# taz.de -- Die Wahrheit: Der sonnigste Sohn der Sonne
> Schurken, die die Welt beherrschen wollen – heute: Donald „King of
> Queens“ Trump, König des Königreichs Amerika.
(IMG) Bild: Einfach nur goldig: Donald Trump
Da gibt es null Komma nix Zweifel: Donald Trump ist der beste, mächtigste
und schönste Trump aller Zeiten! Das ist das Mindeste, was man über den
herrlichsten Präsidenten der größten Weltmacht des Universums nach einem
Jahr sagen kann und ausrufen muss – eines riesig dicken Universums, das
doch klein ist verglichen mit der bedeutendsten Persönlichkeit in der
Geschichte der Menschheit, die in Donald Trump (s.o.) ihren höchsten Punkt
gefunden hat.
Milliarden Fehlschläge und Rohrkrepierer waren zuvor zu erleiden und
abzuhaken, seit es vor 300.000 Jahren irgendwo in Afrika mit dem ersten,
noch grunzdummen Menschenbaby begonnen hatte. Doch am 14. Juni 1946, dem
bedeutendsten 14. Juni überhaupt, war es so weit: Donald Trump schlüpfte,
nein brach, ja explodierte heraus und war auf der Stelle mit garantiert 52
Zentimetern und sieben Pfund das größte und schwerste Baby, das jemals mit
52 Zentimetern und sieben Pfund auf die Welt kam. Die Uhr schrieb 12 Uhr
mittags, die Sonne wollte ihn, ihren Sohn, sehen.
Schon in seiner Jugend bewies sich der Wunderknabe als wahrer Kant, der den
Dollar als Ding an sich über alles schätzte, als neuer Einstein, der
relativ schnell die Marktgesetze erkannte, und als echter Trump, der seinen
Mitschülern in der Pause Coca-Cola verkaufte, aber nur Wasser von der
Schultoilette in die Flaschen füllte; und mit der Highschool abschloss.
Eine Legende, gewiss, aber mit einem Kern aus alternativen Fakten!
Ein Allroundtalent wie Trump hätte alles und mehr werden können. Der
Tausendsassa hätte mit seinem die Kalotte ausfüllenden Gehirn
Schachweltmeister oder Hyperquantenphysiker werden und die Lösung
sämtlicher Welträtsel heraushauen können – für lächerliches, luftiges,
unwürdiges Dozentenhonorar. Unser Held entschied sich für den einem Heros
einzig angemessenen Kampf ums Dasein – fürs Geschäftsleben. Womit wir aus
sagenumwallter Vergangenheit in die geschichtlich überlieferten Epochen
einfahren:Bei seinem im Immobiliengeschäft lebenden Vater durchlief unser
Supermann die Grundausbildung und machte sich die Finger sauber. Mutig,
tapfer und kühn wollte er dann selber das Weiße im Auge seiner
Geschäftspartner sehen und sich auf dem Feld tummeln, wo es wirklich um
Leben und Tod geht, statt in Vietnam. Und tatsächlich drohte dem bald
größten Immobilienmogul des Planeten immer einmal die süße Luft abgeklemmt
zu werden.
## Prunkvollster Tycoon
1990 hatte der pracht- und prunkvolle Tycoon Trump nach mehreren
Insolvenzen über drei Milliarden Dollar Verbindlichkeiten aufgeschaufelt:
eine Summe, höher als der Mond, der maximal 400.000 Kilometer auf die Waage
wirft, und höher noch als der auf 202 Meter aufgepumpte Trump Tower in New
York. Der übrigens nur wenig größer als er selbst und nur halb so
intelligent ist!
