# taz.de -- +++ Nachrichten zum Irankrieg +++: Staatsfernsehen verliest Racheschwüre von Chamenei-Sohn
       
       > Seit Tagen wird über den Tod des neuen Herrschers des Mullahregimes
       > spekuliert. Nun wird erstmals eine Erklärung von Modschtaba Chamenei
       > verbreitet.
       
 (IMG) Bild: Anhänger des Regimes trauern immer noch um den Vater von Modschtaba Chamenei und feiern ihn als neuen Führer. Teheran, 11. 3. 2026
       
       Irans neuer Religionsführer Modschtaba Chamenei hat in einer Stellungnahme
       Rache für die Kriegsopfer gefordert. Der 56-jährige Kleriker betonte die
       Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff
       getöteten Schülerinnen. Die Angriffe auf die Golfstaaten würden
       fortgesetzt, hieß es in einer Erklärung des Sohns und Nachfolgers des vor
       eineinhalb Wochen getöteten Obermullahs Ali Chamenei, die im
       Staatsfernsehen von einem Nachrichtensprecher verlesen wurde.
       
       Zugleich rief Modschtaba Chamenei die Bevölkerung zur Einheit auf. Die
       ‌Menschen sollten am antiisraelischen Al-Quds-Tag teilnehmen. Der
       schiitische Gedenktag findet jährlich statt. An ihm gibt es üblicherweise
       Massendemonstrationen, mit denen die Solidarität mit den Palästinensern
       ausgedrückt werden soll, vor allem aber zur Vernichtung Israels und
       Amerikas aufgerufen wird.
       
       Zuletzt war spekuliert worden, auch Modschtaba Chamenei sei längst tot.
       Offiziell hieß es, er habe bei einem Angriff leichte Verletzungen
       davongetragen. (rtr/dpa/ap/taz)
       
       ## Angriffe auf Bahrain und Oman
       
       In Bahrain griff [1][der Iran] nach Angaben örtlicher Behörden
       Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Unklar war zunächst,
       ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des
       Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung
       handelte. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden
       aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Die Menschen in den Vierteln
       in der Nähe des Flughafens sollten zu Hause bleiben und die Fenster
       geschlossen halten, teilte das Innenministerium mit.
       
       Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen.
       Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera veröffentlichten Video
       war zu sehen, wie ein großer Feuerball über einem der Tanks aufsteigt. Der
       Golf-Kooperationsrat verurteilte den Angriff. Ein Sprecher der iranischen
       Militärführung wies eine Verantwortung dafür jedoch zurück. Der Vorfall im
       „befreundeten, benachbarten und brüderlichen Land Oman“ erscheine
       verdächtig, sagte er. Man respektiere die Souveränität Omans.
       
       Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf kam nach Angaben der
       irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben. Die Attacke in
       irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des
       Landes dar, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur INA einen
       Militärsprecher. Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung
       der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden,
       darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter. Die Hafenverwaltung
       stellte daraufhin den Betrieb der Ölterminals des Landes bis auf Weiteres
       ein.
       
       Ein unter thailändischer Flagge fahrender Frachter wurde nahe der Straße
       von Hormus von iranischen Raketen getroffen. Die „Mayuree Naree“, die von
       den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Indien unterwegs war, sei von zwei
       Geschossen oberhalb der Wasserlinie getroffen worden, wodurch am Heck und
       im Maschinenraum ein Brand ausgelöst wurde, teilte die thailändische Marine
       mit. Von den 23 thailändischen Besatzungsmitgliedern konnten 20 von der
       Marine Omans in Sicherheit gebracht werden, während drei Seeleute nach
       Angaben der Reederei Precious Shipping wahrscheinlich zunächst im
       Maschinenraum eingeschlossen blieben. (dpa)
       
       ## Innenpolitiker: Auf Flüchtlinge aus dem Iran vorbereiten
       
       Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien drängen darauf, sich auf eine
       mögliche große Fluchtbewegung vom Iran Richtung Westen vorzubereiten. Er
       hoffe, dass die Prognosen von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner
       „verlässlich und belastbar“ seien, wonach derzeit keine massenhafte
       Fluchtbewegung zu erwarten sei, sagte der innenpolitische Sprecher der
       SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, dem in Düsseldorf erscheinenden
       Handelsblatt (Donnerstag).
       
