi bekanntgegeben. Zu dem Unternehmen gehören das
       [1][traditionsreiche Blatt La Repubblica,] ferner die Radiosender Radio
       Deejay, Radio Capital und m2o sowie HuffPost Italia, National Geographic
       Italia, das Magazin Limes und die in Mailand ansässige Werbeagentur A.
       Manzoni & C.
       
       Bisher gehörte Gedi der italienischen Fiat-Familie Agnelli. Die
       Unternehmerfamilie war bereits seit Herbst in Gesprächen über einen
       möglichen Verkauf des Konzerns.
       
       Die Turiner Tageszeitung La Stampa, neben La Repubblica aus Rom bisher das
       zweite Flagschiff der Printmedien im Gedi-Portfolio, geht hingegen an die
       italienische SAE-Gruppe unter der Leitung von Alberto Leonardis, einem
       Manager aus den Abruzzen.
       
       Beobachter beziffern den Kaufpreis für Gedi auf rund 100 Millionen Euro.
       Immerhin, könnte man sagen. Denn das Unternehmen schrieb maßgeblich ob
       seiner dramatisch schrumpfenden Printmarken seit Jahren rote Zahlen. Die
       Verluste betragen seit 2019 in Summe rund 360 Millionen Euro, deutlich mehr
       als der im freien Fall befindliche Umsatz von 224 Millionen Euro für 2024.
       La Repubblica dümpelte zuletzt mit einer Auflage von nur noch etwa 100.000
       Stück in Richtung Ruin.
       
       ## Kontrolle in mehreren Sektoren
       
       Dem Niedergang wollten die Agnellis nicht mehr tatenlos zusehen. Der
       Italo-Clan ist aus dem Verlagswesen nun raus, die K Group einer
       Oligarchenfamilie aus Athen dafür fortan voll drin. „K“ steht für den
       Familiennamen Kyriakou.
       
       Mit ihrer K Group kontrollieren die Geschwister Theodoros, Xenofon und
       Athina Kyriakou insgesamt 89 Firmen in aller Welt, wie die Athener
       Investigativplattform Solomon im Oktober 2024 ermittelte.
       
       Darunter sind Firmen aus der Medienbranche, dem Finanzsektor, der
       Schifffahrt, aus dem Immobilien-, Transport- und Handelssektor. Das
       Kyriakou-Firmenimperium ist über gleich zehn Länder verstreut, darunter die
       Niederlande, Hellas, Zypern, die Marshallinseln, Luxemburg, Großbritannien,
       Irland, Guernsey, Malta sowie Liberia.
       
       Grundlage für den Aufstieg der Kyriakou-Familie bildete die Schifffahrt,
       mit der man in Griechenland dank der per Verfassung garantierten
       Steuerbefreiungen sehr reich werden kann. Schon Opa Xenofon Kyriakou war
       Reeder, hatte aber nur vier Schiffe. Ihm folgte sein Sohn Minos Kyriakou.
       Schon früh avancierte er zum Medienzar: 1987 gründete er hierzulande den
       Radiosender Antenna, 1989 folgte der gleichnamige TV-Sender, der rasch zum
       hiesigen Marktführer avancierte und zudem Millionen Auslandsgriechen
       erreicht.
       
       ## Einfluss im Ausland
       
       Zur Kyriakou-Gruppe zählen inzwischen der hiesige Musiksender Easy, die
       Plattenfirma Heaven, eine Kinokette, eine Journalistenschule sowie mehrere
       TV- und Radiosender in Rumänien. Seine Kinder traten in seine Fußstapfen.
       Der 52-jährige Theodoros Kyriakou, nunmehr Kopf der Dynastie, verfolgt eine
       Doppelstrategie: 2022 stieg der saudische Konzern MBC mit 225 Millionen
       Euro bei Antenna ein, auch der institutionelle Investor Fairfax Financial
       machte Geld für das Kyriakou-Medium locker.
       
       So schwimmt Kyriakou in Geld, das der Dealmaker aggressiv im Ausland
       investiert. Schon früh investierte Kyriakou in Technologiegiganten wie
       Facebook, Twitter und Spotify.
       
       Anfang dieses Jahres steckte Kyriakou 30 Millionen Euro in das
       US-Nachrichten-Portal Semafor. Gestartet hat der Grieche zudem eine
       Zusammenarbeit mit Piers Morgan und dessen Plattform Uncensored sowie Tony
       Blair als Berater. Die Rolle der Medien versteht der umtriebige Grieche
       dabei als Instrument der Einflussnahme und Vernetzung auf globaler Ebene.
       
       Nun folgt also der Schritt nach Italien. Kyriakou hat mit Gedi jedenfalls
       eine Menge vor. Die Radiosender sollen ausgebaut werden und mit dem übrigen
       Angebot der K Group künftig einen Radioknotenpunkt in Süd- und Osteuropa
       bilden. Obendrein planen die Griechen den Ausbau von Streamingplattformen
       und Podcasts sowie die Produktion von Dokumentarfilmen. Bliebe die Frage,
       was mit dem Sorgenkind La Repubblica geschieht.
       
       Man wolle mit neuen Investitionen das Blatt auf Vordermann bringen, dessen
       Präsenz auf neue Märkte ausweiten und die preisgekrönte journalistische
       Arbeit ihrer Redakteure hervorheben, wird in Athen dazu versichert.
       Entlassungen seien keine geplant, beruhigen die neuen Eigentümer aus
       Griechenland die Gemüter in den Redaktionsstuben. Mario Orfeo bleibe zudem
       Chefredakteur. So soll ein abrupter Bruch mit der journalistischen
       Identität der Gedi-Kernmarke tunlichst vermieden werden.
       
       24 Mar 2026
       
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