# taz.de -- Fast wieder auf Vor-Corona-Niveau: Deutsche Reallöhne steigen 2025 erneut – aber langsamer
       
       > Bei Arbeitnehmern hat sich 2025 auch nach Abzug der Teuerung ein Lohnplus
       > bemerkbar gemacht. Die Reallöhne sind fast wieder so hoch wie 2019.
       
 (IMG) Bild: Wer „im Grünen“ arbeitet, dessen Reallohn stieg unwesentlich
       
       rtr | Die ‌Kaufkraft der deutschen Beschäftigten ‌ist im vergangenen Jahr
       trotz der schwachen Konjunktur erneut gestiegen. Die Reallöhne wuchsen um
       durchschnittlich 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische
       Bundesamt am Freitag mitteilte. 2024 waren sie auch wegen der steuerfreien
       [1][Inflation]sausgleichsprämie noch um 2,9 Prozent gestiegen. Damit sei
       „fast wieder das Reallohnniveau des Jahres 2019“ erreicht worden – dem Jahr
       ‌vor Ausbruch der Coronapandemie. 2022 hatte es wegen der hohen Inflation
       infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einen Einbruch von
       4,1 Prozent gegeben.
       
       Während die Löhne im vergangenen Jahr nominal um rund 4,2 Prozent zulegten,
       zogen die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 2,2 Prozent an. Daraus
       ergibt sich das Reallohnplus. „Die gute Lohnentwicklung 2025 und auch 2024
       ist sehr erfreulich“, sagte Ökonom Malte Lübker vom gewerkschaftsnahen
       Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der
       Hans-Böckler-Stiftung. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass
       ‌wir davor einen beispiellosen Einbruch bei den Reallöhnen erlebt haben.“
       Die Verluste durch die zwischenzeitlich hohe Inflation seien noch nicht
       vollständig ausgeglichen.
       
       Nach Branchen betrachtet stiegen die Nominallöhne ⁠im vergangenen Jahr am
       stärksten bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern (+5,7 Prozent),
       freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+5,3
       Prozent) sowie Erziehung und Unterricht (+5,0 Prozent). In den Bereichen
       Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden (+2,8 Prozent), Land- ‌und
       Forstwirtschaft, ‌Fischerei (+3,3 Prozent) und verarbeitendes Gewerbe (+3,3
       Prozent) fiel das Wachstum vergleichsweise ⁠gering aus.
       
       „Insbesondere Geringverdienende verzeichneten 2025 – wie bereits 2023 und
       2024 – erneut ein starkes Nominallohnwachstum“, so die Statistiker. Das
       Fünftel ‌mit den geringsten Verdiensten kam auf ein ‌durchschnittliches
       Nominallohnwachstum von 6,0 Prozent. Für das oberste Fünftel mit den
       höchsten Verdiensten unter den Vollzeitbeschäftigten fiel das Plus mit ‌3,7
       Prozent unterdurchschnittlich aus.
       
       27 Feb 2026
       
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