       Dennoch müsse Europa auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet sein, sagte
       Fiedler: „Entscheidend ist nicht Alarmismus, sondern Vorbereitung und
       europäische Handlungsfähigkeit.“
       
       Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion,
       Irene Mihalic, sagte dem Handelsblatt, die aktuelle Situation angesichts
       der andauernden Angriffe Israels und der USA auf den Iran sei nicht direkt
       mit 2015 vergleichbar, weil man heute besser vorbereitet sei. Damals kamen
       fast eine Million Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern wie Syrien,
       Afghanistan und dem Irak von Ungarn über Österreich nach Deutschland. Aber
       es sei dennoch wichtig, Vorbereitungen zu treffen, um unübersichtliche
       Situationen zu vermeiden. Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass
       kein Chaos entstehe und humanitäre Standards eingehalten würden.
       
       Der CSU-Innenpolitiker Siegfried Walch dringt unterdessen auf einen
       strikten Schutz der deutschen Grenzen und lückenlose Kontrollen. „Die
       Sicherheit in Deutschland muss zu jeder Zeit oberste Priorität haben“,
       sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt. Er forderte die
       Abwicklung von Asylverfahren direkt an den EU-Außengrenzen, um zu
       verhindern, dass Unterstützer des iranischen Regimes einreisen. (epd)
       
       ## Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt
       
       Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen
       eines „steigenden Sicherheitsrisikos“ vorübergehend. Die Schweiz vertritt
       im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung
       respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu
       tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern. Deren Arbeit
       „bleibt für den Schutz von US-Interessen und die Unterstützung unserer
       Staatsbürger entscheidend“.
       
       Die Regierung in Bern wiederum erklärte, in Absprache mit den betroffenen
       Ländern halte die Schweiz den Kommunikationskanal zwischen den USA und dem
       Iran weiterhin offen. Der Botschafter in Teheran und fünf Mitarbeiter
       hätten den Iran am Mittwoch auf dem Landweg verlassen und befänden sich in
       Sicherheit. „Sobald es die Lage erlaubt, werden die Mitarbeitenden nach
       Teheran zurückkehren“, hieß es.
       
       Vor etwa einer Woche hatte die Regierung erklärt, an der Botschaft seien
       aktuell sechs Schweizer und 18 lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
       Einsatz. Vier Schweizer hatten das Land bereits am 3. März verlassen. Die
       Schweiz agiert als sogenannte Schutzmacht der USA im Iran. Sie vertritt
       dort seit dem Abbruch der amerikanisch-iranischen Beziehungen die
       Interessen der USA. Sie übermittelt Botschaften zwischen beiden Ländern und
       betreut bei Bedarf amerikanische Staatsbürger. Das verbliebene Personal der
       deutschen Botschaft in Teheran wurde bereits Ende vergangener Woche in
       Sicherheit gebracht.(dpa)
       
       ## Iranisches Staatsfernsehen: Iran greift Gebäude in Dubai mit Drohne an
       
       Die iranischen Streitkräfte haben dem iranischen Staatsfernsehen zufolge
       ein Gebäude in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit einer
       Drohne angegriffen. In dem Gebäude, das „ein Unterschlupf für amerikanische
       Soldaten war, die den Iran angegriffen haben“, sei ein Feuer ausgebrochen,
       teilte der iranische Sender Irib im Onlinedienst Telegram mit.
       
       Die emiratischen Behörden erklärten, der Brand sei „vollständig unter
       Kontrolle“ gebracht worden. Es sei niemand verletzt worden. Zuvor hatten
       die Behörden den Absturz einer Drohne auf ein Gebäude in der Nähe des
       Wohnviertels Dubai Creek Harbour gemeldet. (afp)
       
       12 Mar 2026
       
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