# taz.de -- CDU-Männer in BaWü: Was für Mimosen
       
       > Die Südwest-CDU gibt im Umgang mit dem Rehaugen-Video und der Niederlage
       > ein jämmerliches Bild ab. Gruppenseminar statt Regierung wäre angebracht.
       
 (IMG) Bild: Wenn du mit einem Finger auf andere zeigst, zeigen drei auf dich
       
       Den Typen aus der baden-württembergischen CDU würde ein gemeinsames Retreat
       guttun. Nach der Wahlniederlage vom Sonntag sollten sie sich für ein paar
       Tage aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Keine Interviews mehr, dafür ab
       in eine Blockhütte im Schwarzwald zum Gruppenseminar: Moderne Männlichkeit
       für Anfänger.
       
       Denn so jämmerlich wie in den vergangenen 14 Tagen kann es nicht
       weitergehen. Schon [1][das acht Jahre alte Rehaugen-Video gab Hinweise auf
       ein fragiles Selbstwertgefühl]: Ein erwachsener Mann hat es nötig,
       Bestätigung aus der Illusion zu ziehen, Teenagerinnen würden ihn anhimmeln.
       Das allein hätte man noch abtun können. Videoschnipsel sind eine schlechte
       Basis für Ferndiagnosen, und im Verlauf eines knappen Jahrzehnts könnte
       auch ein CDU-Politiker charakterlich gereift sein.
       
       Ist er aber nicht, und seine Parteifreunde sind es ebenso wenig. Hagel
       selbst, sein Generalsekretär Tobias Vogt, CDU-Innenminister Thomas Strobl
       und sogar Friedrich Merz finden weder mit dem Video selbst noch mit ihrer
       Wahlniederlage einen gesunden Umgang. Schon vor dem Wahlsonntag war das
       Unions-Geschrei von einer „Schmutzkampagne“ skurril: Führten diese Leute
       den ersten Wahlkampf ihres Lebens? Haben sie selbst noch nie gegen Gegner
       und Gegnerinnen ausgeteilt? Ist es ihnen echt nicht zuzumuten, ein einziges
       Mal an der eigenen Medizin zu schnüffeln?
       
       Endgültig würdelos wurde es aber ab Sonntag um 18 Uhr: Die CDU-Männer
       wollen den Wahlsiegern eine „Entgiftungskur“ verschreiben, jammern
       pausenlos [2][über einen vermeintlichen „MAGA-Stil“ und „Hass und Hetze“.]
       Dann schieben sie auch noch Hagels Frau und Kinder vor und werfen den
       Grünen die Belastung für seine Familie vor, anstatt dazu zu stehen, was ihr
       Kandidat ihnen eingebrockt hat.
       
       Ein kollektiver Nervenzusammenbruch in der Partei. Misslich, dass sich ohne
       die Union keine Regierung bilden lässt: Solchen zarten Gemütern kann man
       ein Land eigentlich nicht anvertrauen.
       
       [Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Titels war „Was für Memmen“
       getitelt. Diese Beschreibung für eine schwache oder nicht belastbare Person
       ist etymologisch unschwer erkennbar verwandt mit „Mamma“ und „Mamme“ und
       stellt somit einen falschen Zusammenhang her. Wir haben den Titel
       geändert.]
       
       11 Mar 2026
       
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