# taz.de -- Rohstoffgipfel der USA: Das Ziel ist eine Allianz gegen China
       
       > Die USA suchen nach neuen Bündnispartnern, um sich Ressourcen zu sichern.
       > Sie schließen ein Abkommen nach dem anderen. Die Umsetzung wird dauern.
       
 (IMG) Bild: Der Außenminister Marco Rubio (unten Mitte links) während eines Gruppenfotos beim Rohstoff-Gipfel am 4. Februar 2026
       
       Es hat Top-Priorität für die US-Regierung, betonte US-Außenminister Marco
       Rubio. Gemeint war die Diversifizierung der [1][Versorgungskette im Bereich
       der seltenen Erden] und anderer wichtiger Rohstoffe. Aktuell dominiert
       China diesen Markt. Diese Abhängigkeit ist nicht nur ein potenzielles
       Versorgungsproblem, sondern auch eine geopolitische Waffe. Deshalb hatten
       die USA am Mittwoch zu einem Ministertreffen eingeladen.
       
       Vertreter von insgesamt 54 Ländern, darunter Deutschland, sowie der
       Europäischen Union kamen in Washington zusammen, um sich gemeinsam über
       Lösungsansätze auszutauschen. Ganz oben auf der Agenda: Investitionen,
       Preisstabilität und eine schnellere Umsetzung von Projekten. „Wir sind uns
       bewusst, dass dies eine globale Herausforderung ist, die eine globale
       Antwort braucht“, sagte Rubio während einer Pressekonferenz.
       
       Die USA wollen mit gutem Beispiel vorangehen. Erst am Montag hatte
       US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass die USA einen Vorrat an
       kritischen Rohstoffen aufbauen wollen. Insgesamt 12 Milliarden US-Dollar
       stehen dafür bereit. Auch haben die USA im vergangenen Jahr Anteile an
       mehreren Rohstoff-Unternehmen erworben.
       
       ## A wie Aluminium bis Z wie Zink
       
       Von den 60 Rohstoffen, die die US-Regierung 2025 als bedeutsam eingestuft
       hatte – von Aluminium über Lithium bis Zink – werden über ein Dutzend gar
       nicht in den USA abgebaut. Seltene Erden sowie andere kritische Rohstoffe
       seien jedoch die Bausteine einer modernen Welt, sagte Trumps Berater für
       globale Lieferketten, David Copley. Ohne sie würden moderne Technologien
       wie die künstliche Intelligenz, Robotik, präzise Waffensystem und
       selbstfahrende Autos gar nicht funktionieren.
       
       Am Ende des Tages unterzeichneten die USA 11 neue bilaterale
       Rohstoffabkommen, mit Ländern wie Argentinien, Marokko oder den Vereinigten
       Arabischen Emiraten. Insgesamt hat Trump in seiner zweiten Amtszeit damit
       21 solcher Abkommen geschlossen.
       
       Der Versuch der US-Regierung, eine globale Allianz gegen China auf die
       Beine zu stellen, ist laut Experten ein „Schritt in die richtige Richtung“.
       Aber der „Teufel steckt wie bekanntlich im Detail“, erklärte Abigail Hunter
       [2][von der Organisation Safe] im Gespräch mit der taz. Und es wird lange
       brauchen, die chinesische Dominanz zu brechen. „Es wird sich über
       mindestens ein, zwei Jahrzehnte hinziehen, denn wenn man neue
       Bergbauprojekte startet, produziert man in der Regel erst nach 10 bis 15
       Jahren in vollem Umfang“, sagte Tom Moerenhout, Direktor der Critical
       Materials Initiative an der Columbia University in New York.
       
       ## Deutschland will mitmischen
       
       Aus Deutschland war Staatssekretär Florian Hahn beim Treffen dabei. In
       einem Post auf der Plattform von Elon Musk, X, erklärte Hahn, dass
       [3][seltene Erden und andere kritische Rohstoffe sowohl für die
       Wettbewerbsfähigkeit als auch für nationale Sicherheit unabdingbar seien].
       „Deshalb bin ich beim Ministertreffen für kritische Rohstoffe mit
       US-Außenminister Rubio, und deshalb ist Außenminister Johann Wadephul in
       Australien!“, hieß es in dem Post.
       
       Wesentlicher Aspekt bei der Debatte um die Rohstoffe ist die
       Wirtschaftlichkeit. Damit auch der Privatsektor mitzieht, braucht es laut
       Experten mehr Stabilität. Auch eine Preisuntergrenze für die einzelnen
       Rohstoffe steht zur Debatte. Die USA plädieren für beides, doch da am
       Mittwoch kein Rahmenabkommen vorgestellt wurde, scheint es in diesen
       Aspekten noch Meinungsverschiedenheiten zu geben.
       
       Die Diskussion über weitere politische Maßnahmen und Partnerschaften rund
       um kritische Rohstoffe sollen in einem neuen Forum mit dem Namen Forge
       geführt werden. „Das Ziel von Forge ist es, die Zusammenarbeit zu fördern
       und ein Netzwerk von Partnern auf der ganzen Welt aufzubauen“, sagte Rubio.
       
       5 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Apec-Gipfel-in-Suedkorea/!6125818
 (DIR) [2] https://secureenergy.org/commandingheights/
 (DIR) [3] /Transatlantikerin-ueber-Rohstoffpolitik/!6151419
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Hansjürgen Mai
       
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