# taz.de -- Feministische Kampftage: Ein Tag ohne Frauen*
> Die Initiative Enough! Genug! ruft für den 9. März zu einem weltweiten
> „Frauen*Generalstreik“ auf. Vorbild ist Islands Frauenruhetag von
> 1975.
(IMG) Bild: Kommt der Frauen*streik 2026? Demonstration zum Internationalen Frauentag 2025
Am 9. März sollen Frauen weltweit ihre bezahlte und unbezahlte Arbeit
niederlegen, dazu ruft die in Deutschland gegründete [1][Initiative Enough!
Genug!] auf. Am Montag stellten die Initiator:innen in Berlin ihre
Pläne vor. Man wolle mit dem Frauen*Generalstreik „ein schärferes
Instrument in bedrohlichen Zeiten“ schaffen, so die Initiatorin,
Psychologin und Politikerin Adrienne Goehler.
Der 9. März soll als Aktionstag den Internationalen Frauentag am [2][8.
März] verlängern. An dem Tag – auch Frauenkampftag oder feministischer
Kampftag genannt – wird traditionell weltweit für Gleichberechtigung und
gegen Diskriminierung demonstriert. „Noch immer haben Frauen* nicht die
gleichen Lebenschancen wie Männer“, sagte Marie-Florence Mahwera,
Geschäftsführerin des [3][Landesfrauenrats Berlin,] bei der Vorstellung der
Initiative. Insbesondere in der aktuellen weltpolitischen Lage gingen
bereits erkämpfte Frauenrechte unter, das wolle die Initiative verhindern.
Außerdem richte sich der Streik gegen „systematische Abwertung, unbezahlte
Care-Arbeit, Femizide, Kriege und das Leugnen der Klimakrise“.
Die Initiative nennt den Aktionstag zwar einen Streik, meint jedoch keinen
Streik im tarifrechtlichen Sinn. Die geplante Arbeitsniederlegung sei „kein
Arbeitskampf“, so steht es auf der Website von Enough! Genug!, sondern eine
politische und gesellschaftliche Protestform. Daher seien Einzelpersonen
nicht durch das Streikrecht geschützt und müssten selbst entscheiden, ob
sie eine „Freistellung beantragen, Urlaub einreichen“ oder nur die
Mittagspause verlängerten.
Damit sei der Protest für viele anschlussfähig, sagte Goehler. Zudem wolle
man am 9. März „picknicken, liegen, schreien, tanzen, aber nicht
marschieren“. Man wolle sich beispielsweise auf öffentliche Plätze legen,
es sei eine „faule Demo“ geplant. Ein Ziel sei es auch, die „Spaltung der
verschiedenen Frauenbewegungen zu überwinden“. Mit Frauen* meint die
Initiative eine „Vielfalt der Geschlechter“, die Teil der Aktion sein
sollen.
## Vorbild Island
Genug! Basta! hat nach eigenen Angaben 1.100 Mitglieder und besteht aus
über 50 Organisationen und 42 Regionalgruppen. In Deutschland sind das
unter anderem Fridays for Future, Omas gegen rechts und die
Landesfrauenräte der Bundesländer. Auch die taz Panter Stiftung unterstützt
den Frauenstreik.
Weltweit gibt es unter anderem Gruppen in Lissabon, Buenos Aires oder Lima.
Es sind jedoch nicht alle Länder der Welt beteiligt. Man wolle auch für
diejenigen Frauen* demonstrieren, die selbst nicht auf die Straßen gehen
können, sagte Goehler.
Vorbild für die Initiative ist der Frauenfreitag, der 1975 in Island
stattfand. Damals legten etwa 90 Prozent der isländischen Frauen ihre
Arbeit nieder, um gegen unfaire Löhne und Arbeitsteilung zu demonstrieren.
Offiziell spricht man in Island von einem „Frauenruhetag“, weil ein Streik
gegen Diskriminierung arbeitsrechtlich nicht möglich gewesen wäre und um
konservative Frauen nicht abzuschrecken.
Island liegt seit 2009 durchgängig auf Platz eins des [4][Gender Gap Index
des Weltwirtschaftsforums], der die geschlechtsspezifischen Unterschiede
zwischen Männern und Frauen misst, in den Bereichen wirtschaftliche
Teilhabe, Bildungschancen, Gesundheit und politische Teilhabe. Deutschland
rutschte 2025 von Platz sieben auf Platz neun ab. Die Gründe sind laut
Weltwirtschaftsforum vielfältig: Die wirtschaftliche Gleichstellung
stagniert seit Jahren, die politische Teilhabe von Frauen verschlechtert
sich, die gesunde Lebenserwartung von Frauen sinkt.
9 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://enoughgenug.org/de/
(DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Frauentag
(DIR) [3] https://www.landesfrauenrat-berlin.de/
(DIR) [4] https://www.weforum.org/publications/global-gender-gap-report-2025/in-full/benchmarking-gender-gaps-2025/
## AUTOREN
(DIR) Jana Laborenz
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Abtreibung
(DIR) Europäischer Gerichtshof
(DIR) Niederlande
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