# taz.de -- Blauer Engel vergeben: Weniger Verpackungsmüll beim Versand und in der Gastronomie
> Das Umweltministerium vergibt das Ökosiegel an den Versandhändler Memo
> und den Verpackungsoptimierer Sykell für ihre nachhaltigen
> Produktalternativen.
(IMG) Bild: Für eine bessere Alternative zum „To-go-Becher“ gab es den Blauen Engel
Die Versandhändler Memo und Sykell dürfen ab sofort das Umweltzeichen
Blauer Engel führen. Am Montag vergab das Bundesministerium für Umwelt,
Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) das Siegel für
[1][nachhaltige Mehrwegsysteme] der beiden Unternehmen. Der Blaue Engel
wird seit fast 50 Jahren von der Bundesregierung verliehen und gilt als
eines der renommiertesten Gütesiegel für Umweltschutz in Europa.
Das BMUKN vergibt das Öko-Label, wenn die untersuchten Produkte [2][wenig
bis gar keine Schadstoffe enthalten oder möglichst umweltfreundlich
hergestellt werden]. Unternehmen können ihre Produkte eigenständig für die
Voraussetzungen prüfen lassen. Schlussendlich entscheidet eine Jury über
die Vergabe. Die JurorInnen setzen sich aus Umweltverbänden, VertreterInnen
der Industrie- und Handelskammer, der Gewerkschaften sowie des Städtetags
zusammen.
Die beiden Unternehmen erhalten das Siegel, weil sie für ihre
Mehrwegprodukte in der Gastronomie und im Versandhandel Verpackungsmüll
sparen.
Der Online-Versandhändler [3][Memo setzt beim Versand auf die sogenannte
memo Box], eine Mehrwegalternative zu Pappkartons. Das Unternehmen, zu
dessen Markenkern es nach eigenen Angaben immer schon gehört, sich mit
ökologischen und sozialverträglichen Produkten für einen
„verantwortungsvollen Konsum“ einzusetzen, vertreibt Büro- und Schulartikel
sowie Haushaltswaren.
## Orientierungshilfe für VerbraucherInnen
[4][Sykell] erhält den Blauen Engel für seine Mehrwegbehälter für die
Gastronomie. Die sollen eine Alternative etwa für mit Plastik beschichtete
Pappbecher oder -schalen bieten und können an ganz normalen Pfandautomaten
in Supermärkten wieder abgeben werden. Das Unternehmen, heißt es auf der
Webseite, verfolgt damit das Ziel eines sogenannten zirkulären Konsums,
also eines Kreislaufs, bei dem so viel eingesetztes Material wie möglich
wiederverwendet wird.
Der Blaue Engel ist einerseits gute Werbung für die ausgezeichneten
Unternehmen. Vor allem aber soll er VerbraucherInnen dabei helfen,
nachhaltige Produkte zu erkennen. [5][Er zeige ökologische
Produktalternativen auf] und böte beim Einkauf eine praktische
Orientierungshilfe, die VerbraucherInnen die Auswahl und Kaufentscheidung
erleichtern solle, heißt es.
## Grundproblem Verpackungen
Deutschland hatte zuletzt den meisten Verpackungsmüll in der Europäischen
Union produziert. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts
(Destatis) für das Jahr 2021 hervor. Die Deutschen kommen auf 237 Kilogramm
Verpackungsmüll pro Kopf, zeigen Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat –
der EU-Durchschnitt liegt bei knapp 189 Kilogramm. Laut Umweltbundesamt
wurden 2022 etwa zwei Drittel des Verpackungsabfalls recycelt.
Das Prinzip der Mehrwegverpackungen ist hierzulande nicht neu. Seit dem 1.
Januar 2023 sind die Gastronomie oder auch Supermärkte in Deutschland
[6][verpflichtet, Mehrwegverpackungen für Lebensmittel und Getränke zum
Mitnehmen anzubieten]. Seitdem soll VerbraucherInnen die freie Wahl
gelassen werden, ob sie Ihre Lebensmittel in Wegwerfverpackungen oder in
säuber- und nachfüllbaren Mehrwegbehältern mitnehmen. Ob sie nachhaltiger
konsumieren, bleibt damit eine Frage der Eigenverantwortung.
9 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Umweltschuetzerin-ueber-PFAS-Chemikalien/!6147267
(DIR) [2] https://www.blauer-engel.de/de/zertifizierung/vergabekriterien
(DIR) [3] https://www.memo.de/memo-box
(DIR) [4] https://www.sykell.com/
(DIR) [5] /Tod-durch-Tetra-Pak-Deckel/!6130693
(DIR) [6] /DUH-geht-rechtliche-Schritte/!6056640
## AUTOREN
(DIR) Tim Feldmann
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