# taz.de -- Deutsche HBO-Serie „Banksters“: Banker als Bankräuber
> Mit „Banksters“ präsentiert HBO seine erste deutsche Serie. Sie ist
> schauspielerisch und im Setting überzeugend, doch im Dialog etwas witzlos
> und lahm.
(IMG) Bild: Eren M. Güvercin als Yusuf Arslan in Banksters
„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“, fragte
einst [1][Bert Brecht]. Zwar zitiert die Serie [2][„Banksters“] den
deutschen Dichter nicht explizit, aber die berühmte Brecht’sche Frage
könnte das heimliche Leitmotiv der Serienmacher sein.
„Bankster“ handelt von einer Gruppe junger Bank-Azubis in Berlin.
Hauptfigur ist Yusuf Arslan, einer, der glänzt in der Ausbildung, auf dem
Fußballplatz und zu Hause: seinem kleinen Bruder und seinen Eltern ist er
ein liebevoller, vorbildlicher und sich kümmernder Bruder und Sohn.
Als seine Mutter Hanna entdeckt, dass ihr Mann Muhamed riesige Schulden bei
der Bank hat, verlässt sie die Familie. Yusuf löst sein Konto mit seinem
Ersparten auf, um zumindest einen Teil der Schulden zu begleichen. Doch es
reicht bei Weitem nicht.
Und so geht er auf die Idee von Malte aus seiner Klasse ein: die
Kreditkarten der Bankkunden auszuspionieren. Und siehe da, es klappt. Doch
das Geld reicht immer noch nicht, denn es muss ja durch vier geteilt
werden: Yusuf und Malte schließen sich Melanie und Steven aus der Klasse
an. Die vier rauben in wenigen Monaten zig [3][Banken und Schließfächer]
aus. Bis Yusuf verhaftet wird. Ihm drohen zehn Jahre Haft wegen mehrfachen
Bankraubs.
## Türkisch sprechende Kunden überreden
Schlagartig steht nun alles auf dem Spiel: die Zukunft von Yusufs Vater,
Yusufs eigene, aber auch die Zukunft der anderen drei.
Die große Frage, die den roten Faden der Serie bildet, lautet: Wer hat
Yusuf verraten? Seine Schwester macht sich auf die Suche nach der Bande, um
ihren Bruder zu entlasten, wird fündig, doch die Antwort auf die Frage ist
schwieriger als gedacht.
Die Serie erzählt die Geschichte nicht chronologisch, sondern in
Rückblicken. So erfahren wir, dass der Filialleiter Yusuf nur einstellt,
weil er ihn dazu benutzen will, die türkisch sprechenden Kunden zu einem
Bausparvertrag zu überreden.
Selten wurden die Übergänge zwischen Bankräuber und Banker fließender
gestaltet wie in „Bansters“, der ersten deutschen Produktion für die neue
Plattform HBO-Max. Doch leider bleibt die Welt der Banker ansonsten sehr
blass.
Die Serie inszeniert die Geschichte dieser smarten Bankräuber vor allem als
soziale Problemstory. Und so erfahren wir mehr über die familiären
Hintergründe der Azubi-Räuber: Während Yusufs Vater in Schulden versinkt,
weil er in seinem Job als Koch nicht wirklich weiterkommt, ist Stevens
Mutter schwer depressiv, seit sich ihr Mann umgebracht hat. Melanie
wiederum ist von ihrem spießigen Leben mit ihrem spießigen Ehemann angeödet
und Malte von seinem reichen Vater, der ihn für einen Nichtsnutz hält,
weswegen er sich an ihm rächen will.
So richtig überzeugen kann „Banksters“ aber nicht. Zwar sind die
Schauspieler alle durch die Bank weg großartig, aber offenbar hat man ihnen
eingehämmert, so langsam wie möglich zu reden.
Warum nur? Auch wird zu sehr auf rührendes Sozialdrama gesetzt, zu wenig in
gewitzte Dialoge investiert (wie beispielsweise die mit dem zuständigen
Ermittler), die Figuren sind am Ende alle zu glatt, zu wenig ambivalent.
Trotzdem gibt es etliche unerwartete Wendungen, die Lust auf mehr machen.
Das Ende jedenfalls ist auf eine weitere Staffel angelegt.
19 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Die-unterschaetzte-Verletzlichkeit-des-Bertolt-Brecht/!5531221&s/
(DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=ByvDTAQPGBs
(DIR) [3] /Bankraub-in-Gelsenkirchen/!6141871
## AUTOREN
(DIR) Doris Akrap
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