# taz.de -- Queer-feministischer Vernetzungsort: Zukunft des f.a.q. steht infrage
> Ein feministischer Infoladen in Neukölln soll nach 17 Jahren seine
> Räumlichkeiten verlieren. Dagegen wehren sich die Betroffenen.
(IMG) Bild: Will weiter leuchten: das f.a.q. in der Jonasstraße
f.a.q., das steht für feministisch, antisexistisch und queer. [1][So heißt
der Infoladen in der Neuköllner] Jonasstraße 40, ein linker Vernetzungsort
für politische Bildungsarbeit und Diskussionen über queer-feministische
Perspektiven. [2][Der Laden] dient als Rückzugsort für Menschen, die
sexistisch, queerfeindlich, rassistisch oder anderweitig diskriminiert
werden.
Doch nach fast 17 Jahren an diesem Standort droht dem f.a.q. das Aus. Im
vergangenen Oktober hatte der Hauseigentümer den Betreibenden gekündigt,
wie diese nun öffentlich machen. Der Laden soll bis Ende März ausziehen.
„Der Verlust des f.a.q. würde ein großes Loch in die Berliner queere und
feministische Szene schlagen“, sagt Vereinsmitglied Lisa Mangold der taz.
„Die Kündigung bedeutet die Verdrängung einer Anlaufstelle mit klarer
antifaschistischer und feministischer Haltung“, betonte sie. f.a.q. wird
vom Verein Basics e.V. ehrenamtlich getragen und finanziert sich aus
Spenden.
Laut Alaida Hobbing vom f.a.q werde der Raum von verschiedenen Kollektiven
für Veranstaltungen genutzt. Menschen können im f.a.q. zusammenkommen und
sich dort vernetzen. Dazu finden regelmäßig kostenfreie Events statt,
darunter Lesungen, Konzerte oder Spieleabende. Die emanzipatorische
Kiez-Bibliothek bildet daneben ein festes Projekt, laut eigener Angabe das
„Herzstück“ des Ladens.
## Kritik an Eigentümern
Laut Grundbucheintrag gehört das Gebäude der Divergenz GmbH. Deren
Gesellschafter:innen besetzen führende Positionen bei der
[3][casablanca GmbH, die Kinder- und Familien in schwierigen Lebenslagen
durch Angebote wie Krisenhilfe und Jugendsozialarbeit unterstützt]. Für die
Betreibenden des Infoladens steht die Kündigung daher im Gegensatz zu dem
sozialen Interesse der Vermieter:innen.
Der Eigentümer hatte laut Hobbing zum Zeitpunkt der Kündigung keine
besonderen Gründe vorgelegt, da Gewerbemietverträge auch ohne Angabe eines
Grundes gekündigt werden können.
Auf Anfrage der taz gab die Divergenz Gmbh Sanierungsbedarf als
Kündigungsgrund an. „Die Räumlichkeiten des Vereins sollen entsprechend
heutiger Standards hergerichtet werden“, steht in einem der taz
übermittelten Schreiben an die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln. „Zu
den Nutzungsvorstellungen nach Fertigstellung der Einheit können wir zum
jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen, ebenso wenig dazu, ob eine
erneute Anmietung durch den Verein grundsätzlich in Betracht kommt“, hieß
es weiter.
Hobbing kritisierte besonders die fehlende Verhandlungsbereitschaft. Einen
Dialog mit ihnen habe es nicht gegeben. „Wir wären auch bereit, über eine
Mieterhöhung im Rahmen einer Modernisierung zu sprechen“, sagt Hobbing.
Ebenso sei ein Verbleib im Gebäude während der Sanierung denkbar. „Wir sind
immer noch bereit, zu verhandeln“, sagt sie.
Mit einer Kundgebung am 6. März vor dem Laden will der Verein für seinen
Verbleib kämpfen. „Wir fordern eine klare politische Verantwortung für den
Schutz und die Absicherung queerer, feministischer Bildungsorte“, schreiben
sie.
26 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /faq-BEWEGUNG-PLATTFORM-FUeR-VERAeNDERUNG/!317778&s=f+a+q+infoladen/
(DIR) [2] https://faq-infoladen.org/
(DIR) [3] https://www.g-casablanca.de/ueber-uns
## AUTOREN
(DIR) Martha Lippert
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