Natürlich ließ das turmhohe Genie einfach die Gläubiger seine Schulden
fressen, während unser wunderbarer Gigant sich goldenen Champagner Unico
Imperial einträufelte und weiter geborgtes Geld sprudeln und spritzen ließ
für Spielcasinos, Golfclubs und Modelagenturen – zum Gucken, gegessen wurde
zu Hause. Auch die Casinos rutschten unter die Null, aber bevor der
Unbezwing- und -pleitbare nun vielleicht Wolkenkratzer auf Mondgrundstücken
in sein Portefeuille aufnahm, kroch das Fernsehen auf ihn zu.
Es verankerte ihn in der „Apprentice Show“, wo Trump lebende Objekte den
kapitalistischen Überlebenskampf üben ließ – junge Arschgeigen, denen unter
dem Jubel des Publikums mit einem eiskalt gestochenen „Du bist gefeuert“
das Licht ausgeblasen wurde, wie es in der bürgerlichen
Gesellschaftsordnung sein muss. So probte unser Meister für seine erste
Präsidentschaft von 2017 bis 2021, in der die hohlen Köpfe ebenfalls
reihenweise purzelten.
Zuvor musste unser Hüne und Recke nur noch ein paar Proben bestehen und
locker wegdrücken: so die Trump University, die sich in Dampf auflösen
musste, nachdem sie als illegaler Geschäftsbetrieb eingereiht worden war –
obwohl aller Handel das ist, seit es Kaufleute gibt; so die Donald Trump
Foundation, deren Gelder unser Koloss und Mäzen für privates Trallala
nutzte – verboten, obwohl die Stiftung extra seinen Namen als Sinn und
Zweck ausrief!
## Attraktivster Womanizer
Damit nicht genug, geriet der attraktivste und legalste Womanizer und
Brocken ever – zur Erinnerung: Donnie Trump – sogar ins Highlife, ins von
Untiefen gepflasterte Nachtleben. Doch ätsch: Tricky Trump verstand es,
anders als sein Kumpel und Strippenauszieher Jeffrey Epstein, hinter den
Kulissen sein Ding zu drehen und zu schieben! Gegessen wurde zu Hause.
Jedenfalls fast immer. Undankbare Weiber, die auf Geld aus sind, neidische
Steuerbeamte, die das Geld anderer Leute schlucken wollen, nachtragende
Staatsanwälte, die für Geld die Gesetze drehen und verknoten, um einem
Unantastbaren und Unkaputtbaren Wahlfälschungen anzuhängen und
reinzudrücken – am 20. Januar 2025 war damit Finito. Ein neues Zeitalter
hub an!
Als Präsident ist Trump endlich strafunmündig. Für den absolutesten und
ultimativsten Weltherrscher und Mehrtonner der Geschichte existieren keine
Grenzen mehr: nicht im Inland, wo der Überschuss aus Behörden und
Universitäten getilgt oder auf den Straßen ausgerupft wird; dieweil der
Berufene und Auserwählte zu Hause Beute macht und sein Privatvermögen
mittels einer selbst gebastelten Kryptowährung und ähnlichem Zauber auf
sechs Milliarden Dollar verdickt und vervielfacht hat.
Nicht im Ausland, wo unser Herkules getreu dem Schlachtruf „Amerika den
USA!“ ebenfalls über Leichen geht, wenn es nicht seine eigene ist. Er
braucht sich noch für sein „Board of Peace“, dessen Zugang jedem Staat für
eine Jahresgebühr von einer Milliarde Dollar hinten offen steht. Präsident
ist Seine Herrlichkeit auf Lebenszeit, aber Nordkorea winkt bereits: Schon
während seiner ersten Präsidentschaft hatte Trump sich mit Kim III.
getroffen und das Nötige auswendig gelernt.
Was unser Titan dafür gern benutzt, ist sein großes und stabiles Gehirn,
das er gern rühmt und damit beweist. Und ist seines nicht passgenau das
Definitivste, um den Homo sapiens nach inzwischen 300.079 Jahren über die
Ziellinie zu bringen? Die Sonne ist sein einziger Zeuge.
18 Feb 2026
## AUTOREN
(DIR) Peter Köhler
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