# taz.de -- Schnellboot aus den USA: Kuba meldet Tote nach Schusswechsel
       
       > Grenzschützer haben vier Menschen auf einem Schnellboot getötet. Kuba
       > will damit einen Terrorplan vereitelt haben. Die US-Regierung fordert
       > Aufklärung.
       
 (IMG) Bild: Neben den vier getöteten Personen seien auch sechs Verdächtige verletzt worden, hieß es aus dem kubanischen Innenministerium
       
       dpa | Kubanische Grenzschützer haben nach Angaben der Regierung Kubas bei
       einer tödlichen Schießerei auf offener See ein in den USA registriertes
       Boot mit Terrorverdächtigen gestoppt. Vier der zehn Menschen auf dem
       Schnellboot wurden demnach getötet, die anderen verletzt. Auch der
       Kommandant des kubanischen Patrouillenboots sei bei dem Schusswechsel vor
       der Nordküste des Karibikstaats verletzt worden. Die US-Regierung sprach
       von einem „sehr ungewöhnlichen“ Vorfall und kündigte eigene Nachforschungen
       an.
       
       Laut dem Innenministerium in Havanna verfolgte die zehnköpfige Besatzung
       des Schnellboots terroristische Absichten und wollte illegal nach Kuba
       eindringen. An Bord des Bootes seien Waffen, Sprengsätze und Tarnuniformen
       gefunden worden. Näheres zu den angeblichen Motiven der Gruppe wurde nicht
       mitgeteilt. Es werde weiter ermittelt.
       
       Ein Verdächtiger wurde laut den Angaben zudem in Kuba festgenommen. Er habe
       gestanden, aus den USA „entsandt“ worden zu sein, um sich an der
       terroristischen Operation zu beteiligen. „Alle Beteiligten sind in den
       Vereinigten Staaten lebende Kubaner“, teilte die Regierung des
       sozialistischen Inselstaats mit. Die meisten von ihnen seien schon vorher
       wegen krimineller und gewalttätiger Aktivitäten bekannt gewesen.
       
       Den Angaben aus Havanna zufolge hatten Grenzschützer das Boot am
       Mittwochmorgen (Ortszeit) in kubanischen Territorialgewässern nahe Cayo
       Falcones entdeckt. Es habe sich bis auf etwa eine Seemeile der
       Küstenprovinz Villa Clara genähert. Als eine Einheit der Grenztruppen zur
       Identifizierung an das Boot herangefahren sei, habe die Besatzung das Feuer
       eröffnet.
       
       ## „Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen“
       
       US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich während eines Besuchs im
       karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis zu dem Vorfall. Verschiedene
       Teile der US-Regierung seien damit befasst, Informationen zu sammeln und zu
       verifizieren, sagte er vor Journalisten. Bis Näheres feststehe, wolle er
       nicht über das Geschehen spekulieren.
       
       „Es reicht zu sagen, dass es sehr ungewöhnlich ist, solche Schießereien auf
       offener See zu sehen“, sagte Rubio. Mit Kuba sei so etwas schon sehr lange
       nicht mehr passiert. US-Beamte waren Rubio zufolge jedenfalls nicht
       beteiligt.
       
       [1][Die US-Botschaft in Havanna] versuche noch herauszufinden, ob es sich
       bei den Opfern um US-Bürger oder Personen mit ständigem Wohnsitz in den USA
       gehandelt habe, sagte der Minister. Aktuell stammten die meisten
       Informationen, die die USA hätten, noch von kubanischen Behörden. Deren
       Angaben zufolge sei das Boot im US-Bundesstaat Florida registriert gewesen.
       Man gehe dem nach.
       
       Zuvor hatte Floridas Justizminister James Uthmeier eine gemeinsame
       Untersuchung mithilfe der Bundesbehörden zu dem tödlichen Zwischenfall
       angekündigt. „Der kubanischen Regierung kann man nicht trauen, und wir
       werden alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Kommunisten zur
       Rechenschaft zu ziehen“, versprach der Republikaner.
       
       Die kubanische Führung stellte es erwartungsgemäß anders dar. „Kuba
       bekräftigt seinen Willen, die Territorialgewässer zu schützen, wobei die
       nationale Verteidigung eine grundlegende Säule für den kubanischen Staat
       zum Schutz seiner Souveränität und der Stabilität in der Region ist“, ließ
       das Präsidialamt über die Plattform X wissen.
       
       ## Wie es um die Beziehung zwischen den USA und Kuba steht
       
       Die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen den USA und Kuba hatten
       sich in den vergangenen Wochen noch einmal verschärft. Unter US-Präsident
       Donald Trump üben die Vereinigten Staaten wieder verstärkten Druck auf
       Kubas kommunistische Regierung aus. So erhielt das Land [2][seit Dezember
       kein Öl mehr] aus Venezuela, da Trump eine vollständige Blockade für
       sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen
       Bruderstaat anordnete. Außerdem drohte er mit Zöllen gegen Staaten, die
       Kuba mit Öl beliefern – woraufhin etwa Mexiko, zuletzt größter Ölversorger
       der Insel, seine Lieferungen einstellte.
       
       [3][Die US-Ölblockade gegen Kuba] verschärfte die schwere Energie- und
       Wirtschaftskrise in dem Karibikstaat – und führte dort zu einem akuten
       Versorgungsengpass. Trumps Regierung kündigte daraufhin jüngst an, den
       Verkauf von venezolanischem Öl an das kubanische Volk und an die
       Privatwirtschaft wieder zu genehmigen. Laut dem US-Finanzministerium soll
       der Export für kommerzielle und humanitäre Zwecke in Kuba erlaubt werden.
       Ein Teil der bestehenden Sanktionen bleibe jedoch bestehen.
       
       26 Feb 2026
       
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