# taz.de -- Abkommen zwischen USA und Argentinien: Milei senkt für Trump die Zölle
       
       > Argentinien und die USA haben ein Freihandelsabkommen besiegelt. Die
       > argentinische Wirtschaft sorgt sich vor den Folgen.
       
 (IMG) Bild: Donald Trump empfing im Oktober Argentiniens Präsidenten Javier Milei, der wiederum senkt bereitwillig für Trump die Zölle
       
       Die rechten Regierungen in Washington und Buenos Aires gehen auch
       wirtschaftlich eine engere Partnerschaft ein. „Argentinien ist das erste
       südamerikanische Land, das ein Abkommen dieser Größenordnung unterzeichnet
       hat, und gehört damit zu einer ausgewählten Gruppe von Volkswirtschaften
       mit bevorzugtem Zugang zum US-Markt, dem weltweit größten Importeur“,
       erklärte das Weiße Haus am vergangenen Donnerstag. Zuvor war das
       „[1][Abkommen über gegenseitigen Handel] und Investitionen zwischen
       Argentinien und den Vereinigten Staaten“ unterzeichnet worden.
       
       Für Argentiniens Wirtschaftsminister Luis Caputo ist das ein Grund zur
       Freude. Wenige Tage zuvor hatte Caputo verkündet, dass er seine Kleidung
       niemals in Argentinien kaufe. Sie sei dort viel zu teuer für die angebotene
       Qualität, so Caputo. Ob er künftig nicht mehr zum Shoppen nach Miami
       fliegen muss, ist Teil eines heftigen Streits, den er mit der heimischen
       Industrie entfacht hat.
       
       Für den libertären Präsidenten Javier Milei ist das Abkommen ein wichtiger
       Hebel, mit dem er den Binnenmarkt öffnen will. Für Marktliberale ist
       [2][Argentinien] ein Land, das durch Zollschranken vom Weltmarkt
       abgeschottet ist. Andere sehen darin jedoch eine notwendige Schutzmaßnahme
       gegen günstigere Importwaren.
       
       Gemäß dem Abkommen muss Argentinien nun die Einfuhrzölle auf über 200
       US-Waren senken oder ganz beseitigen, darunter Maschinen,
       Transportausrüstung, chemische Produkte, Autoteile und ganze Fahrzeuge. Als
       Erfolg verweist die Regierung auf die Abschaffung von Gegenzöllen auf 1.675
       argentinischen Produkte und darauf, dass für den Rest nicht mehr als 10
       Prozent Zoll erhoben werden dürfen.
       
       ## Argentiniens Autobauer in Sorge
       
       Aus der argentinischen Wirtschaft gibt es Kritik an dem Abkommen. Die
       argentinischen Autobauer sind besorgt, weil den US-Konkurrenten eine
       jährliche Einfuhrquote von bis zu 10.000 Fahrzeuge gewährt wird, während
       die Vereinbarung keine Besserbehandlung für argentinische Autos beinhaltet.
       Dabei muss die Autoindustrie des Landes schon mit der Konkurrenz durch
       asiatische Importe kämpfen.
       
       Über den Umgang mit Patenten und geistigen Eigentumsrechten gibt es noch
       keine Einigung. Diese soll in den nächsten 30 Tagen erfolgen. Argentiniens
       Pharma- und Biotechbranche wehrt sich heftig gegen mögliche Forderungen für
       Patente bei Medikamenten oder Saatgut von US-Unternehmen. Zudem will die
       US-Pharmaindustrie Medikamente, die von der US-Arzneimittelbehörde
       zugelassen sind, ohne weitere Zulassung in Argentinien verkaufen können.
       
       Schon in den kommenden Tagen will [3][Präsident Milei] einen Teil der
       Zollvereinbarungen per Dekret umsetzen. Zudem müssen eine Reihe von
       Gesetzesänderungen vorgenommen werden, für die der Kongress zustimmen muss.
       Kritisiert wird schon jetzt, dass der Vertragstext häufig den Satz
       „Argentinien verpflichtet sich zu …“ enthält, aber es nur an wenigen
       Stellen „Die USA verpflichten sich zu …“ heißt. Ein „Abkommen über die
       wirtschaftliche und handelspolitische Unterwerfung“ nennt es die
       argentinische Expertin für Handelsbeziehungen, Julieta Zelicovich, und
       fasst zusammen: „Argentiniens Verpflichtungen = 113 (es gibt mehr, da es
       Listen gibt). US-Verpflichtungen = 10 (8 davon sind gegenseitig mit
       Argentinien … also tatsächlich 2).“
       
       8 Feb 2026
       
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