# taz.de -- Toiletten im Zug: Erst groß, dann klein, dann geht’s auch ohne Bürste
       
       > Ärgerlich, wenn man die Bürste braucht und die grade nicht zur Hand ist.
       > Da hilft dem modernen Mann nur, gute Vorsätze über den Haufen zu
       > schmeißen.
       
 (IMG) Bild: Fast sauber, aber mit Farbe beschmiert
       
       Wen nervt es nicht: das Fehlen der Klobürsten auf Zugtoiletten? Man wird
       gebeten, die Zugtoilette so zu hinterlassen, wie man sie gerne vorfinden
       würde, und dann geht das nicht. Weil die hässlichen Spuren in der Schüssel
       auch nach mehrmaligem Spülen nicht abgehen. Man gibt auf und, mit etwas
       Pech, der nächsten Person gleich [1][die Klinke in die Hand]. Schlägt man
       beschämt die Augen nieder, oder sagt man irgendwas: „Ich kann nichts dafür,
       ich hätte ja gerne, es gibt hier aber keine Bürste“?
       
       Ausflüchte, denkt die andere nur: billige Ausflüchte, was für ein Unhold,
       alles verschissen. Was soll sie auch sonst denken? Die Fakten sprechen ja
       für sich. Man kann sich der Verachtung des nachfolgenden Fahrgastes in
       jedem Fall sicher sein. Vielleicht ist er auch enttäuscht. Schade, so sah
       der eigentlich gar nicht aus, so schmutzig, so rücksichtslos – wie man sich
       in einem Menschen täuschen kann.
       
       Dann legen sie selbst los, und die Spur wird noch schlimmer. Aber den
       Dreckschweinen ist das ja egal. Ich fürchte, ich bin der Einzige, der hier
       über ein soziales Gewissen verfügt und sich entsprechende Gedanken macht.
       Und weil das so ist, kommt nun endlich der versprochene Lifehack. Wenn man
       „groß“ und „klein“ muss, sollte man sich das Kleine zunächst aufsparen und
       erst das Große machen. Das spült man dann oberflächlich weg, wie man das so
       kennt.
       
       Es bleibt natürlich der übliche Rückstand, alles wie gehabt. Keine
       Klobürste. Nun stellt sich der Mann hin und säubert mit dem Strahl des
       Kleinen den Rest vom Großen. Ein natürlicher Kärcher, so kriegt man alles
       weg. Ich kenne großartige Stehpinklerinnen, aber die Technik ist längst
       nicht jeder gegeben. Frauen also stellen sich am besten mit den Füßen links
       und rechts auf den Rand der Schüssel, um dem Strahl so nicht nur zu
       Zielgenauigkeit, sondern auch zu einer durch die Fallhöhe verstärkten Wucht
       und Schärfe zu verhelfen.
       
       Das Tolle daran: Man darf nicht nur, nein, man muss [2][im Stehen pinkeln].
       Weil es nicht anders geht, weil es das kleinere Übel ist, denn sonst bleibt
       das Klo verdreckt. Was schon eine ganze Weile als verpönt gilt, ist hier
       wieder ausdrücklich erlaubt. Man verbindet das Angenehme mit dem
       Nützlichen, so ein Retro-Feeling, wie früher, [3][als alle noch im Flugzeug
       geraucht haben]. Voll die 1980er Jahre.
       
       22 Feb 2026
       
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