# taz.de -- Kirchen in der Krise: 1,2 Millionen Mitglieder weniger in einem Jahr
> Der Mitgliederverlust der Kirchen schreitet rasant voran. Durch Austritte
> und Sterbefälle verloren sie 2025 etwa 1,2 Millionen Gläubige.
(IMG) Bild: Katholische Bischöfe vor ihrer Frühjahrsversammlung
epd | Das Minus ist noch größer als im vergangenen Jahr: Die beiden großen
Kirchen haben 2025 rund 1,2 Millionen Mitglieder verloren. Wie aus den am
Montag von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der
katholischen Deutschen Bischofskonferenz veröffentlichten Zahlen
hervorgeht, zählten sie Ende 2025 noch 36,6 Millionen Mitglieder. Im Jahr
zuvor meldeten die beiden großen Kirchen noch 37,8 Millionen Gläubige,
damals aber bereits schon einen herben Verlust von gut einer Million
Mitgliedern.
Der evangelischen Kirche gehören aktuell demnach noch rund 17,4 Millionen
Menschen an (2024: 18 Millionen), der katholischen Kirche 19,2 Millionen
Menschen (2024: 19,8 Millionen). Die Zahlen zeigen, dass sich der Trend des
Schrumpfens für die Kirchen verfestigt.
So meldet die EKD, dass der Mitgliederrückgang wie im Vorjahr 3,2 Prozent
betrug. In den Details zeigt sich eine kontinuierliche Entwicklung: 350.000
Menschen traten im vergangenen Jahr aus einer der 20 evangelischen
Landeskirchen aus, rund 5.000 mehr als im Vorjahr. 330.000 Mitglieder
starben, rund 5.000 weniger als 2024. Weiterhin kann die geringere Zahl an
Taufen (105.000) und Aufnahmen (16.000) den Verlust nicht aufwiegen. Auch
deren Zahl hat sich im Vergleich zu 2024 kaum verändert.
Ähnlich ist es auch in der katholischen Kirche: Rund 307.000 Menschen
kehrten ihr den Rücken, immerhin aber fast 14.000 weniger als im Jahr
zuvor. Katholische Bestattungen gab es der Statistik zufolge rund 203.000,
10.000 weniger als 2024. Berücksichtigt sind dabei nicht jene Sterbefälle
von Katholiken, bei denen es keine kirchliche oder eine Bestattung im
Ausland gab. Taufen (109.000), Eintritte (2.000) und Wiederaufnahmen
(5.000) können den Verlust auch in der katholischen Kirche nicht
ausgleichen.
## Bischof Wilmer: Jeder Austritt schmerzt
Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, erklärte
zu den Zahlen, sie seien „ein Spiegelbild unserer Kirche“. Jeder
Kirchenaustritt schmerze, sagte der Hildesheimer Bischof. Er hob das
Engagement Ehrenamtlicher hervor, die die Angebote der Kirche überhaupt
erst ermöglichten. Trotz aller Umbrüche ermutige er dazu, den Kopf nicht in
den Sand zu stecken, sagte er.
Aus der EKD-Spitze wurde die Statistik zunächst nicht kommentiert. Auch die
Mitteilung der evangelischen Kirche verwies auf die zahlreichen Angebote
der Kirche für Menschen in unterschiedlichen und oftmals schwierigen
Situationen, beispielsweise in der Seelsorge, in der Pflege und in
Beratungsstellen. Mit der Kirchenmitgliedschaft trügen Christinnen und
Christen dazu bei, dass diese Angebote bestehen können, hieß es.
16 Mar 2026
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