# taz.de -- Wahl in den Niederlanden: Rechtsextremer Fuß in der Tür
       
       > Rechtsextremisten gewinnen bei Kommunalwahlen in den Niederlanden stark
       > hinzu. Das zeigt, wie normalisiert rechtsradikale Gedanken inzwischen
       > sind.
       
 (IMG) Bild: Fuß in der Tür oder Fiets op de Straat, die Niederlande haben gewählt
       
       Es ist nicht leicht, von Wahlergebnissen auf Gemeindeebene auf landesweite
       Verhältnisse zu schließen. Das gilt besonders in den Niederlanden, wo die
       zahlreichen starken regionalen Parteien eine solche Projektion noch
       zusätzlich verzerren. Doch eine Erkenntnis lässt sich leicht
       herausdestillieren: [1][Der große Gewinner dieser Kommunalwahlen ist Forum
       voor Democratie (FvD)], eine rechtsextreme Partei, verschwörungs-affin und
       dem Alt-right-Spektrum zugetan.
       
       Seit ihr schlagzeilenträchtiger Gründer und Putin-Bewunderer Thierry Baudet
       2025 den Fraktionsvorsitz an die junge Lidewij de Vos abgab, ist die Partei
       im Aufwind. De Vos fungiert als vermeintlich gemäßigtes Gesicht der Partei,
       die zuvor nur noch bei den Resten der Corona-Protestbewegung, bei
       Impfgegnern und Anhängern eines globalistischen Elitenkomplotts gefragt
       war. Seit den Parlamentswahlen im Herbst [2][profitiert sie auch von der
       Krise der Wilders-Partei PVV], wodurch die rechte Flanke des Spektrums für
       FvD offen liegt.
       
       Der erneute Erfolg unterstreicht, wie selbstverständlich und akzeptiert
       rechtsradikales Gedankengut und Kontakte in der politischen Kultur der
       Niederlande inzwischen sind. Auch die Vergangenheit mehrerer Kandidaten bei
       einschlägigen rechtsradikalen Gruppierungen stand dem Einzug von FvD in die
       Gemeinderäte nicht im Weg. Gewählt wurde selbst ein ehemaliges Mitglied der
       nationalsozialistischen NVU. De Vos, die zwar nicht kandidierte, aber im
       Wahlkampf allgegenwärtig war, nannte unterdessen in einem Interview
       „Remigration“ einen „vollkommen nüchternen Begriff“.
       
       Selbst das bürgerlich-rechte Boulevardblatt Telegraaf warnte vor dem
       Urnengang, die Partei wachse „trotz dubioser Kandidat*innen wie Kohl“.
       Nun hat sie, wie De Vos das ausdrückt, „überall einen Fuß in der Tür“.
       Angesichts der erneuten Schwächung progressiver Parteien bleibt zu hoffen,
       dass in den Kommunalparlamenten genug Bewusstsein vorhanden ist, um die Tür
       unmissverständlich zu schließen.
       
       19 Mar 2026
       
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 (DIR) Tobias Müller
       
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