# taz.de -- Landtagswahl Baden-Württemberg: Spannender als Politikunterricht
> Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg liegt das Mindestwahlalter
> erstmals bei 16 Jahren. Doch zu welchen Parteien tendieren die
> Erstwähler*innen?
(IMG) Bild: Auch die Jugend ab 16 Jahren wird bei dieser Landtagswahl an die Urne gerufen
Klar, Trump sei manchmal Thema in ihrem Freundeskreis, sagt Vilja Wagner.
Um Landespolitik hingegen ginge es nie. Die 16-Jährige besucht die 10.
Klasse eines Gymnasiums in Konstanz. Zumindest den Politikunterricht
dominiert aber die bevorstehende Landtagswahl: Erst kürzlich fand an ihrer
Schule eine Podiumsdiskussion mit den örtlichen Kandidat*innen statt,
erzählt die Schülerin. Die Politiker*innen hätten sich „zwar mehr
gestritten als vernünftig vorgestellt“, trotzdem sei die Veranstaltung
„deutlich interessanter“ als der normale Unterricht gewesen, so Wagner.
Dass der Wahlkampf in Baden-Württemberg auch die Schulen erreicht, hängt
auch mit dem neuen [1][Wahlrecht] zusammen: Im April 2022 hatte der Landtag
das Mindestwahlalter von 18 auf 16 Jahre herabgesetzt, Schüler*innen
werden für die Politik zu potenziellen Wähler*innen. Unter den 7,7
Millionen Wahlberechtigten in Baden-Württemberg sind in etwa 650.000
potenzielle Erstwähler:innen. 180.000 von ihnen sind minderjährig und
dürfen erstmals ihre Stimme abgeben.
Ein weiteres Novum ist die Einführung der Zweitstimme. Wie im Rest der
Republik können auch die Wähler*innen in Baden-Württemberg neben den
Direktkandidat*innen jetzt die Landesliste einer Partei wählen. Wo
genau der Unterschied zwischen Erst- und Zweitstimme liegt, ist Wagner
allerdings unklar. „Ich muss vor Sonntag da noch mal bei Mama nachfragen“,
sagt die 16-Jährige. Bislang habe sie sich zur Wahlvorbereitung durch den
[2][Wahl-O-Mat] geklickt – viele ihrer Positionen stimmten dabei mit denen
d[3][er Linken] überein. Besonders überzeugt sie, dass die Partei die
Preise für den ÖPNV verringern will und sich dafür einsetzt, dass mehr
Kliniken Schwangerschaftsabbrüche anbieten.
## Junge Männer und Frauen werden unterschiedlich wählen
„Junge Frauen werden verstärkt Die Linke wählen, da diese aus ihrer Sicht
am besten feministische Themen bedienen“, prognostiziert Rüdiger Maas vom
Institut für Generationenforschung in Augsburg im Gespräch mit der taz
wenige Tage vor dem Wahlsonntag. Für eine Jugendtrendstudie befragte das
Institut seit Jahresanfang bundesweit junge Menschen, unter anderem zu
ihren politischen Präferenzen.
Die Studie mit den bundesweiten Ergebnissen wird Ende März vorgestellt. Ein
Auszug zum voraussichtlichen Verhalten der Erstwähler*innen in
Baden-Württemberg liegt der taz vorab vor. Demnach sei die Linke bei jungen
Frauen mit fast 24 Prozent die beliebteste Partei. Bei männlichen
Erstwählern hingegen liegen mit jeweils 16,1 Prozent die CDU und die AfD
vorne. „Beide Parteien propagieren ein klassisch tradiertes Rollenbild, was
vor allem für verunsicherte junge Männer sehr attraktiv zu wirken scheint“,
erklärt Maas diese Tendenz.
Bei einer Probewahl in ihrer Klasse habe sich herausgestellt, dass viele
ihrer männlichen Mitschüler die CDU wählen würden, sagt Vilja Wagner.
Obwohl die Jungs mehr über Politik sprechen würden, diskutiert sie nur
ungern mit ihnen: „Was viele von denen über Abtreibungen sagen, kann man
sich echt nicht anhören“, erklärt Wagner ihre Zurückhaltung.
8 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Landtagswahl-in-Baden-Wuerttemberg/!6159677
(DIR) [2] https://www.wahl-o-mat.de/bw2026/app/main_app.html
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## AUTOREN
(DIR) Jonas Bernauer
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