# taz.de -- Deutscher Meister wird nur der FCB: Schneckenhetze zur Schale
> Fast 100 Tore, gigantischer Vorsprung: Der FC Bayern zieht einsam seine
> Kreise an der Spitze. So souverän wie andere Dominatoren sind sie aber
> nicht.
(IMG) Bild: Höhensprünge sehen anders aus: Michael Olise
Ja, sie haben wieder drei weitere Punkte eingesammelt, die Münchner
Gewohnheitsgewinner. 4:0 gegen Union Berlin. Indes: Es war wieder mal nicht
der höchste Spieltagssieg. Die avisierten 100 Saisontore sind immer noch
nicht geschafft. Und Harry Kanes neuer Toreerzielerrekord (42)? Weiter weg,
je näher das Saisonfinale rückt.
Die Tabelle sagt: neun Punkte Vorsprung. Das könnte tatsächlich reichen zum
nächsten Meistertitel. Aber das langwierige Procedere ist eines FC Bayern
unwürdig. Die Dauermeister mühen sich so zeitlupig zäh zur nächsten
Krönung, dass sich Schnecken ob des Tempos beschweren würden. Hatten wir
hier nicht vorausgesagt ([1][siehe taz vom 2.1.26]), die Ia seid Ias würden
am 14. März erster Deutscher Vorfrühlingsmeister? Jetzt ist fast schon
Herbst.
Verlegen gucken Uli Hoeneß et al. nach andernlands: In Belgien und den
Niederlanden stehen die Zweitliga-Meister (und Aufsteiger) längst fest. In
den Niederlanden übrigens, wo dem FC Bayern seit jeher weniger Sympathien
entgegenfliegen als bei uns, setzt sich allmählich der Ehrentitel het kwaad
für die Münchener durch. Heißt: Das Böse. In der Eredivisie wird spätestens
am nächsten Spieltag (vielleicht schon Sonntagabend) die PSV Eindhoven
souverän Meister. Schneller als München könnten zudem sein: Dinamo Zagreb
in Kroatien, NK Celje in Slowenien, der FC Porto in Portugal, Inter in
Italien, Lok Leipzig in der Regionalliga Nordost, sogar Buriram United in
Thailand. Demütigend!
Erfolgreicher ist der FC Bayern neben dem Platz. Hat den Münchner
Sozen-Oberbürgermeister, diesen roten Schandfleck, so lange mit
Nebeneinkünften gepampert, bis das Salär Skandalformat annahm,
Sympathiewerte zertrümmerte – und [2][Dieter Reiter] in die Stichwahl (nach
Redaktionsschluss) musste. [3][Falls München] tatsächlich mit einem
grünschnabeligen OB klarkommen muss, wird ihn der FC Ruhmreich mit
irgendeiner Nebentätigkeit auch noch kleinkriegen. Bis endlich wieder ein
richtiges CSU-Mannsbild Rathauschef ist.
Auch die Frauen des FC Bayern sind deutlich weiter, der Titel winkt schon
zu Ostern. Die männliche Rumpeltruppe aber stolpert dem Mai entgegen. Und
mitten in diese Krisenphase kommt noch das rituelle Aus in der Champions
League gegen Real Madrid, am 15. April im Viertelfinale dahoam. Damit ist
auch der fünfte Bundesliga-Startplatz weit weg. Aber für andere hat sich
der FC Immeralleswegbesiegen noch nie geschert.
22 Mar 2026
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(DIR) Bernd Müllender
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