# taz.de -- EFI-Gutachten zu Sicherheitsforschung: Deutschland soll die Rüstungsforschung stärken
> Eine Expertenkommission empfiehlt die Neuaufstellung der Sicherheits- und
> Verteidigungsforschung. Kanzler Merz begrüßt die Vorschläge.
(IMG) Bild: Präsentation des Forschungsprojekts eines KI-Helsing-Kampfjets
In die deutsche Rüstungsforschung kommt Bewegung. Die Expertenkommission
Forschung und Innovation (EFI) hat sich in ihrem neuesten Gutachten, das am
Mittwoch an Bundeskanzler Friedrich Merz übergeben wurde, für eine
Neustrukturierung der Forschung im Bereich Sicherheit und Verteidigung
ausgesprochen.
So sollte von wissenschaftlicher Seite die Förderung auf eine kleine Anzahl
von exzellenten Einrichtungen konzentriert werden. „Wir benötigen
wissenschaftliche Leuchttürme, die sicherheitspolitisch relevante Themen
bearbeiten“, fordern die Experten.
Kanzler Merz erklärte in seiner ersten Stellungnahme, dass die
Sicherheitsforschung in Deutschland in der Vergangenheit nur „randständig“
betrieben worden sei, und bezeichnete die Empfehlungen der
Innovationsexperten als nützlich.
Nach Erhebungen der EFI-Kommission bieten derzeit 15,9 Prozent der
Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland Produkte oder
Dienstleistungen in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung an. Gut die
Hälfte von ihnen plant eine Intensivierung. Nach den anhaltenden
geopolitischen Spannungen weltweit dürfte sich dieser Anteil noch
vergrößern.
Zur Steigerung von Innovationen werden Modernisierungen im militärischen
Beschaffungswesen empfohlen wie auch eine „Strategie für Gründungen aus der
Bundeswehr“. Die Förderung radikaler Sprunginnovation im Sicherheits- und
Verteidigungsbereich könnte durch einen militärischen Ableger der
Bundesagentur [1][„Sprind“] erfolgen oder durch Gründung einer
eigenständigen Agentur für diesen Zweck.
Die EFI-Empfehlungen dürften die [2][Debatte über die Rolle von
„Zivilklauseln“] in den deutschen Hochschulen neu entfachen. Mit ihnen
sollte in der Vergangenheit der Rüstungsforschung in Universitäten ein
Riegel vorgeschoben werden.
Das jährliche Gutachten der sechs Wirtschaftswissenschaftler untersucht im
Auftrag der Bundesregierung, wo Deutschland auf bestimmten
Innovationsfeldern derzeit steht und wo es sich noch anstrengen muss.
Die Themen sind diesmal die künstliche Intelligenz, die Umsetzung der
Hightech Agenda Deutschland, Innovationen im Mittelstand sowie Wettbewerb
und Innovation im deutschen Hochschulsystem wie auch die Beteiligung am
europäischen Forschungssystem.
Im Hochschulbereich plädieren die EFI-Experten für eine [3][Stärkung des
Transfers], der neben Forschung und Lehre als dritte zentrale Aufgabe
verankert und gefördert werden sollte. Sorgen bereitet der Rückgang der
Forschungsaufträge an die Hochschulen wie auch die anhaltend niedrige Quote
von Ausgründungen.
Zu den neuen Maßnahmen, die eine Stärkung des Transfers bewirken können,
wird die Prüfung einer „Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG)“
vorgeschlagen, die sich aber nicht nur auf Fachhochschulen konzentrieren
sollte. Denkbar wäre auch die Einführung einer Transferzeit für Professoren
nach dem Muster des Forschungsfreisemesters.
12 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Manfred Ronzheimer
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