# taz.de -- Niedergang der FDP: Christian Dürr wird es nicht mehr richten
> Marktradikalität, Disruption und mittendrin ein paar Politik-Fossilien.
> Für die FDP geht der Weg nur bergab. Die Ära Lindner hat endgültig
> ausgedient.
(IMG) Bild: Christian Dürr im November 2024 spricht über den Zustand der Ampel-Regierung. Dürr und die FDP wollen bei ihrem alten Kurs bleiben
Vielleicht gelingt es den letzten FDP-Politiker*innen, noch bis zu den
Wahlen in Rheinland-Pfalz die Füße stillzuhalten. Spätestens jedoch wenn
die Liberalen auch dort verlieren sollten, wird sich Totengräberstimmung
breitmachen. Schon [1][nach der Klatsche im FDP-Stammland
Baden-Württemberg] stellen mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann oder dem
NRW-Landtagsabgeordneten Henning Höne die letzten bekannten Figuren die
Parteiführung offen infrage.
Mit dem Vorsitzenden Christian Dürr, den die FDP [2][ohne Gegenkandidaten
an die Spitze wählte,] gibt es aktuell nur einen Weg für die Liberalen:
tiefer in den Abgrund. Denn Dürr verkörpert eine Politik, mit der jenseits
der schwerreichen FDP-Kernwählerschaft niemand etwas anfangen kann. Er
predigt die Fortsetzung der FDP-Politik aus dem letzten Ampel-Jahr, in dem
die FDP mit Disruption, Marktradikalität [3][und dem aktiven Hintertreiben
der eigenen Regierung] die Schlagzeilen prägte.
Dass man darauf schwerlich bauen kann, dämmert so manchen bereits seit dem
jämmerlichen Ausscheiden aus dem Bundestag. Einer der schon vorher vor
diesem Irrweg gewarnt hatte, war Volker Wissing. Er organisiert nun von der
Seitenlinie eine etwas hämische Kampagne gegen die letzten verbliebenen
Politik-Fossilien der Ära Christian Lindner.
Man kann dem unternehmerisch umtriebigen Ex-FDPler seine [4][zahlreichen
Interviews] nicht übel nehmen, schließlich kommt demnächst sein Buch
„Verantwortung“ auf den Markt. Neben der Marketingkampagne für das eigene
Spätwerk geht es dem Ex-Verkehrsminister wohl auch um sein Erbe: Er muss
als einer der Architekten der Ampel um seine politischen
Hinterlassenschaften fürchten.
In Rheinland-Pfalz regiert die FDP allerdings erfolgreich in einer
Ampelkoalition. Falls Spitzenkandidatin Daniela Schmitt ihre Partei mit 5
Prozent über die Ziellinie rettet, könnte es einen neuen Hoffnungsschimmer
geben. Doch da sie sich von der Ampel nie aktiv abgewendet hat, dürfte auch
ihr Sieg für die Parteiführung in Berlin einer Niederlage gleichkommen.
10 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Landtagswahl-in-Baden-Wuerttemberg/!6160426
(DIR) [2] /Kuenftiger-FDP-Chef-Christian-Duerr/!6073125
(DIR) [3] /Lang-geplantes-Ende-der-Ampelkoalition/!6046959
(DIR) [4] https://www.deutschlandfunk.de/ex-fdp-generalsekretaer-wissing-kritisiert-radikalen-kurs-der-parteifuehrung-104.html
## AUTOREN
(DIR) Cem-Odos Gueler
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