# taz.de -- Olympisches Orga-Komitee: Meet il presidente
       
       > Er traf die großen Stars des Wintersports. Der Präsident des
       > italienischen Orga-Komitees, Giovanni Malagò, versprüht Glamour und gute
       > Laune.
       
 (IMG) Bild: Kann immer auch anders: Giovanni Malagò
       
       „Presidente, presidente!“ Giovanni Malagò war ein gefragter Mann an diesem
       Sonntagnachmittag. Der Präsident der [1][Fondazione Milano Cortina 2026],
       des Organisationskomitees der Spiele, war nach Livigno gekommen, um nach
       dem Rechten zu sehen. Und um Michela Moioli (MM) anzufeuern, die
       italienische Snowboardikone. „Ich bin gleich da, ich mache alles!“, sagte
       er zu den Leuten, die ihn um ein gemeinsames Bild gebeten hatten.
       
       Gleich würde die MM im Viertelfinale des Mixed-Wettbewerbs im
       Snowboardcross versuchen, den Rückstand wieder aufzuholen, der ihr von
       ihrem Partner Lorenzo Sommariva mit auf den Weg gegeben worden war. Es war
       ein großer Rückstand, aber irgendwie hat sie es geschafft. Halbfinale. „Sie
       ist ein Phänomen!“ Der Presidente war außer sich.
       
       Seine Entourage, die in Anoraks des Centro Sportivo Esercito, der
       Sportbrigade der itaienischen Armee, um ihn herumwieselte, feierte. Und sie
       schaute gebannt die ganze Zeit auf ihre Smartphones. Dann umhalsten sie
       sich schon wieder. „Presidente, presidente! Wir haben Gold.“ Man lag sich
       in den Armen im für den OK-Chef reservierten Karree. Federica Brignone
       hatte drüben in Cortina d’Ampezzo gerade den Riesenslalom gewonnen. Ihr
       zweites Gold, nachdem sie schon den Super-G für sich hat entscheiden
       können.
       
       Da war die Stimmung eh schon gut, nachdem kurz vor dem Start der
       Snowboardcross-Entscheidung die italienische Langlaufstaffel Bronze
       gewonnen hatte. Dann ging das Rennen weiter. Auch im Halbfinale führ Moioli
       von hinten nach vorne. „Ein Phänomen!“
       
       ## Kaum Grenzen
       
       Wieder war Malagò begeistert. Überhaupt kennt die Begeisterung in Italien
       um die MM kaum Grenzen. Beim Training vor dem Einzelwettbewerb hatte sie
       sich verletzt und gewann dann doch Bronze. Mit schweren Schürfwunden machte
       sich die Olympiasiegerin von 2018 dann die Runde durch die Medien. Sie
       wurde mindestens ebenso gefeiert wie [2][Eisschnellläuferin Francesca
       Lollobrigida], die nach den 3.000 Metern auch noch die 5.000 Meter gewonnen
       hat.
       
       Am Ende durfte Malagò, der bis Juni 2025 Präsident des italienischen
       Olympiakomitees Coni war, Moioli zu Silber gratulieren. Da wusste er
       bereits, dass Biathletin [3][Lisa Vitozzi] in Antholz gerade die Verfolgung
       gewonnen hatte. Innerhalb von einer Stunde hatte Italien drei Medaillen
       gewonnen, den bisherigen Medaillenrekord von Lillehammer 1994 eingestellt.
       Malagò gelang es schnell, wieder staatsragend zu werden. „Ich denke, jeder,
       der sich mit Sport auskennt, weiß genau, was ich in meinen zwölf Jahren als
       Präsident des Coni erreicht habe.“ Ah, so ist das also. Grazie, presidente!
       
       16 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.olympics.com/it/milano-cortina-2026/chi-siamo
 (DIR) [2] /Eisschnelllaufgold-ueber-3000-Meter/!6152335
 (DIR) [3] https://www.eurosport.de/biathlon/olympia-mailand-cortina/2026/lisa-vittozzi-nach-gold-coup-bei-verfolgung-in-antholz-ich-habe-an-meinen-opa-gedacht_sto23271533/story.shtml
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Andreas Rüttenauer
       
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