# taz.de -- Brasilien als Urlaubsland: Ärger mit israelischen Soldaten
> Im Süden des brasilianischen Bundesstaates Bahia häufen sich
> Zwischenfälle mit israelischen Touristen, die nach dem Militärdienst auf
> Reisen sind.
(IMG) Bild: Israelische Touristen kommen gerne nach Bahia, Brasilien
Sie kommen seit Jahren zu Tausenden, immer in den Wochen nach Karneval. Der
Touristenort Itacaré im Süden von Bahia in Brasilien ist berühmt für seine
perfekten Surf-Wellen und für seinen Küstenregenwald, der bis an die
malerischen Buchten reicht.
Die 30.000-Einwohner-Stadt empfängt rund 130.000 Touristen pro Jahr,
darunter Gruppen junger Israelis, die sich nach ihrem Militärdienst auf
Reisen zu den immer gleichen Zielen begeben: Manche Restaurants und
[1][Pensionen haben extra Karten auf Hebräisch vorliegen.] Die jungen Leute
haben allerdings einen zweifelhaften Ruf, sie seien unhöflich, geizig und
übermäßig dem Alkohol und anderen Drogen zugetan, heißt es. Doch mehr als
Ärger ist daraus bisher nicht entstanden.
In diesem Jahr ist die Stimmung anders, dieses Mal kommen die israelischen
Urlauber direkt aus dem Krieg. „Kriegsverbrecher laufen frei an unseren
Stränden herum“, kommentiert das Nachrichtenportal Intercept.
Wer dieser Tage durch die kleine Kolonialstadt läuft, findet leicht
Beispiele für die angespannte Stimmung. Sei es, dass eine israelische
Reisegruppe im Restaurant unwirsch den Kellner herbeizitiert, sei es, dass
eine Touristin im Linienbus den Fahrer anbrüllt, weil die Klimaanlage nicht
richtig läuft – kleinste Frustrationen führen zu heftigen Reaktionen.
## Tourismussekretärin trotzdem zufrieden
Über den bisher schlimmsten Fall berichtete am vergangenen Mittwoch der
Sender CNN: Einer Straßenhändlerin schlug einer der israelischen Urlauber
so heftig ein Handy ins Gesicht, dass ihre Nase dabei gebrochen ist. Die
Stadt hat sich dazu bisher nicht geäußert. Nur wenige Tage zuvor zeigte
sich die Tourismussekretärin der [2][Stadt auf einer Infoplattform des
Bundesstaates] noch zufrieden darüber, dass die Kriege im Mittleren Osten
den Touristenfluss nicht beeinträchtigt hätten.
Im Gegenteil, während früher eher Rucksacktouristen aus Israel gekommen
seien, gäben die jungen Leute in dieser Saison deutlich mehr Geld zum
Beispiel für Ferienhäuser aus. Anwohner hingegen beschweren sich, dass sie
dort bis in den Morgen lautstark Partys feierten und die Polizei auch nach
Anruf nicht käme.
Dabei hat sich der Kommandant der Militärpolizei des Ortes extra am
Mittwoch mit dem Verantwortlichen der israelischen Synagoge in Itacaré
getroffen, um über den schwierigen Umgang beider Nationalitäten zu
sprechen. Die Polizei gab dabei Hinweise zum Erhalt der öffentlichen
Ordnung und der Einhaltung brasilianischer Gesetze.
Die internationale Gaza-Aktivisten-Initiative [3][Global Sumud Flotilla]
hat außerdem für den kommenden Samstag Geschäftsleute, Beschäftigte aus dem
Tourismussektor und Reisende zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen, bei
dem Ideen zu einem Tourismusmodell entstehen sollen, das „die lokale
Kultur, das Territorium und die lokale Wirtschaft durch eine Route des
ethischen Tourismus“ stärken soll. Außer in Itacaré findet das Gespräch auf
der Insel Morro de São Paulo statt, wo sich jährlich bis zu 25.000
israelische Urlauber aufhalten.
13 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://g1.globo.com/ba/bahia/noticia/2025/04/19/cardapios-em-hebraico-sinagoga-e-bandeiras-morro-de-sao-paulo-na-ba-se-torna-queridinho-de-militares-israelenses.ghtml
(DIR) [2] https://bahia.ba/bahia/guerra-no-oriente-medio-nao-freia-presenca-de-israelenses-em-itacare-turismo-segue-aquecido-na-regiao/
(DIR) [3] /Nahost-versus-Klima/!6136102
## AUTOREN
(DIR) Christine Wollowski
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