# taz.de -- Gewalt im Westjordanland: Israelische Siedler töten zwei Palästinenser
> Immer wieder greifen israelische Siedler im Westjordanland
> palästinensische Dörfer an. Außerdem bleiben das Gebiet und der
> Gazastreifen abgeriegelt.
(IMG) Bild: Vor dem Spital in Nablus am 2. März: Trauer nach dem Siedlerangriff auf die palästinensischen Brüder
Israelische Siedler haben das palästinensische Dorf Qaryut, südlich von
Nablus im Westjordanland, angegriffen und auf Einwohner geschossen. Nach
Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei zwei
Brüder im Alter von 48 und 52 Jahren getötet; einem wurde in den Kopf, dem
anderen in den Bauch geschossen. Drei weitere Palästinenser kamen mit
leichteren Verletzungen ins Krankenhaus, unter ihnen ein 15-jähriger
Jugendlicher.
Laut Anfrage der Times of Israel an das israelische Militär wurden am
Montag nach dem Angriff Truppen nach Qaryut entsandt; es sprach von
„Zusammenstößen“. Man habe eine Untersuchung eingeleitet, verurteile den
Vorfall und betrachte „ihn mit großer Strenge“. Berichte über Festnahmen
gibt es bislang nicht.
Das Außenministerium der palästinensischen Autonomiebehörde verurteilte in
den sozialen Medien die Tat und nannte sie „einen Akt des Terrorismus“. Es
rief außerdem die internationale Gemeinschaft auf, „von verbalen
Verurteilungen zu praktischen, abschreckenden und verbindlichen Maßnahmen“
überzugehen. Dazu gehörten etwa Sanktionen gegen Siedler und ihre
Unterstützer.
Siedlergewalt ist im Westjordanland mittlerweile Alltag geworden:
[1][Beinahe täglich gibt es Angriffe], oft äußern sie sich in
Sachbeschädigung, [2][immer öfter werden aber Palästinenserinnen und
Palästinenser verletzt] oder sogar getötet. Seit dem Terrorangriff der
Hamas am 7. Oktober 2023 wurden im Westjordanland 1.044 Palästinenser
getötet, darunter 39 durch Siedlergewalt. Äußerst selten werden die
mutmaßlichen Täter festgenommen – und wenn doch, kommen sie oft schnell
wieder frei.
So etwa der Siedler, der mutmaßlich den palästinensischen Aktivisten und
Beteiligten an dem Filmprojekt „No Other Land“, Odeh Hadalin, erschossen
hat. Er wurde zunächst verhaftet, aber nur Tage später wieder freigelassen.
Im Februar wurde nach einem Bericht der Haʼaretz und weiterer israelischer
Medien seitens der israelischen Staatsanwaltschaft verkündet, den
Beschuldigten wegen Mordes anklagen zu wollen.
## Sicherheitslage im Westjordanland
Auch über die Siedlergewalt und die anhaltenden Razzien des israelischen
Militärs hinaus – an diesem Dienstag beispielsweise im Askar-Camp nahe
Nablus laut Bericht der palästinensischen Agentur Wafa – ist die Lage im
Westjordanland angespannt. Nach Berichten lokaler Medien wurden am
Samstagmorgen, [3][als der Krieg in Iran begann], alle Tore und Barrieren,
die im Westjordanland die palästinensischen Siedlungsgebiete voneinander
trennen, geschlossen. Stimmen, die die taz von vor Ort erreichten,
bestätigen das. Auch der Zugang zur Al-Aksa-Moschee in Jerusalem ist den
vierten Tag hintereinander geschlossen.
Auch der Gazastreifen ist abgeriegelt, die Grenzübergänge sind geschlossen.
Die israelische Behörde Cogat, die für die besetzten palästinensischen
Gebiete zuständig ist, erklärte: „Nötige Sicherheitsmaßnahmen wurden
umgesetzt.“ Es gebe außerdem genug Lebensmittel im Gazastreifen, um die
Bevölkerung erst mal zu ernähren, so Cogat.
Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer
Angelegenheiten (Ocha) warnte allerdings: Die derzeitige Situation habe
direkten Einfluss auf die humanitäre Lage im Gazastreifen. Der Treibstoff
sei rationiert worden, was etwa den Betrieb von Bäckereien,
Entsalzungsanlagen und der Müllabfuhr beeinträchtige.
Durch diese erneute Schließung des Grenzübergangs Rafah sind auch keine
Aus- und Einreisen mehr aus und nach Gaza möglich. Erst vor Kurzem war der
Betrieb am [4][Übergang zwischen Ägypten und dem Gazastreifen wieder
aufgenommen worden].
Mit dpa
3 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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