# taz.de -- Amerikanisch-russischer Atomdeal am Ende: Atomwaffen free for all
> Nach dem Wegfall des New-Start-Abkommens zwischen den USA und Russland
> droht das endgültige Ende der atomaren Rüstungskontrollarchitektur.
(IMG) Bild: Eine Militäparade der Russischen Armee auf dem Roten Platz in Moskau am 9. Mai 2025
Diese Woche ist der 2010 zwischen Russland und den USA vereinbarte
New-Start-Vertrag zur zahlenmäßigen Reduzierung ihrer strategischen
Atomwaffen [1][endgültig ausgelaufen]. Damit ist einer der letzten Pfeiler
der bilateralen wie auch [2][der globalen Architektur zur Rüstungskontrolle
nuklearer Waffen weggebrochen]. Deren Grundstein wurde 1963 mit dem
Abkommen zum Verbot von Atomwaffentests in der Atmosphäre, im Weltraum und
unter Wasser gelegt. Diese Architektur sorgte zumindest für ein gewisses
Maß an gegenseitiger Berechenbarkeit und damit für eine relative
Stabilität.
Nach dem Wegfall des New-Start-Vertrags unterliegen die USA und Russland
nun keinerlei rechtlichen Beschränkungen mehr, die den mit hohem
technologischen und finanziellen Aufwand betriebenen Ausbau und die
„Modernisierung“ ihrer einsatzfähigen Atomwaffenarsenale begrenzen könnten.
Sollte US-Präsident Trump seine Ankündigung zur Wiederaufnahme
unterirdischer Atomwaffentests wahr machen, könnte schon bald auch der
vorletzte Pfeiler der Rüstungskontrollarchitektur wegbrechen: der 1996 von
der UN-Generalversammlung vereinbarte Vertrag über das umfassende Verbot
von Atomwaffentests (CTBT) außerhalb von Laboren.
Zwar ist der CTBT bis heute nicht in Kraft getreten, da die USA sowie die
Atomwaffenstaaten China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea ihn noch
immer nicht ratifiziert haben. Dennoch hielten sich in den vergangenen 30
Jahren zumindest faktisch alle 193 UN-Mitgliedstaaten an dieses Abkommen.
Chinas Atomwaffenarsenal ist zwar noch deutlich kleiner als das der USA und
Russlands, doch betreibt Peking derzeit einen massiven Ausbau und
verweigert sich jeglichen Rüstungskontrollgesprächen. Auch die beiden
verbleibenden der fünf „offiziellen“ Atomwaffenmächte, Frankreich und
Großbritannien, rüsten ihre Arsenale weiter auf. Damit verstoßen auch sie
gegen ihre völkerrechtlich verbindliche Abrüstungsverpflichtung aus dem
Vertrag über die Nichtverbreitung nuklearer Waffen (NPT) von 1968.
Die nächste NPT-Überprüfungskonferenz im Mai wird höchstwahrscheinlich
erneut scheitern. In diesem Fall könnte auch dieser letzte Pfeiler der
atomaren Rüstungskontrollarchitektur bald wegbrechen.
5 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Andreas Zumach
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