# taz.de -- Ende der Warnstreiks: Mehr Geld im öffentlichen Dienst
       
       > Drei Verhandlungsrunden, dann war es geschafft. Der Tarifabschluss für
       > gut 900.000 Angestellte der Länder steht. Insgesamt 5,8 Prozent mehr Lohn
       > soll es geben.
       
 (IMG) Bild: Die Gewerkschaften konnten eine Lohnsteigerung von insgesamt 5,8 Prozent in drei Stufen herausholen
       
       Potsdam afp | Mit einer Lohnsteigerung von insgesamt 5,8 Prozent in drei
       Stufen ist die [1][Tarifrunde der Bundesländer für angestellte
       Beschäftigte] beendet worden. Man habe sich in der dritten Tarifrunde zudem
       auf eine monatliche Mindesterhöhung von 100 Euro geeinigt, teilten die
       Tarifparteien Verdi, der dbb beamtenbund und tarifunion sowie die
       Arbeitgeber-Tarifgemeinschaft deutscher Länder TdL nach der dritten
       Tarifrunde am Samstag in Potsdam mit. Der Tarifabschluss gilt für 925.000
       Beschäftigte der Bundesländer ohne Hessen, das eigene Tarifverhandlungen
       führt.
       
       Die Tarifeinigung sieht nach zunächst fünf sogenannten Nullmonaten ohne
       Lohnzuschlag eine stufenweise Anhebung der Entgelte vor. Beim ersten
       Tarifschritt steigen die Einkommen zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent. Der
       zweite Tarifschritt folgt mit einem Plus von zwei Prozent zum 1. März 2027,
       ein weiterer Tarifschritt mit noch einmal einem Prozent zum 1. Januar 2028.
       Die Entgelte für Nachwuchskräfte sollen schrittweise um mindestens 150 Euro
       steigen. Erhöht werden sollen auch Zulagen für Wechsel- und Schichtarbeit.
       
       Verdi-Bundeschef Frank Werneke sagte nach dem Tarifabschluss, es sei nach
       „zähen Verhandlungen“ gelungen, eine Reallohnsteigerung für die
       Beschäftigten der Länder zu vereinbaren. Zudem seien „36 Jahre nach der
       Wiedervereinigung endlich die letzten Unterschiede im Tarifvertrag zwischen
       Ost und West abgeschafft“ worden. Dies gelte für den bisher im Osten
       schlechteren Kündigungsschutz sowie die dort bislang längere Arbeitszeit in
       Uni-Kliniken.
       
       Der Beamtenbund-Vorsitzende Volker Geyer sagte, wichtig sei, dass die
       Einkommen der Länder-Beschäftigten Schritt mit dem vorangegangenen
       Tarifabschluss von Bund und Kommunen hielten. Dort wurde im Vorjahr 2025
       ebenfalls ein Lohnplus von 5,8 Prozent vereinbart. Die Verhandlungen für
       die Länder seien sehr schwierig und sehr zäh gewesen.
       
       Das Tarifergebnis sei nur mit der Unterstützung zahlreicher
       Landesbeschäftigter mit der Beteiligung an bundesweiten Warnstreiks in den
       vergangenen Wochen möglich gewesen, betonte Geyer weiter. „Unsere
       Beharrlichkeit und Geschlossenheit haben den Durchbruch gebracht.“ Der
       dbb-Chef räumte ein: „Natürlich ist das ein Kompromiss und nicht alle
       unsere Forderungen konnten wir umsetzen.“ Die Ergebnisse bedeuteten aber
       „konkrete und nachhaltige Verbesserungen“.
       
       Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) bezifferte die Kosten des
       Tarifabschlusses als Verhandlungsführer der Arbeitgeber-Tarifgemeinschaft
       deutscher Länder TdL auf zusätzlich 12,34 Milliarden Euro bis zum Ende der
       27-monatigen Tariflaufzeit. Dennoch sei es „ein vertretbarer Kompromiss“.
       Er gehe an die Grenze des Machbaren, biete den Bundesländern aber
       Planungssicherheit und verteile die Aufwendungen über drei Haushaltsjahre.
       
       Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten. Die vorangegangene
       Vereinbarung war im Oktober ausgelaufen. Die gemeinsame Forderung der
       Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und des Beamtenbunds lautete ursprünglich
       sieben Prozent, monatlich jedoch mindestens 300 Euro mehr Geld.
       
       Geyer forderte weiter die Übertragung der Vereinbarungen auch auf die 1,2
       Millionen Beamtinnen und Beamten der Länder. Üblicherweise wird der
       Tarifabschluss von den Landtagen weitgehend inhaltsgleich auch auf diese
       übertragen. Hessen ist nicht Mitglied der TdL und verhandelt den
       Tarifvertrag für seine Beschäftigten selbst.
       
       14 Feb 2026
       
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