# taz.de -- Super Bowl in den USA: Bad Bunny triumphiert, Trump tobt
       
       > Latin-Star Bad Bunny liefert beim großen NFL-Finale eine bombastische
       > Show mit viel politischer Symbolik. US-Präsident Trump ist verärgert.
       
 (IMG) Bild: Große Show während der Halbzeit des Super Bowl 2026: Stagediver Bad Bunny
       
       dpa | Der Super Bowl war seit Wochen ein Politikum – auch wegen
       Latin-Superstar Bad Bunny. Und dieser lieferte: Der ausgesprochene Kritiker
       der radikalen Abschiebepolitik der US-Regierung nutzte seine Show in der
       Halbzeitpause im kalifornischen Santa Clara für politische Botschaften.
       
       Der 31-jährige Grammy-Preisträger aus Puerto Rico ließ während des Finales
       der nordamerikanischen Footballliga NFL zwischen den Seattle Seahawks und
       den New England Patriots (29:13) Fahnenträger auftreten, die neben dem
       Banner der USA auch die Flaggen von vielen anderen Ländern des
       Doppelkontinents Amerika präsentierten. Bad Bunny hielt außerdem einen
       Football mit der Aufschrift „Gemeinsam sind wir Amerika“ in die Kamera. Im
       Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug: „Das Einzige, was
       mächtiger ist als Hass, ist Liebe.“
       
       Bei dem Auftritt sang Bad Bunny auch eines der politischen Lieder seines
       aktuellen Albums: „Lo que paso con Hawaii“ (Was mit Hawaii geschehen ist).
       Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das
       1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten
       Staaten geriet.
       
       ## Trump schimpft über Halbzeitshow
       
       Traditionell beschwört die Halbzeitshow beim Super Bowl eigentlich den
       Gemeinschaftssinn von Millionen US-Amerikanern – zumal das Land derzeit so
       tief gespalten ist wie vielleicht noch nie. Präsident Trump, der dem Super
       Bowl diesmal selbst fernblieb, setzte aber einen anderen Akzent. Er
       bezeichnete den Pausenauftritt direkt im Anschluss auf der Plattform Truth
       Social als „Schlag ins Gesicht“ für die USA und als eine der schlechtesten
       Halbzeitshows, die er jemals gesehen habe.
       
       Zu Trumps Unmut trug offenkundig bei, dass die gesamte Performance von Bad
       Bunny ausschließlich auf Spanisch gehalten war – ein Novum für die
       traditionsreiche Halbzeitshow. Man verstehe kein Wort, monierte Trump –
       nachdem er die Wahl des Hauptacts für das Spektakel bereits vorab als
       „schrecklich“ bezeichnet hatte.
       
       ## Hitzige Debatten schon vor der Show
       
       Bad Bunny hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei „für mein Volk, meine
       Kultur und unsere Geschichte“. Der Musiker gilt mit seiner Musik als
       Brückenbauer zwischen Lateinamerika und den Millionen in den USA lebenden
       Latinos. [1][Aus Protest gegen die rabiaten Einsätze der
       US-Einwanderungsbehörde ICE] verzichtete er zuletzt auch auf Konzerte in
       den Vereinigten Staaten. In seiner Dankesrede bei den Grammys kritisierte
       er die Einsätze und widmete seine Auszeichnung all jenen Menschen, „die
       ihre Heimat verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen“.
       
       Als die NFL Bad Bunny im Herbst 2025 offiziell als Headliner ankündigte,
       löste das hitzige Debatten aus. Konservative Politiker und Trump-nahe
       Gruppen kritisierten die Haltung des Superstars als „antiamerikanisch“.
       US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ wissen, dass seine Familie eine
       andere Show schauen werde. Damit meinte er die Gegenveranstaltung der
       rechtspopulistischen Organisation Turning Point USA: In einer Halle traten
       Künstler wie der nationalistische Trump-Unterstützer Kid Rock auf. Die
       Organisation sprach von einem Event für alle Amerikaner.
       
       ## Kultur Puerto Ricos im Mittelpunkt
       
       Die Super-Bowl-Halbzeitshow, bei der Bad Bunny mit Songs wie „NUEFAYol“,
       „CAFé CON RON“ und dem Hit „Tití Me Preguntó“ durch seine musikalische
       Karriere führte, setzte auf starke Bilder und viel Bewegung. Auf der Bühne
       wurden Szenen aus dem Alltag Puerto Ricos nachgestellt: traditionelle Haus-
       und Ladenfassaden, mobile Essensstände, Verkäufer mit Getränken und
       Speisen, Zuckerrohr-Plantagen. Dutzende Tänzer und Akrobaten füllten das
       Spielfeld und feierten mit ihrer Choreografie die Kultur, Geschichte und
       das Lebensgefühl der Karibikinsel.
       
       Einer der emotionalen Höhepunkte folgte, als der Künstler [2][einen seiner
       Grammy-Awards] an einen kleinen Jungen übergab – im Stadion brach daraufhin
       lauter Jubel aus. Ein dpa-Reporter vor Ort berichtete, selbst
       eingefleischte Football-Fans hätten sich von der Stimmung des
       Rahmenprogramms mitreißen lassen. Im Publikum waren Promis wie Pedro
       Pascal, Karol G und Cardi B tanzend zu sehen. Andere Stars wie Justin
       Bieber, Travis Scott, Jon Bon Jovi, Adam Sandler, Jay-Z und seine Tochter
       Blue Ivy waren ebenfalls für das Finale der National Football League ins
       Stadion gekommen.
       
       Für einen Überraschungsmoment sorgte der Gastauftritt von Lady Gaga, die
       schon 2017 als Hauptact der Halbzeitshow auf der Bühne gestanden hatte. Die
       Popsängerin präsentierte eine Salsa-Version ihres Songs „Die With a Smile“
       und tanzte gemeinsam mit Bad Bunny. Auch der ebenfalls aus Puerto Rico
       stammende Pop-Sänger Ricky Martin war zu Gast.
       
       ## Meistgehörter Künstler des Planeten
       
       Bad Bunny, bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio, dominiert seit Jahren
       die internationalen Charts. Musikalisch steht er für eine Mischung aus
       Reggaeton angereichert mit puerto-ricanischer Folkmusik, afrokaribischen
       Einflüssen und Salsa. Bei den Grammy Awards am vergangenen Wochenende bekam
       er für „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ („Ich hätte mehr Fotos machen sollen“) die
       Trophäe als Album des Jahres und gewann insgesamt drei Grammys. Zuletzt
       galt er als meistgehörter Künstler des Jahres beim Streamingdienst Spotify.
       
       ## Mega-Event mit langer Geschichte
       
       Der Auftritt beim Super Bowl gilt [3][als größte Showbühne des Jahres]. Mit
       mehr als 100 Millionen Zuschauern allein in den USA sind die kurzen, oft
       bombastischen Halbzeitshows häufig populärer als das eigentliche Spiel und
       längst zu einem eigenen Kulturphänomen geworden. In der Vergangenheit
       traten dort bereits Superstars wie Michael Jackson, Beyoncé und Prince auf.
       
       Jacksons Auftritt 1993 markierte den Wandel von traditionellen
       Marschkapellen hin zu hochkarätigen Pop-Performances. Einige Shows gingen
       aus verschiedenen Gründen in die Geschichte ein – sei es Janet Jacksons und
       Justin Timberlakes kontroverser „Nipplegate“-Moment 2004 oder Whitney
       Houstons legendäre Interpretation der US-Nationalhymne 1991, die bis heute
       als eine der besten aller Zeiten gilt.
       
       9 Feb 2026
       
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