# taz.de -- Blackout in Spanien und Portugal: Wie auf der Iberischen Halbinsel das Stromnetz kollabierte
       
       > 2025 erlebten Spanien und Portugal einen flächendeckenden Blackout
       > ungesehenen Ausmaßes. Nun zeigt ein Bericht, wie es dazu kommen konnte.
       
 (IMG) Bild: Stromleitungen, die Hochspannungsmasten verbinden, während eines Stromausfalls in der spanischen Stadt Ronda am 28. April 2025
       
       Es war „das perfekte Gewitter“, als am 28. April vergangenen Jahres [1][das
       gesamte Stromnetz in Spanien und Portugal zusammenbrach]. Zu diesem Urteil
       kommt der Europäische Zusammenschluss der Stromnetzbetreiber Entso-E in
       einem Abschlussbericht monatelanger Untersuchungen. Das Dokument eines
       unabhängigen Expertengremiums wurde am Freitag in Brüssel vorgestellt.
       
       Darin ist von „[2][mehreren interagierenden Faktoren]“ die Rede. Der
       Blackout gehe auf ein „sehr lokales Problem“ in Südspanien zurück, das sich
       „sehr schnell verschärfte“.
       
       „Es gibt nicht den einzelnen Schuldigen“, erklärt der Leiter der
       Untersuchung, der Österreicher Klaus Kaschnitz, auf der Pressekonferenz.
       „Wir haben festgestellt, dass mehrere Faktoren dazu beigetragen haben und
       deren Kombination letztendlich diesen Vorfall verursacht hat“, fügte er
       hinzu.
       
       Der Stromausfall war demnach [3][die Folge einer Kombination aus
       Spannungsschwankungen] und Schwingungsphänomenen. Diese führten zu
       regionalen Stromausfällen gefolgt von einer Kaskade von
       Überspannungsausfällen, die schließlich zum Verlust der Synchronisation des
       iberischen Stromnetzes mit dem Rest Europas führten. Die Systeme in
       Frankreich und auch in Marokko kappten aus Eigenschutz die Verbindung mit
       der Iberischen Halbinsel.
       
       ## Der Blackout begann im Kleinen
       
       Am Anfang stand ein lokales Problem, als mehrere Anlagen ohne Ankündigung
       in Südspanien vom Netz gingen und dies zu starken Schwankungen führte. Der
       Bericht kommt zum Schluss, dass trotz der korrekten Aktivierung der
       Verteidigungspläne des Systems „Art und Ausmaß der sich überschneidenden
       Ereignisse innerhalb weniger Sekunden zum vollständigen Zusammenbruch der
       spanischen und portugiesischen Systeme führten“. Um 12.32 Uhr war an jenem
       28. April 2025 die gesamte Iberische Halbinsel vom Netz. In Portugal
       brauchte es 12 Stunden, um die Stromversorgung wieder aufzubauen. In
       Spanien noch 4 Stunden länger.
       
       Entso-E teilt an alle aus. Mehrere Solaranlagen hätten sich, so der
       Bericht, nach den ersten Schwankungen automatisch vom Netz abgehängt, bevor
       sie an ihre Spannungsgrenze gelangten. Entso-E erklärt, dass sie trotz
       Anfrage keine Daten zur Abschaltspannung derjenigen Anlagen zur Erzeugung
       erneuerbarer Energien erhalten hätten, die sich vor Erreichen dieser
       Grenzwerte abgeschaltet hatten.
       
       ## Ein Stromausfall bislang einmaligen Ausmaßes
       
       Nachdem die Anlagen unvorhergesehen vom Netz gegangen waren, habe der
       spanische Netzbetreiber REE zu langsam reagiert. Das System habe Nachfrage
       und Angebot an Energie nicht schnell genug abgeglichen. Die großen
       Energieversorger, die mit ihren herkömmlichen Kraftwerken für die
       Netzstabilität hätten sorgen müssen, lieferten tatsächlich nur weniger als
       75 Prozent dessen, was der Netzbetreiber anforderte.
       
       „Diese Art von Stromausfall gab es vorher nicht, aber jetzt wissen wir,
       dass das passieren kann, und wir können aus dem Geschehenen wichtige Lehren
       ziehen, um so etwas in Zukunft zu verhindern“, erklärt der Vorsitzende des
       Entso-E-Komitees, Damian Cortinas. Der Bericht enthält eine lange Reihe
       technisch sehr detaillierter Empfehlungen, um künftig solche Blackouts zu
       verhindern.
       
       20 Mar 2026
       
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